Schön schwanger

Für alle Schwangeren (nein, nein, ich bin es nicht):  Sprüche, die man nach neun Monaten bestimmt nicht mehr hören kann.

1. „Färbst du Dir etwa noch die Haare??

Antwort:  „Nein, Färben und Rauchen in der Schwangerschaft ist bestimmt zu viel fürs Kind. Ich rauche dann lieber….“ (und dann in das entsetzte Gegenübergesicht sehen..)

2. „Was wird es denn?

Antwort: „Ein Kind!“

3. „Das ist aber schon ein richtig großer Bauch.“

Antwort: „Tja, eigentlich logisch, wo sich doch tatsächlich ein 50 cm großer Mensch darin befindet! Ich würde auch lieber Eier legen!“

4. Beim Kauf von Unterwäsche (String + BH).

Die schnippische Verkäuferin an der Kasse: “ Ist das etwa für Sie???“
Antwort: „Nein, das zieht mein Freund im Kreissaal an, falls es ihm zu warm wird!“

5. Beim Kauf von Entharungscreme eine Kundin dahinter:  „Unverantwortlich in der Schwangerschaft zu enthaaren!!

Antwort: “ Ich bin schwanger, aber ganz sicher keine Vogelspinne oder Bruno der Bär!“

6. „Du musst jetzt für zwei essen“

Gedanke: „Klaaaaro, und für zwei wieder abnehmen.!“

7. „Mensch, im Gesicht biste aber voller geworden!

Gedanke: „Danke schön %&?!!!§$%!!!“

8. „Weißt du schon, wo du entbindest? Da und da würd ich aber nicht hingehen, weil…“:

Antwort: „Ich gehe ins Kartoffelfeld  von  Bauer Ridder und entbinde hinter der großen Eiche. Wie alle in meiner Familie!“

9.“ Du bist nur schwanger und nicht krank!!“

Nachdem sie sich 15 mal übergeben hat und er mit Käsechips vor dem Fernseher sitzt.

Und bitte, lasst dieses ständige Bauchgetatsche! Danke.

Und mehr…

Heute auf dem Weg zur Arbeit. Beim stundenlangen Warten an der roten Ampel blicke ich auf eine Plakatwand daneben.

Darauf wirbt ein dicker Braunbär mit Kochschürze und weißer Mütze   für den Bärengrill: „Sie rufen an -der Bär bringt’s ran!“ .  Gefällt mir, ich mag Bären.

Darüber eine große gelbblaue Werbung für den Getränkemarkt  Dursti.  „Getränke und mehr…“

Aaaargghhh! Meine Nackenhaare richten sich auf.Wie ich es hasse. Jeder meint, hinter seine Berufswerbung noch ein „mehr“ kleben zu müssen. Getränke und mehr…, Architektur  und mehr.., Friseur  und mehr…, Fliesen und mehr… Fitness und mehr

Und diese  unsäglichen dämlichen drei Pünktchen dahinter. Dieses pseudoversprechende, nichtssagende, verbal sinnlose, hirnverstopfende „mehr„. Krieg`ich dann eine Massage, wenn ich einen Kasten Köpi oder Fiege kaufe? Mir reichen schon die Wasserwaagen zu jedem Köpikasten. Oder bekomme ich beim Heizungsinstallateur frische Gelnägel als „mehr„?

Ich will kein mehr. Ich will einen Bierkasten oder einen  Haarschnitt. Nicht mehr. Ohne mehr. Danke.

Guerilla Knitting

Was ist Guerilla Knitting? Um es kurz zu machen: Eine Belästigung für meine Augen, angerichtet von gelangweilten Hausfrauen in der Menopause.

Es werden hier unschuldige alte Bäume in kreischend bunten Farben bestrickt.  Liebe nadelschwingende Frauen: Nur weil ihr etwas gut findet, müsst ihr andere nicht mit Eurem K(r)ampfstrick belästigen. Ich liebe weiß-silberne oder braune Baumrinde. Aber keine pink-gelb-blau- geringelten Wollwürste daran. Der kleine schwarze Terrier von gegenüber hat übrigens gestern an Euren mühsam umhäkelten  Laternenmast gepinkelt. Wahrscheinlich Schockblase.Guter Geschmack der Kleine!

Umhüllt doch bitte  Euren Fernseher, euren wehrlosen Gatten oder macht PC Kurse für Senioren. Was Sinnvolles halt.  Aber lasst mich und Eure Umwelt bitte mit der Kampfstrick Kunst in Ruhe.

Danke.

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Liebe Straßen.NRW,

lieber Herr Pagenkopf, Herr Austmeyer, Herr Pudenz (wozu benötigt der Landesverband drei Geschäftsführer?),

durch Ihre vorauschauende und intelligente Baustellenplanung  haben Sie es mir ermöglicht, auf der A40 jeden Tag auch in den Ferien noch ein Stündchen länger zu verweilen.

Dafür ein dickes Danke schön! Ich nehme endlich mit 40.000 anderen Fahrern am Sommer teil, rieche CO Gase, betrachte die grüne Natur an der A40 und den popelnden Fahrer neben mir. Ohne Sie wäre das nie möglich gewesen! Auch mit meinem Tankwart bin ich endlich per Du und besitze die goldene Kundenkarte. Endlich!

Die Webcam in Höhe Ausfahrt Essen-Holsterhausen, in der man auch zu Hause den Stau gemütlich beobachten kann, ist  eine äußerst sinnvolle,  innovative Einrichtung. Chapeau dafür. Das zeigt Unternehmergeist!  Auch die zeitgleich neue  A40 Baustelle in Mülheim Dümpten macht mir richtig Spaß. Es ist schön,  im ersten Gang zu entschleunigen.

Zu guter Letzt noch ein großes Lob  an die Stadt Oberhausen. Der Beschluß, auch die Mülheimer Strasse  zu sperren,  war  richtig und gut. Ich sehe so endlich die Stadtteile, die ich in Oberhausen stets vernachlässigt habe.

Herzliche Grüße von der A40!

Anna-chie

There´s nowhere to hide

Die TV Licency ist das britische Pendant zur deutschen GEZ. Jedoch extremer, unverholener. Nach dem Motto: Vor uns versteckt sich keiner!

Wer in England einen Fernseher kauft. muß bei der Zahlung seine Adresse angeben.  Diese Daten gehen dann gleich an die TV Licency. Einige  schlaue Engländer umgehen diese Fußfessel.

David (an der Kasse mit einem neuen Grundig Fernseher).

Verkäufer: „Geben Sie mir bitte ihren Namen und ihre Adresse?“

David: „Joseph Schicklgruber.“

Verkäufer: „Buchstabieren Sie bitte?!“

David: „J-O-S-E-P-H“

Verkäufer: „Nein, den Nachnamen!“

David buchstabiert den Nachnamen. Dreimal. Der Verkäufer gerät ins Schwitzen.

Verkäufer: „Ist das Deutsch?“

David: „Ja, mein Großvater war Österreicher!“

Verkäufer: „Ahhh, ja in Österreich habe ich schon mal Urlaub gemacht.“

Weiter geht es mit der Adresse:

David: „Market Cross 19, Mandela Flat 13, Foula, Shetland Islands.“

Der Verkäufer stutzt, wird mißtrauisch: „Auf den Shetland Inseln wohnen Sie?“

David: “ Ja, ja,  London ist mir zu laut und unruhig.“

Verkäufer, lauernd: „Geben Sie mit den ZIP Code?“

David (ist vorbereitet): “ ZE2 9PN“

Geschafft!

Funktioniert übrigens auch mit Frederick Flintstone, Dan Tisst, John Gleur.

TV

Das Ende vom Lied

Episode 1:

Heute auf der Visite, Zimmer 2.
Ein 83jähriger Patient, liegt im Bett, absolut immobil. Mir ist allerdings nicht klar wieso. Er meint, dass er vor einer Woche noch gelaufen sei. Ich gucke mir die dünnen atrophischen Beine an. Und finde das unwahrscheinlich.
Es klopft. Die 20 Jahre jüngere Ehefrau in einem bunten Sommerkleid segelt herein. Ich frage sie, wann ihr Mann zuletzt  gelaufen sei.
Sie (winkt ab): “ Ach, der ist schon seit Jahren nicht gelaufen! Hat Pflegestufe 2 seit fünf Monaten. Er geht mit dem Rollator zum Klo, maximal!“

Er (prostestiert): „Stimmt gar nicht!“
Sie: „Erzähl nix. Du bist noch nie gerne gelaufen. Sogar zum Bäcker bist du damals immer mit dem Auto gefahren. Und der war nur eine Minute entfernt. Und mussest  direkt davor parken. Du hast dich nie gerne bewegt!!

Er (wütend, bekommt einen schmalen Mund): „ Hab ja auch lange genug für Dich gearbeitet!  Wolltest ja immer weit weg in den Urlaub. War dir ja nichts gut genug!“

Die Stimmen werden lauter. Dem ist nichts hinzufügen. Ich entferne mich aus dem Zimmer.

Episode 2:

Gestern beim Italiener (der mit dem leckeren Pfirsich Prosecco).
Moni und ich sitzen draußen. Noch bestimmt zehn Tische  frei.

Es tapert ein älteres Ehepaar heran. Sie hat die  schicke Ausgeh Bluse an und trägt die guten Ohrringe. Er die Trekking Sandalen mit Klettverschluss an den ödematösen Füßen. Dazu eine graue Autofahrer Hose.

Sie möchte gerne neben dem großen Olivenbaum sitzen.

Er: „Nee, da kommt doch die Sonne rüber.“

Gut.  Die Frau steuert einen Platz neben dem Oleander an.

Er: „Nee, da sieht uns kein Kellner!“

Weiter geht das Tischroulette.

Auch der Tisch neben dem Eingang ist nicht genehm. Zu viele Gäste, die an dem Tisch vorbei laufen könnten!

Das Ende vom Lied:

Er will drinnen sitzen. Sie gibt  seufzend nach. Guckt ihn an wie saure Milch. Die guten Ohrringe hängen traurig runter.

Das Ende vom Liebeslied.

Zeitdiebe

Bitte klaut mir nicht meine Lebenszeit:

– wenn ihr bei Penny an der Kasse steht, erst kurz vorher umständlich euer Portemonnaie herauskramt, stundenlang nach MomentichhabeespassendKleingeld grabt.

– wenn ihr euren beladenen Einkaufswagen breit in den Gang stellt, wenn ihr was sucht. Ich kicke ihn ungerührt 100 Meter! weiter, wenn ich nicht dran vorbei komme. Glaubtesmir.

– wenn ihr mit Tempo 50! auf die Autobahn schleicht, das heißt Beschleunigungsspur. Nicht Entschleunigung.

– vor grünen Ampeln abzubremsen steigert nicht gerade meine Laune.

– auch holländische LKWs, die versuchen, sich über eine 2,20! Meter schmale Spur zu quetschen, es dann doch nicht schaffen und umständlich wenden, brauche ich morgens nicht.

– trödelt bitte nicht in einer geschlossenen Viererreihe auf dem Bürgersteig vor mir her und bleibt abrupt stehen. Ihr seid nicht alleine auf der Welt.

– rückwärts einparken in 50! Zügen nervt (wenn ich hinter euch stehe, aber sonst auch).

– im Stau müßt ihr nicht 30! Meter Abstand auf euren Vordermann halten, so dass sich jeder holländische Rübenlaster in die Lücke quetschen kann.

– an Waschanlagen für Euren alten Vectra das komplette Blitzeblank Programm mit Diamanten Unterbodenwäsche zu wählen ist Euer gutes Recht. Keine Frage. Aber bitte nach Beendigung des Endlos Programms zügig! einsteigen und zügig! wegfahren. Bitte nicht dreimal ums Auto herumlaufen und nach Kratzern suchen.

Danke! Das war es schon.

Bilder im Kopf

Gestern nachmittag Konsilvisite mit Dr. Sommer bei einem Patienten: Der 85 jährige Mann ist nach einer Untersuchung bei seinem Urologen in der Praxis kollabiert. Na ja, eine Hafenrundfahrt verträgt nicht jeder.

Nach der Visite vor der Tür:  Dr.Sommer, blickt nachdenklich sinnend über seine halbe Brille: Dr. La Bära,  ich war übrigens gestern auch beim Urologen! „

Ich (spontan in Schweiß ausbrechend, wünsche mich auf den Mars, weit weg, weißer Anzug, flache Schuhe usw.): Ohhhh nein,  Herr Kollege!“

Das bunte Bild  Dr.SommerbeimUrologen bekomme ich jetzt nicht mehr aus meinem Kopf. Nie wieder.Gibt es vielleicht ein zerebrales Resetting für solche Bilder?

Chirurgenworte

Heute auf der chirurgischen Station 6.

Längere Diskussionen über die geplante Aufnahme eines Patienten mit einer Leistenhernie.

Schwester Katja: “ Wir haben aber am Mittwoch kein Bett. Dann müssen wir ihn morgen auslagern auf die  Station 12 zu den Unfallchirurgen!“

Dr. Sommer  (ja, er heißt wirklich so und kennt sämtliche Witze über seinen Namen) kommt rein, bekommt das Telefonat mit: “ Neeee, auslagern ist nicht gut! Das klappt schon. Die Hämorrhoiden von Zimmer 5 gehen doch morgen! Oder in das Zimmer 12 von der Analfistel!? “ 

Katja: Ja, dann auf 5, wenn die Hämorrhoiden gegangen sind!“  Alle sind zufrieden. 

Aaargh! Ich liebe diese individuelle namenorientierte Medizin! 🙂

Marskolonie

Sommerabend, Freitagabend, Biergartenabend.   Mit vier Personen in einem Biergarten einen Tisch zu finden ist nicht so einfach.

Wir begannen im Wolpertinger.  Fehler. Voll, voll, voll. Lange Schlange vor  der Bierausgabe,

Alle Tische besetzt. Bis auf einen. Da passten noch fünf Leute dran. Es standen allerdings Teller und Gläser drauf. Aber man kann ja mal fragen.

Am Tisch saß eine moppelige Rothaarige mit „frecher“ Kurzhaarfrisur (fehlte nur noch die eingefärbte Strähne im Pony). Typ Lehrerin am Ferienbeginn.

Ich: „Entschuldigung, sind die Plätze hier noch frei?“

Moppel (mich scharf über ihre verschmierte Lesebrille  anblickend): „Nein. Da sitzen fünf Kinder!!! “ Das Wort Kinder betont sie besonders. Weil Kinder ja die besonderen Menschen sind.

Ich, mich fragend wo die Kinder denn sind. Sehe keine. Bin ich aber bestimmt viel zu unsensibel für.

Gut, dann nicht. Ich sehe, dass am Nebentisch eine Gruppe zahlt.

Ich: „Entschuldigung, gehen Sie jetzt?“

Sie (blonde, struppige Haare, zuviel Solarium, zuviel Zigaretten, zu wenig Hirn):“ Ja, aber wir haben noch lange nicht ausgetrunken. Dass wir zahlen heißt nicht, dass wir sofort gehen!!“

Ich mustere die  Gläser auf dem Tisch: Überall nur noch eine Pfütze drin.

Die Truppe macht jetzt betont langsam. Es wird noch geraucht, gelacht, telefoniert und natürlich nicht ausgetrunken.

Leckt mich doch.  Dann halt nicht.

Weiter geht es nach Rüttenscheid. Unterwegs überlegen wir,  ob wir mit handverzählten passenden Menschen auf dem Mars eine einsame Kolonie gründen sollen. Eine menschliche Arche Noah.

Wir würden alle weiße Anzüge tragen. Flache Schuhe. Unaufgeregte cleane idiotenfreie Atmosphäre.

Mars, wir kommen.