Zurück in die Vergangenheit

Es gibt ja so Tage im Leben, wo mich die Vergangenheit einholt. Diesmal war es ein richtiger Vergangenheits“cluster“.

Vergangenheit, ein seltsames Wort. „Vorwärts immer, rückwärts nimmer.“  Zurück schaue ich nur auf schöne Ereignisse. In einer Kneipe habe ich gestern zufällig eine alte Freundin wiedergefunden. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes hängt um ihren Hals ein gespaltenes Holzherz.

Als ich nach Hause kam, hatte ich eine mail von Georg, einem meiner allerersten Kollegen, im Posteingang.  Georg, immer aufmüpfig, morgens immer zu spät, nie chefhörig, arrogant wirkend,  kannte tolle Lokale in Bochum, hat viel geraucht und einen Riesen Honda Geländewagen gefahren. Wir haben uns ewig nicht gesehen und jetzt die mail. Sofort lasse ich alle beruflichen Stationen in meinem Kopf Revue passieren.

Dann heute Abend ein absolutes flashback. Treffen mit meinem letzten „richtigen“ Chef und allen, die ich sechs Jahre nicht gesehen habe. Frauke, die jetzt lange Haare hat, Marija, die immer noch lange Haare hat, Brigitte, die immer seltsame Bekanntschaften im Aldi macht, Chef, der mir mal wieder ein Taschentuch geben musste, Justine, die genauso wie ich heißt.

Sofort war die alte Vertrautheit wieder da bei scharfer Currywurst und Weizenbier. Als wäre ich nie weggewesen.

Beim Abschied  habe ich dann noch meinen“ alten“ Kellner aus dem Stilbruch wiedergetroffen.

Uff, ganz schön viel Vergangenheit  in der Gegenwart, aber es ist nie zu spät für eine schöne Vergangenheit. Von Philosophiabära 😉

       Bild von finemsequi.

Rote Stiefel

Nach einer tollen erfolgreichen Arbeitswoche mußte ein Mädelsabend  sein.

Diesmal sollte es nach Düsseldorf, an die längste Theke der Welt, gehen.
Nach einer Stunde trotz Interregio waren wir auch schon da. In Berlin geht das aber mal ein bißchen flotter.

Zu viert haben haben wir uns am Kommödchen getroffen. Auf die Frage nach dem Weg dorthin antwortete eine junge blonde Düsseldooferin:

„Nö, Kommödchen, was soll das sein? Ein neuer Laden? Nie gehört.“
Noch Fragen? Ist ja immer wieder schön, wenn Vorurteile bestätigt werden…

Wir haben dann am Infopoint nachgefragt. Ein freundlicher lächelnder Mitarbeiter fragte uns : „Wollen Sie einen Weg mit vielen oder wenigen Menschen?“

Wir haben uns für den leeren Weg entschieden, auch ein Kriterium ;-).

Ab ging es in die erste Kneipe zum Alttrinken.


Dort konnte bzw. mußte man die Erdnusschalen auf den Boden werfen. Die männliche Auswahl war dort, wie soll ich es sagen, eher bescheiden. Zwei Schnäuzer mit einem IQ von 70 zusammen, aaaargh. Um so mehr Zeit für viel Frauengequatsche.
Danach ging es Tapas essen und zum absoluten Höhepunkt: Schuhe kaufen: Und zwar knallrote Lederstiefel!

Anschließend war  Süßigkeiten gucken angesagt. Zum Absacker war der Eisbär  eine gute Wahl. Gute alte Rockmusik mit Altbier unterm Heizstrahler, was will LaBaera mehr, dann ab in die Bahn nach Essen und ein schöner Seelenfutterabend war mal wieder zu Ende.