Herr S.

Herr S. ist tot. Mein Herr S. ist gestern gestorben. Ich habe ihn gemocht. Wenn ich Patienten mag, sage ich immer „mein“.

Er war ein kleiner, zierlicher Mann, 82 Jahre alt. Serbe.  Essen ohne Schweinefleisch. Er hat immer eine dunkle Hose mit Anzugjacke getragen, dazu graue Hosenträger und eine schwarze Baskenmütze. Auch im Krankenhaus.

Ich habe ihn nie im Schlafanzug gesehen. Nur in seinen letzten Tagen. Herr S. hatte eine schwere Lungenerkrankung, viel geraucht und im Bergbau gearbeitet. Keine gute Kombination. Herr S. war höflich,  hat immer freundlich gegrüßt: Guten Morgen Frau Doktor. Wenn er draußen zum Rauchen stand. In seinem dünnen Hemd. In seinen letzten Tagen war er nicht mehr nett, er hat uns nicht mehr erkannt. Er war gereizt, aggressiv, er wollte nicht sterben. Er  hat sich die Braunülen aus den dünnen Armen gezogen, hat um sich geschlagen. Jetzt ist er tot. Trotz wie es in den Arztbriefen heißt „intensiver Bemühungen und kalkulierter Antibiose“. Sein schmaler toter Körper hebt sich kaum unter dem dünnen Bettlaken ab. Die laut weinende Tochter zerknüllt die schwarze Baskenmütze von Herrn S., meinem Herr S.

Sonntagsvisite

Heute auf der Sonntagsvisite Station 3 Zimmer 1 Frau N, privat.  Pfleger Martin warnt mich schon vorher: „Sie ist schrecklich anstrengend, meckert nur. Kaffee zu kalt, Frühstück zu spät.“ Na toll, das steigert meine Laune nicht wirklich. Ich habe schlecht geschlafen und werde, glaube ich, krank.

Ich gehe in Zimmer 1.

Frau N. liegt auf dem Bett, Nackenkissen, Kopfhörer auf, guckt Fernsehen.

Ich stelle mich direkt ans Fußende in ihr Blickfeld. Ich bin nicht zu übersehen.Wirklich nicht.

Frau N. sieht mich, guckt um mich herum, weiter auf den Fernseher.  Die Kopfhörer nimmt sie nicht ab.

Ich frage laut, schreie fast: „Guten Morgen Frau N. Wie geht es Ihnen?“  Noch bin ich höflich.

Es kommt keine Antwort. Frau N. macht keine Anstalten die Kopfhörer abzunehmen. Sie guckt ungerührt weiter Fernsehen. Ist ja wichtig. Sonntagsmesse.

Ich schäume innerlich. Sage zu Martin achselzuckend: “ Gut, wer nicht behandelt werden will.“ Ich drehe mich um und gehe ins nächste  Zimmer, zu Herrn P., der im Sterben liegt mit Nierenversagen.

Im Herausgehen erklingt die  schneidende Stimme  von Frau N. in meinem Kittelrücken: „Ich habe Schmerzen und es hilft alles nichts.“

Ich  drehe mich innerlich seufzend um.  Ich betrachte Frau N. näher.  Wenn sie läuft, knickt das linke Bein ab und zu ein.  Z.n. Hüft TEP. Vorher war sie fit, sie lebt alleine und hat Angst. Die Kinder leben in Münster.

Ich lasse sie laufen, gucke mir das Gangbild an,  verspreche ihr eine Orthese für das Knie  und steigere die Schmerzmedikamente.

Als ich rausgehe, bedankt sich Frau N. Sie wünscht mir und Martin einen schönen dritten Advent. Und macht den Fernseher aus.

Rückblick

Jahresende, Zeit der Rückblicke im blog!
1. Auf einer Skala von 1 bis 6: Wie war das Jahr?
Eine gute Zwei.
 2. Zugenommen oder abgenommen?
Beides. Ich bin halt älter, schwere Knochen, Schilddrüse und Stress und so. Ja wirklich.
 3. Haare länger oder kürzer?
Kürzer, ich finde, so ein bisschen wie Nena. Aber das finde nur ich. Und die Haarfarbe ist „Tahitibraun“ von Loreal.
 4. Besserer Job ?
Hoffentlich bald.
 5. Mehr ausgegeben oder weniger?
Bestimmt mehr. Neue Winterreifen, Felgen, Trainer, neue Schläger, echte Federbälle.
 6. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Materiell nix, ansonsten die Erfahrung, dass ich zu alt für Lauftraining bin. Ja, es ist so. Ich bin bei den sidesteps hingefallen, es hat einen lauten Krach gegeben und alle haben mich mitleidig angeguckt.
 7. Dein Unwort des Jahres?
Standard (was nützen sie, wenn man nicht auf den Patienten guckt)
 8. Dein Wort des Jahres?
Dashabeichnichtmehrnötig.
 9. Mehr bewegt oder weniger?
Sechs mal die Woche Badminton. Sonst noch Fragen?
 10. Erkrankungen dieses Jahr?
Schweinegrippe. Noro. Muskelfaserriß (zweimal). Also das Übliche. Alles im Rahmen.
 11. Das schönste Erlebnis:
Comer See mit David.
 12. Das schlimmste Erlebnis:
Mit Magenschmerzen zur Arbeit fahren.  Regress in Dortmund. Hämisch lächelnde Richterinnen mit Bindestrichnamen.
 13. Das gefährlichste Erlebnis?
Rückwärts einparken auf der Rüttenscheider Strasse. Im Burger King am Mailänder Bahnhof zusammen mit kranken rotäugigen Tauben essen.
 14. Das leckerste Essen?
And the winner is: *Trommelwirbelundtusch*Grünkohl von meinem Papa.
 15. Der beste Drink?
Rumtopf von meiner Mama.
 16. Das beste Buch?
„Ostfriesenmoor“.
 17. Der beste  Film?
„Gravity“ (Sandra Bullock mit kurzen Haaren) und „Killing fields“.
 18. Die beste Band?
Moby. Ist keine Band, aber trotzdem. Und Macklemore.
 ,
 19. Zum ersten Mal getan?
Meinen Koffer verloren und wiederbekommen. Fotos mit italienischen Carabinieri.
 20. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
* 30 Euro Knöllchen, unglaublich.
* Straßen NRW.
*Lauftraining beim Badminton.
 21. Worauf ich nicht mehr verzichten möchte?
Englischer Tee von PG Tips, Badminton.
 22. Dein Leitspruch für dieses Jahr war…?
Mit mir nicht mehr.
23. Deine Vorsätze für 2014:
Geduldiger sein (pfffffhh), am Wochenende nur englisch sprechen.

Mein Weihnachtslied – Giovanni Bassano

Mein Weihnachtslied für 2013: Halleluja von Giovanni Bassano. Ein jesusgleicher, musikvernarrter Italiener mit strubbeligen Haaren, Gitarre und entrückten Augen, der als Straßenmusiker durch Essen, Bochum , Prag, London, Amsterdam tourt. Gesehen, gehört und geliebt auf dem Essener Weihnachtsmarkt. Vor dem Toscani Eiscafe und der blauen Marktkirche mit dem Kruppdenkmal. Stehengeblieben, gestaunt und glücklich gewesen.
Es ist mehr als gutes Karaoke. Grazie Giovanni.

Büffetregeln

Aus gegebenem Anlass:

Bitte beim Frühstücksbüffet:

– das Brot mit der Serviette, die darüber liegt, anfassen. Und nicht mit Ihrer bloßen Hand, in die Sie gerade noch grün reingehustet haben. Das ist der Sinn der Serviette. Sie liegt nicht über dem Brot, um es vor Kälte zu schützen. Sondern vor Ihren Keimen.

– den unsäglich künstlichen Orangensaft nicht immer aus dem demselben Glas trinken. Es ist eklig, wenn Sie mit dem gebrauchten Glas die Ausschütte berühren und Ihren Norovirus, den Sie noch nicht merken, gleich gratis an weitere zwanzig Leute verteilen.

– bitte pro Gang einen frischen Teller nehmen und nicht auf den benutzten Teller mit dem Vorlegelöffel ein Kubikmeter frisches Essen schaufeln.

– aus der Entscheidung, ob Sie ein Weizen-oder doch ein Vollkornbrötchen nehmen, keine dreistündige Vollversammlung machen, während sich hinter Ihnen eine 20 Meter lange hungrige Schlange stapelt.

– nicht am Hintern kratzen, wenn ich hinter Ihnen stehen.

– nur soviel auf den Teller legen, wie Sie auch wirklich essen wollen.

– versorgen Sie nicht Ihre sechsköpfige Großfamilie samt Schwippschwager mit diversen Marmeladenbukoequisahonigtöpfchen für lau.

– und falls Sie einen unsäglich lauten Handyklingelton haben, den Sie sicherlich sehr witzig finden, gehen Sie s c h n e l l an Ihr Handy. Und wühlen nicht stundenlang in Ihrer Tasche rum und schauen, nachdem Sie es endlich gefunden haben, lächelnd schulterzuckend in genervte Gesichter.

Danke.

Leichenfuß

Medizin ist nicht  fröhlich. Nein, Medizin ist nicht immer nett und heilbringend. Nein, Medizin besteht nicht immer aus freundlich lächelnden Ärzten in gebügelten, frisch gewaschenen Kitteln. Medizin kann grausam sein. Medizin kann dreckig sein. Medizin kann mich fassungslos  machen.

Gestern wurde eine 74jährige Patientin Frau B. notfallmäßig eingeliefert. Sie lebt alleine zu Hause und ist gestürzt. Der Sohn, mit dem ich heute gesprochen habe, meinte: „Sie ist sehr, sehr eigen!!  Sie hasst Ärzte. Sie sollte schon lange zum Hausarzt. Seit einer Woche geht es ihr richtig schlecht. Kann kaum laufen vor Schwäche und Schmerzen im rechten Bein. Gott sei Dank ist sie dann gestern endlich zum Arzt. „

Frau B. wurde dann heute auf meine Station verlegt. Schon ein Blick  auf die Laborwerte im PC lassen mich das Schlimmste ahnen. Dialysepflichtige Niereninsuffizienz, CRP hoch, spricht für einen schweren Infekt.  Röntgen noch nicht gelaufen. Ich denke, na ja, vielleicht hat der diensthabende Arzt es nicht für nötig befunden oder was auch immer. Aber kein gutes Gefühl dabei. Der typische Freitagnachmittagfall.

Frau B. ist dann endlich auf meiner Station. Ich gehe ins Zimmer. Frau B. liegt auf der Seite, blass, strähnige Haare, vorgealtert, halluziniert. Sie hat gerade das Mittagessen ausgebrochen, das Erbrochene sieht aus wie altes Blut.  Ich gucke unter die Bettdecke. Erste geriatrische Regel.  Immer unter die Bettdecke gucken.  Zweite Regel:  Sich nie auf vorliegende Diagnosen verlassen. Immer ein eigenes Bild machen. Dritte Regel: Nur den Röntgenbildern und Laborwerten glauben, die ich selbst gesehen habe!

Und Bingo: Ich entdecke ein blaues, eiskaltes linkes Bein, pulslos.

Der nette schlichte Sohn mit Oberlippenbart, der neben dem Bett  steht, stottert verlegen, als er meinen fassungslosen Blick sieht: „Das hat sie schon seit gestern. Der Hausarzt hat gesagt, der Fuß müsse warm gehalten werden, sei nicht so schlimm.“

Ich merke, wie mir die Magensäure zu den Ohren raus läuft.Frage mich, was der Hausarzt studiert hat? Frage mich, ob der Diensthabende das blaue Bein gestern Abend nicht gesehen hat?  Ob die Visite auf der Aufnahme das heute morgen  nicht gesehen hat? Ob die Pflege das kalte Bein heute morgen beim Waschen nicht gesehen hat?

Funke die Gefäßchirurgin an. Sie kommt sofort. Blickt auf das pulslose blaue kalte Bein. Doppler. Diagnose: Kompletter Verschluss. Typischer Leichenfuß. Länger als drei Tage. Therapie: Oberschenkelamputation.  Eine OP wird Frau B. jedoch bei der Niereninsuffizienz nicht überleben. Also konservativ behandeln.  Das heißt Morphin und polstern. Und warten auf das  Sterben. Endlich liegen auch die Röntgen Bilder vor: Ich entdecke zwei  mandarinengroße Raumforderungen im rechten Lungenmittellappen, Hoffe, dass es eine atypische Pneumonie ist. Weiß aber doch, dass es ein bösartiger Tumor ist. Aber für Frau B. ist es egal.

Sie guckt mich an. Lächelt. Die Oberkieferprothese verrutscht dabei. Dann schwingt ihr Blick auf ihren Sohn, der hilflos am Fußende steht. Ihr Blick gleitet zum Fenster. Der Sohn weint.

10 Stunden später füllt der Diensthabende den Totenschein von Frau B. aus.

Überbewertet

Wie schaffe ich es, mir meinen freien Samstag zu verderben?

Ganz einfach:  Indem ich um acht Uhr morgens bei Edekapennylidlnettoaldisüdnordrealrewe einkaufen gehen muss.  In meinem Kühlschrank ist noch eine Tube Löwensenf (ja, gibt es auch in Tuben), eine Flasche Hela Ketchup, ein altes Ei und eine wellige Scheibe Käse.  Nichts um damit in das Wochenende zu starten.

Habe ich es schon erwähnt?  Ich hasse einkaufen. Wer mich und sein Leben liebt, lässt mich im Auto sitzen und geht alleine einkaufen.  Klappt leider nicht immer. 

In meinem Einkaufswagen (dem letzten!) hat jemand  einen kaputten Joghurt Becher drin gelassen. Einkaufsschlunzen, Ich gehe durch die Glastür. Pralle auf zwei Frauen, die es sich vor dem Obst gemütlich machen. Sie fliehen schnell. Vor der Milch wird natürlich wieder nachgefüllt.  Brauche ich Milch? Ist überbewertet. Schnell weiter. Der Rest geht gut. Aus den Augenwinkeln sehe ich schon eine lange Schlange vor der Kasse. Lange Schlange heißt bei mir vier Leute. Irgendein Blödmann hat seinen Wagen so dämlich im Gang zur Kasse stehen lasse, das nichts mehr geht. Ich kicke ihn ungerührt weiter. Macht Spaß. Vor mir an der Kasse steht ein Öko Rentner. Grauer Vollbart, zugewucherter Nacken, North face Jacke, Milch von freilaufenden Hühner,  Putenbiobrust, ein Basilikumtöpfchen. Drei Artikel. Natürlich legt er keinen Trennstab (oder wie heißt das) hinter seine Einkäufe. Wieso muss ich das eigentlich immer machen?  Natürlich hat er keinen Wagen. In aller Seelenruhe zieht er sein Portemonnaie aus der Hosentasche (ich habe meins schon lange in der Hand) und pröttelt 10,23 Euro in Ein Cent Münzen raus. Ichwerdwahnsinnig. Und werde noch wahnsinniger, als er im Schneckentempo seine drei Sachen in eine Leinentasche packt.  Ich komme nicht weiter mit meinem Wagen, meine Einkäufe prallen auf seine. Ich umrunde ihn mit meinem Wagen um doch dran zu kommen. Rempel ihn aus Versehen an. Pfeffer alles in meinen Wagen. Hyperventiliere,  als er dann noch zu den Werbeblättchen greift, die am Ende des Bandes liegen, es durchblättert, es zurücklegt, es sich anders überlegt und doch eins einsteckt.

Weiter geht es beim Bäcker. Vor mir zwei Männer, einer im obligatorischen Bequemballonseidenanzug (wenn ich das Geraschel schon höre ) und schmutzig weißen Pantoffeln, der zweite bestellt 20 Brötchen. Dann bin ich dran. Die Verkäuferin blickt an mir vorbei, der Blick gleitet über und dann hinter mich. Sie fragt: „Wer bekommt jetzt?“

Brot und Brötchen werden auch überbewertet.

Alphabet

Macht Spaß, via  Mequito.org. Gib das Alphabet in Deinen Browser ein:

A: Amazon (ich liebe Packstation)
B: Bild (jaja, ich weiß, kein Mensch liest sie, nee ist klar)
C: Crosskultur in Essen-Rüttenscheid, guter Weißwein!
D: Der Westen
E: Empire. riverside ( tolle Bar im 20. Stock mit miesen Kellnern an den Landungsbrücken)
F: Fitnesscamp Essen (meine Badminton Base)
G: Gazettelive.uk (muß von David sein)
H: Hörbücher verschwunden, Arrrggghhhh!!!
I: Itunes Support, Arrrrgggghhh!!!! (weigere ich mich zu verlinken)
J: Jamesblunt.com (nein, ist mir nicht peinlich)
K: Katzundgold (obwohl, die T-Shirt Sprüche waren auch mal besser)
L: Leukozytenszintigrafie (verstehen nur Mediziner)
M: moonpig.de (schmutzige, witzige Postkarten)
N: news.bbc.uk.com
O: Oase Bochum (bisschen snobisch, viele BMW Z3 auf dem Parkplatz, aber netter Empfang!)
P: Pizza dream (natürlich nur Salat mit Hähnchen bestellen…)
R: Rte (David, du schon wieder?)
S: Spiegel.de
T: Tumblr
U: Ubuntu
V: Vulkaneifel (keine Ahnung, Zio?)
W: Wordpress
X: Xuxu (Yammy): Berrydise..Not paradise.
Y: Youtube
Z: Zalando (kreisch)

So, jetzt habe ich einen Krampf in den Fingern vom Verlinken.

Lieber Herr S.,

Sie sind bei uns mit einer schweren Herzinsuffizienz behandelt worden. Wir haben Sie wieder gut hinbekommen. Finden wir jedenfalls. Wir wissen, Sie sehen das anders. Leider.

Vor 14 Tagen konnten Sie nur mit zwei Hilfspersonen 5 Meter zur Toilette laufen. Heute  laufen Sie alleine. Und zwar bis zur Cafeteria mit ihrer Frau. Und essen dort ein Stück Erdbeertorte.  Und trinken ein Tässchen Kaffee. Mit viel Milchschaum. In den ersten drei Tagen konnten Sie nur Pudding essen und eine klare Suppe, weil Ihnen immer schlecht geworden ist und Sie sich sofort übergeben mussten. Ohne Sauerstoff sind Sie sofort blau angelaufen. Heute ist ihr Gesicht wieder rosig, der Sauerstoffschlauch ist weg.

Heute bei der Entlassung saßen Sie in ihrem Zimmer. Die jetzt schlanken Beine trotzig auf das Sitzbrett des Rollators gelegt.

Auf unser „Guten Morgen!“

antworteten Sie mir mit verkniffenem Mund:

„Was soll daran gut sein? Wie geht es jetzt weiter? Von wem bekomme ich jetzt  meine Tabletten?

Noch freundlich haben wir Sie darauf hingewiesen, dass wir Ihnen die Tabletten für zwei Tage mitgeben und Sie dann zum Hausarzt müssen.

Darauf erwiderten Sie: „Und wer soll zum Hausarzt gehen und  die Rezepte holen?“

Ich: “ Wer auch sonst immer gegangen ist!“

Ihnen schien die Sache jedoch unendlich kompliziert. Nein, die Frau könne nicht, der Sohn müsse arbeiten und der Pflegedienst mache das nicht. Erschöpft haben wir nach endloser  Diskussion aufgegeben und den Brief mit der Bitte um Zusendung der Rezepte dann an den Hausarzt gefaxt.

Sie sagten dann beim Abschied mürrisch: “ Hoffe, ich muss hier nicht wieder rein!“

Danke. Das hoffen wir auch, Herr S.

Dreck and drop

Ja, ich habe ein iphone.  Ja, es wird mein letztes sein. Ja, das wusste ich bereits,  als ich es nur mit dem PC starten konnte. Ja, ich wusste es bereits, als ich es vorher mit einem Stecker meines blauen Billig Ohrrings von Bijou Brigitte anmachen musste. Heute gibt es ja dafür die ach so putzige Stimmgabel.

Und ja, seit heute weiß ich definitiv, dass Apple und ich uns auf ewig hassen werden.

Beim Synchronisieren verschwanden mal eben meine sämtlichen Hörbücher im digitalen Nirwana. Hummeldumm und Co. Einfach weg.  

Nein, lieber Apple Support, sie sind nicht unter Musik gespeichert, nein, auch nicht in der Mediathek.   Wahrscheinlich sind sie in irgendeiner sinnbefreiten Cloud verschwunden. Die Musik dito, die habe ich mühsam durch „Auffüllen“ wieder auf das Handy bekommen.

Von wegen “ einfach durch drag und drop“. Nein, Dreck und drop! Und dann  Ex und Hopp.

Und ja, lieber Apple Support, bitte erzählt mir nicht in gelangweilten Ton für Blöde, wie toll Apple und Itunes ist.

Solange ihr Smartphones mit verschweisstem Akku herstellt, könnt ihr mich mal.

Kreuzweise.

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