Liebe Straßen.NRW,

lieber Herr Pagenkopf, Herr Austmeyer, Herr Pudenz (wozu benötigt der Landesverband drei Geschäftsführer?),

durch Ihre vorauschauende und intelligente Baustellenplanung  haben Sie es mir ermöglicht, auf der A40 jeden Tag auch in den Ferien noch ein Stündchen länger zu verweilen.

Dafür ein dickes Danke schön! Ich nehme endlich mit 40.000 anderen Fahrern am Sommer teil, rieche CO Gase, betrachte die grüne Natur an der A40 und den popelnden Fahrer neben mir. Ohne Sie wäre das nie möglich gewesen! Auch mit meinem Tankwart bin ich endlich per Du und besitze die goldene Kundenkarte. Endlich!

Die Webcam in Höhe Ausfahrt Essen-Holsterhausen, in der man auch zu Hause den Stau gemütlich beobachten kann, ist  eine äußerst sinnvolle,  innovative Einrichtung. Chapeau dafür. Das zeigt Unternehmergeist!  Auch die zeitgleich neue  A40 Baustelle in Mülheim Dümpten macht mir richtig Spaß. Es ist schön,  im ersten Gang zu entschleunigen.

Zu guter Letzt noch ein großes Lob  an die Stadt Oberhausen. Der Beschluß, auch die Mülheimer Strasse  zu sperren,  war  richtig und gut. Ich sehe so endlich die Stadtteile, die ich in Oberhausen stets vernachlässigt habe.

Herzliche Grüße von der A40!

Anna-chie

Kiosk

Kioske sind überlebenswichtig,  jedenfalls hier im Ruhrgebiet. Jedenfalls früher. Lakritzschnecken, Brausepulver, Eßpapier, Capri Sonne, Bild Zeitung,  Wieisset, Wasmachsdu? Es umgibt sie ein Hauch und Geruch von Sozialromantik. Meint man. Heute umgibt sie häufig nur ein Geruch von sieben Tage nicht gewaschen und 3,2 Promille morgens um acht Uhr. Mühsam bahne ich mir den Weg durch einen Pulk eher nicht so vertrauenswürdiger Männer in verschwitzen gelben Unterhemden um Kaugummi zu kaufen. Um letzten Endes 20 Minuten hinter einer Frau zu warten, die   im Bremsstreifen  Jogger mit ungekämmten Nesthaaren ihren Einkauf dort erledigt  zum stolzen Preis von 45 Euro.

Auf dem Weg zur Arbeit fahre ich an einem Kiosk in Kray Leithe vorbei.  Staune, wie voll es da schon um sieben Uhr ist. Horden von Handwerkern versperren mit ihren Scheiß  Sprintern die Kreuzung, Ein-und Ausfahrten um Brötchen und Kaffee zu tanken. Häufig sind auch  um die Uhrzeit die schon angegrauten Plastikstapelstühle besetzt. Kanne Bier auf dem Tisch. Ich gucke dann immer biestig aus dem Auto und überlege, wieso ich arbeiten gehe. Wahrscheinlich um nicht auf dem Stapelstuhl zu enden.

Es gibt eine einfache Regel. Kioske  mit Stühlen meide ich, die ohne sind in Ordnung. Mein Lieblingskiosk ist der auf der Krayer Strasse am Südbad.  Mit seinem   bärtigen lebenserfahrenem Besitzer, der ein T-Shirt trägt mit dem Aufdruck: Kiosk ist Kult. Und tollen Kaffee kocht. Und leckere Brötchen Sonntags verkauft. Und mir das alte Kioskgefühl zurückgibt.

Machmallauter – Weekend – Schatz, Du Arschloch

Ich mochte ihn nie, aber mit diesem Lied und diesen Sätzen hat er mich doch gekriegt!

„Natürlich können meine Kumpels dich leiden
Die kommen nur nicht mehr zu Besuch zu uns beiden
Weil wir sind so schlecht mit dem Bus zu erreichen
Und vielleicht auch, weil du sie beleidigst
Ich frag mich häufig: Womit hab ich so ein Glück verdient?
Das ist wie lebenslanger Urlaub – im Bürgerkrieg
Ich glaub, ich sollte besser lieb zu dir sein
Du bist nicht dick, nein, deine Jeans sind gemein“

There´s nowhere to hide

Die TV Licency ist das britische Pendant zur deutschen GEZ. Jedoch extremer, unverholener. Nach dem Motto: Vor uns versteckt sich keiner!

Wer in England einen Fernseher kauft. muß bei der Zahlung seine Adresse angeben.  Diese Daten gehen dann gleich an die TV Licency. Einige  schlaue Engländer umgehen diese Fußfessel.

David (an der Kasse mit einem neuen Grundig Fernseher).

Verkäufer: „Geben Sie mir bitte ihren Namen und ihre Adresse?“

David: „Joseph Schicklgruber.“

Verkäufer: „Buchstabieren Sie bitte?!“

David: „J-O-S-E-P-H“

Verkäufer: „Nein, den Nachnamen!“

David buchstabiert den Nachnamen. Dreimal. Der Verkäufer gerät ins Schwitzen.

Verkäufer: „Ist das Deutsch?“

David: „Ja, mein Großvater war Österreicher!“

Verkäufer: „Ahhh, ja in Österreich habe ich schon mal Urlaub gemacht.“

Weiter geht es mit der Adresse:

David: „Market Cross 19, Mandela Flat 13, Foula, Shetland Islands.“

Der Verkäufer stutzt, wird mißtrauisch: „Auf den Shetland Inseln wohnen Sie?“

David: “ Ja, ja,  London ist mir zu laut und unruhig.“

Verkäufer, lauernd: „Geben Sie mit den ZIP Code?“

David (ist vorbereitet): “ ZE2 9PN“

Geschafft!

Funktioniert übrigens auch mit Frederick Flintstone, Dan Tisst, John Gleur.

TV

Kleinfunk

Britisches  Radio und Rundfunkstationen gibt es selbst auf den kleinsten Inseln im weißrotblauen Union Jack Königreich.

Ein witziges Beispiel ist die Shetland Islands Broadcasting Company kurz SIBC genannt. 

Ein Auszug aus den heutigen aktuellen Nachrichten:

Ein grünes Mountainbike wurde vom Nathan Wood Spielplatz entwendet. Wer es sieht, bitte den Eigentümer anrufen unter 12345678. Aber bitte erst nach 14 Uhr, denn bis dahin ist Victor noch in der Schule.

Weiter geht es mit:

Auf dem Gehöft von Farmer Carter  wurde heute ein kleines Lamm geboren. Die Mutter Dolly ist wohlauf.

Die Telefonzelle in der Churchstreet ist defekt und wird bis Freitag repariert.

Gefolgt von einem Aufruf für den Kirchenbasar am Samstag mit der Bitte  Kuchen zu backen.

In dieser Woche wurden 1200 Boxen Weiß Fisch gefangen, sehr gute Quote.

Zum Schluss wird noch Mrs. Weller gratuliert, die heute 80 Jahre alt wird. Sie feiert heute ab 16 Uhr. Der Besuch wird gebeten durch die Hintertür zu kommen, da die vordere Tür gestern frisch gestrichen wurde.

Heile Inselwelt!

Das Ende vom Lied

Episode 1:

Heute auf der Visite, Zimmer 2.
Ein 83jähriger Patient, liegt im Bett, absolut immobil. Mir ist allerdings nicht klar wieso. Er meint, dass er vor einer Woche noch gelaufen sei. Ich gucke mir die dünnen atrophischen Beine an. Und finde das unwahrscheinlich.
Es klopft. Die 20 Jahre jüngere Ehefrau in einem bunten Sommerkleid segelt herein. Ich frage sie, wann ihr Mann zuletzt  gelaufen sei.
Sie (winkt ab): “ Ach, der ist schon seit Jahren nicht gelaufen! Hat Pflegestufe 2 seit fünf Monaten. Er geht mit dem Rollator zum Klo, maximal!“

Er (prostestiert): „Stimmt gar nicht!“
Sie: „Erzähl nix. Du bist noch nie gerne gelaufen. Sogar zum Bäcker bist du damals immer mit dem Auto gefahren. Und der war nur eine Minute entfernt. Und mussest  direkt davor parken. Du hast dich nie gerne bewegt!!

Er (wütend, bekommt einen schmalen Mund): „ Hab ja auch lange genug für Dich gearbeitet!  Wolltest ja immer weit weg in den Urlaub. War dir ja nichts gut genug!“

Die Stimmen werden lauter. Dem ist nichts hinzufügen. Ich entferne mich aus dem Zimmer.

Episode 2:

Gestern beim Italiener (der mit dem leckeren Pfirsich Prosecco).
Moni und ich sitzen draußen. Noch bestimmt zehn Tische  frei.

Es tapert ein älteres Ehepaar heran. Sie hat die  schicke Ausgeh Bluse an und trägt die guten Ohrringe. Er die Trekking Sandalen mit Klettverschluss an den ödematösen Füßen. Dazu eine graue Autofahrer Hose.

Sie möchte gerne neben dem großen Olivenbaum sitzen.

Er: „Nee, da kommt doch die Sonne rüber.“

Gut.  Die Frau steuert einen Platz neben dem Oleander an.

Er: „Nee, da sieht uns kein Kellner!“

Weiter geht das Tischroulette.

Auch der Tisch neben dem Eingang ist nicht genehm. Zu viele Gäste, die an dem Tisch vorbei laufen könnten!

Das Ende vom Lied:

Er will drinnen sitzen. Sie gibt  seufzend nach. Guckt ihn an wie saure Milch. Die guten Ohrringe hängen traurig runter.

Das Ende vom Liebeslied.

Zeitdiebe

Bitte klaut mir nicht meine Lebenszeit:

– wenn ihr bei Penny an der Kasse steht, erst kurz vorher umständlich euer Portemonnaie herauskramt, stundenlang nach MomentichhabeespassendKleingeld grabt.

– wenn ihr euren beladenen Einkaufswagen breit in den Gang stellt, wenn ihr was sucht. Ich kicke ihn ungerührt 100 Meter! weiter, wenn ich nicht dran vorbei komme. Glaubtesmir.

– wenn ihr mit Tempo 50! auf die Autobahn schleicht, das heißt Beschleunigungsspur. Nicht Entschleunigung.

– vor grünen Ampeln abzubremsen steigert nicht gerade meine Laune.

– auch holländische LKWs, die versuchen, sich über eine 2,20! Meter schmale Spur zu quetschen, es dann doch nicht schaffen und umständlich wenden, brauche ich morgens nicht.

– trödelt bitte nicht in einer geschlossenen Viererreihe auf dem Bürgersteig vor mir her und bleibt abrupt stehen. Ihr seid nicht alleine auf der Welt.

– rückwärts einparken in 50! Zügen nervt (wenn ich hinter euch stehe, aber sonst auch).

– im Stau müßt ihr nicht 30! Meter Abstand auf euren Vordermann halten, so dass sich jeder holländische Rübenlaster in die Lücke quetschen kann.

– an Waschanlagen für Euren alten Vectra das komplette Blitzeblank Programm mit Diamanten Unterbodenwäsche zu wählen ist Euer gutes Recht. Keine Frage. Aber bitte nach Beendigung des Endlos Programms zügig! einsteigen und zügig! wegfahren. Bitte nicht dreimal ums Auto herumlaufen und nach Kratzern suchen.

Danke! Das war es schon.