Biete – Suche

In unserem klinikeigenem Intranet gibt es die Rubrik: Biete – Suche. Hier wird alles angeboten. Wirklich alles.

Beim Stöbern merke ich, dass ich auf dem Land arbeite.

Hier wird ein Beistellpferd angeboten: Ein brauner Wallach, der Quassel heißt, sehr lieb, absolut herdenverträglich und  noch leicht geritten werden kann.  Das Wort Beistellpferd habe ich erst hier gelernt.  Genau wie Rotbunt Vieh. Bis jetzt kannte ich nur Beistelltisch.

Darunter möchte Schwester Dunja von Station 5  drei Meerschweinchen, die Flutschfinger, Nogger und Capri heißen, in gute Hände abgeben.

Eine Zeile tiefer  kann man eine Schubkarre Pferdemist als Dünger für 10 Euro erstehen.

Jemand vom Controlling verscherbelt seine gesamte Einrichtung mit Fotos. Nee, das will ich nicht sehen. Trotzdem gucke ich hin, wie bei einem Auffahrunfall. Fieser Schrank in Nußbaum.

Der arrogante Chirurg verkauft einen Wohnwagen (der und Wohnwagen??).

Die indische Schwester Greeny sammelt wieder Woll-und Kerzenreste.

Frau Florian von der Zentrale möchte ein Seniorenbett für 100 Euro abgeben. Die Mutter ist gestorben.

Schwester Hanne gibt ihr Hochzeitskleid ab, Größe 40.  Der Ehemann hat sich von ihr getrennt.

Der Anästhesist will für seinen alten VW Jetta  300 Euro haben. Surfbrett inklusive.

Unten werden Biertische vom letzten Schützenfest preiswert abgegeben.

Abklatsch vom Leben, Mikrokosmos:  Biete – Suche.

Bilder im Kopf

Gestern nachmittag Konsilvisite mit Dr. Sommer bei einem Patienten: Der 85 jährige Mann ist nach einer Untersuchung bei seinem Urologen in der Praxis kollabiert. Na ja, eine Hafenrundfahrt verträgt nicht jeder.

Nach der Visite vor der Tür:  Dr.Sommer, blickt nachdenklich sinnend über seine halbe Brille: Dr. La Bära,  ich war übrigens gestern auch beim Urologen! „

Ich (spontan in Schweiß ausbrechend, wünsche mich auf den Mars, weit weg, weißer Anzug, flache Schuhe usw.): Ohhhh nein,  Herr Kollege!“

Das bunte Bild  Dr.SommerbeimUrologen bekomme ich jetzt nicht mehr aus meinem Kopf. Nie wieder.Gibt es vielleicht ein zerebrales Resetting für solche Bilder?

Chirurgenworte

Heute auf der chirurgischen Station 6.

Längere Diskussionen über die geplante Aufnahme eines Patienten mit einer Leistenhernie.

Schwester Katja: “ Wir haben aber am Mittwoch kein Bett. Dann müssen wir ihn morgen auslagern auf die  Station 12 zu den Unfallchirurgen!“

Dr. Sommer  (ja, er heißt wirklich so und kennt sämtliche Witze über seinen Namen) kommt rein, bekommt das Telefonat mit: “ Neeee, auslagern ist nicht gut! Das klappt schon. Die Hämorrhoiden von Zimmer 5 gehen doch morgen! Oder in das Zimmer 12 von der Analfistel!? “ 

Katja: Ja, dann auf 5, wenn die Hämorrhoiden gegangen sind!“  Alle sind zufrieden. 

Aaargh! Ich liebe diese individuelle namenorientierte Medizin! 🙂

Herr M.

Herr M. ist ein Furcht einflößender psychiatrischer Patient. Er ist  1,80 Meter groß, wiegt  220 kg, trägt eine beige Hose mit verstellbarem Bund. Er hat nur noch ein Auge. Das andere Auge hatte ihm ein ehemaliger Gläubiger ausgestochen. So sagt Herr M jedenfalls. Wenn ich mit ihm spreche und in die vernarbte Augenhöhle gucke, muß ich schlucken. Er raucht mindestens vierzig Selbstgedrehte  pro Tag und hat die typisch langen gelben Fingernägel von chronischen Psychose Patienten. Der einzige Mensch, vor dem Herr M. Angst hat, ist seine 1,50 Meter kleine Mutter, die immer eine braune abgewetzte  Plastikhandtasche über dem Arm trägt und ihn gnadenlos im Griff hat.

Herr M. hat eine paranoid halluzinatorische Psychose. Seine Medikamente nimmt er nicht so regelmäßig. Wenn er Schulden hat und seine Gläubiger ihm gefährlich  nah auf den Pelz rücken, legt er sich einfach auf Strassenbahnschienen. Sein dicker Bauch  ragt heraus. Wenn  die Polizei mit Blaulicht kommt, schreit er laut: „Ich will mich umbringen!!“

Die Polizisten, die ihn schon seit Jahren kennen, bringen Herr M.  grinsend wieder in die Psychiatrie auf die fakultativ geschützte Station. 

Dort gibt es dreimal am Tag Essen, er kann endlich  Geld sparen. Nach einem Aufenhalt von sechs Wochen hat er genug Geld zusammen. Er ist auch „irgendwie“ nicht mehr suizidal.  Herr M.  möchte wieder nach Hause, sich auslösen. Die Gläubiger geben endlich Ruhe.

Herr M. hat das psychiatrische System perfekt verstanden.

Leider hat ihn am letzten Mittwoch die Straßenbahn übersehen.

Supervision

Supervision ist eine Beratung für Mitarbeiter in psychosozialen Berufen. Dabei soll die Mitarbeit im Team besprochen und eventuelle Probleme angegangen werden.

In meinem psychiatrischem Jahr, das jeder Neurologe machen muss, war Supervision Pflicht.
Ich war neugierig auf die erste Supervision, habe mich sogar drauf gefreut. Neue Sachen halt.
Zusammen mit Martin und dem kompletten Team war ich im Gemeinschaftsraum. Blaue Stühle, ein grosser Stuhlkreis. Die Supervisorin mit dem unausprechlichem Doppelnamen, den ich vergessen habe. Im Gedächtnis  ist mir der rotgelbe Poncho geblieben, den sie umgeworfen hatte. Im Hochsommer.
Martin hatte mir vorher gesagt: „Ich sage in Supervisionen nie was.“
Ich habe gefragt: “ Wieso? Dazu ist es doch da!?“
Antwort: „Das wirst du schon sehen!“
Ahh, ja.
Und los ging es.
Die Supervisorin Frau Schwätzer-Namenlos: „Was gibt es zu besprechen? „

Totenstille. Alle gucken aus dem Fenster. Auf die Fußspitzen. Knibbeln heimlich an den Nägeln.
Die Supervisorin nimmt mich ins Visier:
„Sie sind doch neu hier?“
Jaaaa, bin ich. Und ich wünschte ich wäre weit weg.

„Wie empfinden Sie die Atmosphäre hier im Team?“

Martin stößt mich warnend mit dem Ellenbogen an.

Zu spät.

Ich denke an die unterschiedlichen Teammitglieder. An die dominante Stationsleitung Meike Schlampitz mit ihrer Friß oder Stirb Art und der altmodischen Dauerwelle,  an die ihr hörige Frau Eiland, an den dicken Christoph, der ihr nichts entgegenzusetzen hat, an den zu lieben Ralph, der sich nicht traut.

Ich hole tief Luft und  sage: „Ich denke, dass hier auf Station keine gute Stimmung ist.

Und dann bin ich zum Abschuss freigegeben.

Ende vom Lied:

Ich sage zu Frau Schlampitz: „Blöde Kuh!“ und werde im Anschluß auf eine andere Station versetzt.

Die Supervisorin ist begeistert von der Dynamik.

Seitdem sage ich nichts mehr in einer Supervision und gucke auf meine Fußspitzen. Knibbel an meinen Nägeln, schaue aus dem Fenster. Und hasse Ponchos.

Bouillabaisse

Ausblenden ist ein beliebtes mentales Verfahren, dass Ärzte anwenden, die von Patienten gnadenlos zugetextet werden.

Also eigentlich fast täglich anwendbar.

Beispiel:

Heute auf der Visite, Zimmer 2.

71 jährige Privatpatientin, pensionierte Lehrerin, lange graue glatte Haare. In der Kurve steht Fibromyalgie. Aaarrggh, denke ich. Worst case.  Fibromyalgie, das kann dauern. Fibromyalgie Patientinnen (fast alles Frauen, geschieden, denn die Männer halten das Geknatsche  mehr aus) mit diversen Wehwehchen, die jeder hat, der älter als vierzig ist. Der eine nimmt es hin, der andere macht eine Krankheit draus!

Und richtig:

Frau S. , den Kopf auf einem mitgebrachtem Nackenhörnchen gebettet, liegt leidend auf einer Fango Packung im Bett:

„Frau Doktor, ich habe so Schmerzen.  Ich habe bestimmt einen akuten Fibromyalgie Schub…“

Ich: „Was machen Sie denn in einem „Schub“?  ( Das Wort Schub presse ich nur nur mühsam raus.  Benutze  es sonst nur bei Patienten mit Multipler  Sklerose).

Sie: „Ich nehme dann immer ganz schwere Tabletten!“

Ich: Welche?

Sie:  „Jaaa, Ibuprofen.“

Ahhhh, ja. Die schweren Ibuprofen….

Und weiter geht die Leidensgeschichte. Sie beginnt mit der Diagnose der Fibromyalgie. „Herr Professor D. hat sich 2007 an mein Bett gesetzt und meine Hand genommen,  Ich muß jetzt ganz tapfer sein, hat er gesagt. Ich hätte Fibromyalgie und die ist unheilbar.“

Ich verfluche diesen Kollegen, Menschen zu pathologisieren .

Die Geschichte endet mit der Erzählung, dass ihr Vater mal eine Blinddarmentzündung hatte.  Der Vater hatte ja bei der Sparkasse gearbeitet, der Sohn übrigens auch.  Ich weiche langsam rückwärts in Richtung Tür aus, es nützt nichts. Frau S. redet und redet und redet und redet…Schlimmer als ein Mann.  Ab da beginne ich auszublenden.

Überlege, was ich am nächsten Wochenende machen kann. Am Freitag in den Biergarten? Wenn ja,  in welchen?

Ich muß an einen Kollegen denken. Der blendet immer mit Kochrezepten aus. Letztes Mal hat er vor seinem inneren Auge eine Bouillabaisse gekocht. Fisch, Langusten,  Zwiebeln, Möhren. Lorbeer, Knoblauch,Thymian. Mit Weißwein abschmecken. Dazu Baguette?  Gute  Idee!

Also, wenn eurer Arzt Euch nicht mehr antwortet und etwas entrückt in die Gegend guckt, dann könnte es daran liegen, dass ihr redet und er Fischsuppe kocht…

Medizinertisch

Wer mit einem Medizinermenschen zusammen sitzt und ißt, braucht Nerven wie Stahlseile.

FünfFrauenGruppe in der spanischen Finca Bar in Essen (ich mag die Finca zwar nicht, aber die anderen wollten dahin).

Alkohol fließt in Strömen. Cola und O-Saft auf dem Tisch. Sonne scheint, alle haben Hunger. Lange nicht gesehen, Frauengeschnatter. Der Nebentisch aus KupferdrehStadtwaldBredeney mit mageren Hippen und Riesensonnenbrillen guckt schon zu uns rüber. Gemalte Augenbrauen werden hochgezogen. Egal.

Ich habe den Currywurstspieß bestellt (nicht noch mal).

Moni:  Hähnchenspieße.

Brigitte:  kanarische Kartoffeln.

Gudrun: Suppe.

Angela:  hab ich jetzt vergessen.

Ich mustere meinen Spieß, präpariere sorgfältig die Wurststücke herunter.

Moni beäugt das misstrauisch und meint: “  Die Soße sieht aus wie die Makrohämaturie im Urinbeutel  von Herrn Müller auf Zimmer 6.

Ich tunke ungerührt meine Wurst in die Hämaturiesoße. Schmeckt. Sehr fruchtig.

Ich gucke jetzt auf die Hähnchenspieße von Moni.  Moni zuppelt die Stücke herunter. Grob. Sie zerschneidet die Vena poplitea und garantiert den Nervus femoralis Die Hähnchenmuskeln sehen atrophisch aus.  Kannichnichthingucken.

Der Nebentisch auch nicht. Werden schon grün im Gesicht.

Brigitte, leicht alkoholisiert,  guckt auf ihre kanarischen schrumpeligen Kartoffeln  und gackert los: „Neee, die sehen aus wie die Hoden von dem Thrombosepatienten, der gestern gegangen ist.“

Der Nebentisch flüchtet.

Ich bestelle Crema Catalana. Lecker!

Deine Ärzte

Kardiologe:

Wichtigster Arzt (denkt er jedenfalls). Schlank, groß,  schon fast kachektisch. Läuft häufig Marathon, steigt immer Treppen, drei Stufen auf einmal. Über den Flur hetztend. Blickt mit verächtlicher Miene auf Menschen herab, die den Aufzug benutzen. Ißt immer gesunde Mittelmeerkost.  Das wichtigste Organ ist für ihn das Herz.  Tunnelblick für übrige Diagnosen. Das Gehirn interessiert ihn nicht so sehr.

Gastroenterologe:

Nett, manchmal etwas schüchtern und zurückhaltend. Spricht noch freundlich am Telefon, selbst wenn er mit dem Endoskop 40 cm im Colon steckt. Liebt diverse Beschreibungen von Stuhlgangskonsistenz und Farbe, hellbraun, flockig, krümelig, breiiig, spritzend…

Geriater:

Sieht fast so alt aus wie seine Patienten (als mein Chef am Gemeinschaftstisch auf der Station saß, habe ich ihn für eine Neuaufnahme gehalten). Läuft fast so langsam wie seine Patienten. Hat Angst, genauso zu werden wie seine  Patienten.

Psychiater:

Sehen ohne Kittel aus wie ihre Patienten. Das Team ist immer wichtig. Ohne Team und Supervision läuft nichts. Noch nicht mal Kaffeebestellung.  Vordergründig freundlich. Sehr lange Besprechungen, in denen nicht rumkommt.

Gynäkologe:

Die Ärztinnen sind irgendwie alle blond mit Pferdeschwanz, schlank  und klein. Stets ängstlich, dass der blaue Säugling, den sie entbunden haben, kein Abitur macht und sie deswegen 10 Jahre später angeklagt werden. Müssen immens hohe Prämien bei der Haftpflichtversicherung zahlen.

Unfallchirurg:

Lautlärmend, dick , lachend, rauchend. Kennen richtig schlimme Witze.  Im Spind hängt das neuste Playmate. Haben diverse Autos. Darunter meist ein großer SUV Panzer.  Was nicht operiert und mit einem Stabilo Baukasten versorgt werden kann, ist keine Krankheit.

Anästhesist:

Unsichtbar. Doch, doch es gibt sie. Sie fallen im normalen Alltag nicht auf. Einsilbig, kein Wunder, müssen auch nicht viel mit ihren betäubten Patienten sprechen.

Kinderarzt:

Sehen fast genauso aus wie ihre Kundschaft. Immer ein buntes Stethoskop lässig um den Hals geschlungen . Witzige Namensschilder in Pink oder Grün aus Fimo oder selbstgetöpfert.  Machen immer lange Mittagspausen in der Cafeteria, am grossen Gruppentisch mit alle Mann.

Viszeralchirurg:

Wenn man sie zu einem akuten Bauch  ruft, gibt es nur zwei Reaktionen: „Für sowas rufen sie mich? Erst mal den Patienten abführen!Oder: “ Wieso rufen Sie mich jetzt erst? Jetzt können wir nicht mehr operieren. Hätten Sie mich mal eher gerufen.“  Können es nicht fassen, wenn schwer kranke Patienten sterben.  „Wieso, der Bauch war doch in Ordnung.?! “ „Jaaa, aber der Patient hatte ein Nierenversagen, eine beidseitige Pneumonie und einen Herzinfarkt!“

Urologe:

Ihnen ist nichts Menschliches fremd. Haben alle möglichen Gegenstände aus männlichen Harnröhren entfernt. Erzählen davon mit verzückten Mienen auf Parties. Zeigen Fotos davon.

Gefäßchirurg:

Präparieren  beim Mittagessen sorgfältig die Arterien und Venen des  kross gebratenen Hähnchenschenkels, während der Umgebung schon vom Zusehen schlecht wird.

Radiologe:

Er ist der Reichste.  Stirbt früh. Hat eine Dauerkarte auf der VIP Tribüne auf  Schalke.  Seine deutliche jüngere Frau fährt als Zweitwagen einen Porsche Cayenne und kann damit nicht einparken.

Neurologe:

Halten sich für Dr. House. Sind die Besten und Schönsten. Stimmt ja auch!

Chefworte

Mein Chef bei der ersten Visite in Zimmer 12. 86 jährige Patientin  mit Z.n. Oberschenkelamputation  links bei schwerer pAVK.
Die Patientin, klein und moppelig, sitzt auf der Bettkante.  Die Bettdecke über dem Bein.

Sie  grüßt freundlich: „Guten Morgen.“

Chef: „Guten Morgen Frau Schmidtmüllermeier.“

Er mustert die Patientin genauer über seine Brille und meint:  “ Sie haben aber kurze Beine.Ich gucke, ob sich  gerade schnell irgendwo die Erde auftut. Nein, tut sie nicht.

Frau Schmidtmüllermeier grinst: „Ja, und besonders das linke…“

Touché! Humor ist wenn man trotzdem lacht.

Letztes Telefonat

Ich hasse es. Jeder Arzt hasst es und hat Angst davor. Das Telefonat, um Angehörigen mitzuteilen, dass ihr Sohn, Tochter, Vater, Mutter, Onkel, Tante, Opa oder Oma gestorben ist. Das letzte Telefonat.

Es ist immer sehr kurz. Meist nur 30 Sekunden, maximal eine Minute um Unfassbares zu sagen und die Welt für eine kurze Zeit stillstehen zu lassen.

Ich nehme mir zum Telefonat die Akte mit. Papier ist gut, das gibt mir Halt. Dann suche ich mir ein unbesetztes Arztzimmer. Ich brauche Ruhe und kein hektisches Monitorgepiepse im Hintergrund.

Ich wähle die Nummer. Insgeheim hoffe ich, dass keiner dran geht. Aber ich habe auch Angst davor, dass keiner ans Telefon geht.

Schlimm ist es Nachts anzurufen. Zu wissen, dass ich die Tochter oder den Sohn aus dem Schlaf reiße. Man hört am anderen Ende ein verschlafenes „Hallooo??!“ Ich hole dann tief Luft und ergebe mich ins Unvermeidliche.

Schlimm ist es dann eine Pause und einen lauten Schrei zu hören. Dann haltloses Weinen. Ich sitze am Schreibtisch und kann nichts machen.

Ich frage immer vorher: „Wo sind Sie gerade? Sitzen Sie im Auto?“ Nicht auszudenken, was passiert, wenn.

Manchmal kommen auch seltsame Reaktionen:

Wenn ich frage: „Möchten Sie heute noch kommen und Abschied nehmen?“

Sohn: „Nein, wozu? Ich wohne doch 30 km weit weg!

Ich sage dann nichts. Weil mir dazu nichts einfällt.