Nein/11

Sorry Leute, ich kann es nicht mehr hören und sehen und ich bin froh, dass heute der 12. ist!
Besser als sinnsucht kann man es nicht ausdrücken und niederschreiben.
Ja, ja, es war schlimm und wir wissen alle, wo wir am 11.9 2001 waren.
Aber meine lieben imperialistischen amerikanischen Freunde: Wenn man ständig in andere Länder in Cowboy Manier Krieg trägt, muß man sich nicht wundern, wenn zurückgeschlagen wird.
Das dann auch amerikanische unschuldige „Zivilisten“ sterben, wundert Euch das?
Ein paar Fakten:
getötete Amerikaner 9/11: 2753
getötete Iraker: 151.000 und 6000 Soldaten.
Insgesamt haben die Amerikaner in 200 Jahren 21 Kriege, ob erklärt oder unerklärt, geführt.
Ich habe bis heute noch keine empathischen Berichte, Bilder und Filme von getöteten irakischen Müttern, Vätern und Kindern gesehen und gelesen.

Blumen und Schlangen in Koblenz

Gestern auf der Buga in Koblenz oder wie mein Trainer zu sagen pflegt, bei den Gartenjogis.

Tja, wie sollichesnursagen. Schley in Essen hat mehr zu bieten.

Liebe Bugaverantwortliche: Eine Buga besteht mehr als aus Beeten, es gibt auch mehr als rote Rosen und Geranien. Man ist in einer guten Stunde durch, wenn man laaangsam macht. Die großen Mikadohaufen waren  nett, aber da ist die Gruga in Essen  Euch um Längen voraus, auch wenn Ihr noch jung seit.
Die Seilbahnfahrt über den Rhein ist allerdings eine echtes Erlebnis!

Ein Erlebnis auch die 300!! Meter lange Schlange bei der Rückfahrt und auch die Vorpfuscher, ggrrrrr, aber Michael aus Frankfurt, übrigens ein gebürtiger Essener, der in der Schlange vor mir stand, hat alle Pfuscher weggebissen. Die Pfuscher sind ja unglaublich, tun so, als würden sie nicht hören. Michael meinte zu einer mittelaltrigen Frau:“ Falls Sie es wagen, sich vor mich zu stellen, werde ich sehr, aber auch sehr ungemütlich. Das wollen Sie nicht erleben..“ Die Frau verschwand schnell  ins Vorpfuschnirwana, ja ja die Essener unter sich gegen den Rest der Welt!

Zum Thema Service: Sorry liebe Koblenzer, ich habe noch nie so viele unfreundliche Kellner, Eismänner und sonstiges Servicepersonal auf einem Haufen erlebt.  Auf ein“ Ruckzuck Frühstück“ bestehend aus einem Brötchen  warteten wir mal eben eine halbe Stunde in einem leerem Lokal. Koblenzer Tempo?

In einem Weinbistro auf der Festung weigerte sich eine pampige Kellnerin uns zu bedienen, weil wir den Tisch in den Schatten geschoben hatten, am Parkplatz wurde man barsch angesprochen („Eeeh links, ja danke, wir sind keine Viehherde, Blödmann), der Eismann warf einem das Eis wortlos hin.  Wenn Ihr keinen Bock auf Euren Job habt, dann lasst es doch einfach bleiben.  Übrigens bestand bei der Buga durchaus die Gefahr bei dreißig Grad in Schatten zu verdursten, Sitzplätze auf den öden Rasenflächen waren Mangelware, genauso wie Getränkestände. Die einzigsten waren von fünfzig Meter langen Schlangen belagert!

Am deutschen Eck hingegen wehte ein schöner Wind und wir schauten auf den grünen Rhein und die blaue Mosel, bewunderten schnelle Motorboote, herrlich, dazu heißer heißer Sonnenschein. Das wird mir in Erinnerung bleiben!

Zum Abschluß noch ein Glas Pfirsichprosecco im Acquario in Essen (serviert von netten Kellnern, jaja, es geht auch anders) und ein interessanter, maunziger, sonnenglühender Tag mit Sonnenbrand auf der Nase war zu Ende.

Bilder von La Bära, 😉

These people fucked me over

Ich las gerade einen ausführlichen Bericht über Carol Bartz. Sie war die ehemalige Yahoo Chefin. Bartz wurde per Telefon  gefeuert. Der Verwaltungschef Bostock  hatte ihr telefonisch ein von Anwälten vorbereitetes Kündigungsschreiben vorgelesen. Bartz reagierte daraufhin mit „Warum hast du nicht die Eier, es mir selbst zu sagen?“ Dann habe sie gesagt: „Ich hab’s kapiert.“ Und: „Ich dachte, du hättest mehr Klasse!“ Anscheinend nicht…

Und zum Schluß bilanziert sie öffentlich:  „These people fucked me over.“

Genau liebe Carol, leider gibt es keine Trennungskultur mehr.  Da wird feige per SMS Schluß gemacht, da wird nach langjähriger Beziehung einfach gegangen und nach ein paar Tagen eine Trennungsmail geschickt. In  Ägypten besteht die rechtliche  Möglichkeit, sich per SMS scheiden zu lassen. Sei froh, dass Du wenigestens angerufen wurdest!

Viele „Menschen“ haben leider keine Eier, dies face to face zu machen. Vielleicht ist Deine Entschädigung von sieben Millionen Euro Dir ein kleines Trostpflaster, aber manchmal hilft auch das nicht. Kopf hoch, es wird schnell besser werden!
Thx to Süddeutsche!

Bild von Fotopedia und Dr.EOS thx!

14 Prozent

Was fällt Euch zu 14 Prozent ein? Bis gestern wäre mir dazu ein leckerer Rotwein oder ein fettarmer Camembert eingefallen.

Seit heute fällt mir dazu die  Steigung auf dem Laufband ein. Maik „wann Du nicht mehr kannst, dass sage ich“, hatte die glorreiche Idee beim Training das Band heute auf 14 Prozent hochzupumpen.

Tolle Idee, ich lebe nicht im Allgäu sondern im platten Ruhrgebiet. Ich kenne und brauche solche Steigungen nicht, nein, nein, nein, definitiv nicht! Ich muß keine Kühe auf die Alm treiben.

Maik meinte nach einer Minute: „Und, wie ist es?“

Ich: „…..§&%!!!“

Zu 14 prozentiger Steigung findet man im Netz nur Artikel,  in denen blumig beschrieben wird, wie das Auto!!!! an so einer Steigung verreckt ist.

Bild: geoterranaute, thx!

1000 Hähne in Haan

Gestern in Haan, einer kleinen Stadt zwischen Wuppertal und Düsseldorf. Im Gegensatz zum Ruhrgebiet wohltuend ruhig, prachtvolle alte Stadtvillen, die ich dort nie vermutet hätte.

Im Rahmen des Haaner Sommerfestes haben wir uns ein Kunstprojekt angeschaut. Ottmar Hörl hat 1000 goldene lebensgroße Plastikhähne in einem großen Park aus- und aufgestellt. Sehenswert. Wer möchte, kann einen Hahn auch käuflich vor Ort erwerben. Mir hat der pinke Plastikhase im Verkaufszelt  dort aber besser gefallen…

Illusion

Heute auf der Station. Ein Käffchen in Ehren mit der Pflege ist doch was Feines, dazu Brötchen mit Käse und Tomate, das macht die Arbeit doch erträglich.

Katja (im vierten Monat schwanger): „Am Montag gehe ich zum Ultraschall. Vielleicht weiß ich dann endlich, ob es Junge oder Mädchen wird.“

Ich:“ Manchmal ist das echt schwierig, wenn die Kinder sich drehen.“

Katja: „Ja, die Ärztin meinte, manchmal sei der Penis auch eine Illusion und dann sei es doch ein Mädchen.“

Muhahahahaha, schallendes Gelächter von fünf Frauen (der einzige Mann war klugerweise  vorher geflüchtet).

Ja, ja, Penis und lllusion, das gibt bei google  4.950.000 Ergebnisse!

Check

Kennt Ihr das? Ihr steht morgens vor dem Spiegel und schaut Euch an.  Ihr seht vielleicht eine Falte, die gestern noch nicht da war.

Ihr fragt Euch, was Ihr in Eurem Leben alles so geschafft habt und wieso Ihr so lebt, wie Ihr jetzt lebt.

Eigentlich (wie ich dieses Wort hasse), sollte man (auch so ein Unwort) in meinem Alter ein eigenes Haus, Mann und zwei Kinder haben, die Finja und Julius heißen, dazu ein Familien SUV, zweimal im Jahr in Urlaub, Sonntags zur Schwiegermutter zum Kaffee.

Gut dann fange ich mal an, mein Leben zu checken.  Schule ganz gut erledigt, Mathe na ja, aus dem Kunstunterricht geworfen worden,  gegen ungerechte Lehrer vorgegangen, cholerische Lehrer gehasst, ehrgeizig im Tischtennis, Schwimmen, Handball, schlecht in Gymnastik und im Waldlauf, gut check.

Studium gut durchlaufen, keine illegalen Drogen konsumiert.  Viel, viel gearbeitet, massig Bereitschaftsdienste, 48 Stunden ohne Schlaf ausgekommen ohne delirant zu werden, dabei vollgekotzt und vollgeblutet worden, Menschen sterben sehen, Angehörige weinen sehen, getröstet, distanziert, härter geworden,die Oberlippe schmaler, die Hüften breiter, check.

Zu weiche Chefs gehasst, gut, check. Nette Kollegen gehabt, viel gelernt, Menschen schnell, auch zu schnell durchschaut. Zu lieb, zu nett, zu ungeduldig gewesen.  Häufig die Stelle gewechselt, um den Facharzt zu bekommen. In der Psychiatrie gearbeitet und schnell wieder gegangen. Eine Praxis hochgezogen, Menschen entlassen, selbst gekündigt, viel Arbeit und Ideen in die Praxis gesteckt und mit einem Regress und schlaflosen Nächten rausgekommen, check.  Meine Rechte verteidigt. Viele Op´s, einige große Narben, wieder gesund geworden, gut, check. Mich vom ältesten Freund getrennt, wieder versöhnt. Freundeskreis aufgebaut und gepflegt, gut check. Viele Konzerte, in einem Konzert dreimal hintereinander und in der ersten Reihe, yeeaah, gut, check. 10 Kilo zugenommen und wieder abgenommen. Zu viel und zu schnell Auto gefahren. Laut Musik gehört, falsch gesungen. Viel gelesen, Blumen gepflanzt, viele Cocktails getrunken, Kaffee kalt werden lassen, 1000 Lippenstifte und Ohrringe gekauft, Sport gemacht, Sport nicht gemacht, gereist, Steine und Muscheln gesammelt, von Menschen enttäuscht worden, selbst Menschen enttäuscht. Mich von Männern getrennt, selbst verlassen worden, check. Tränen geweint, Tränen gelacht, gestritten.

Wenn ich mich jetzt wieder im Spiegel anschaue, grinse ich und denke: Gut gemacht! Check!

    Bild von Aah-Yeah , thx!