Zetteltag

Heute morgen beim Laufen. Bei meiner Bäckerei Bruns , die jetzt für immer zu hat, hängt im Schaufenster ein gemaltes Buntstiftbild von der kleinen Elin. Dazu hat sie mühsam geschrieben, das immer alles lecker geschmeckt hat. Elin hat einen Bäcker samt Theke dazu gemalt. Bei Bäcker Bruns gab es immer Apfelkuchen, der für hungrige Bergleute bestimmt war. Ein Stück machte für eine Woche satt und zwar komplett.

An meiner Eisdiele gegenüber hängt auch  ein Zettel: „Wir haben die Eiszeit beendet.“

Ich grüble: „Macht meine Diele jetzt auch für  immer zu?“ Oder heißt es, dass es Frühling ist?

Ich entscheide mich die zweite angenehmere Version. Es riecht nach Frühling, nicht mehr zu übersehen, nicht mehr zu überhören.

Ich habe gestern knallgelbe Hornveilchen gepflanzt.

Meine Pfefferminze, die ich in  einem 99 Cent Topf bei Rewe gekauft habe, hat den Winter im Garten gut überlebt und ist fast einen Meter lang. Mutante?  Die ist übrigens nicht für Tee, sondern für Mojito!

Meinem Teichkrokodil scheint es auch gut zu gehen.

Meine englische Primel blüht bereits.

Ich setze mich  auf die Treppe, halte mein Gesicht in die Sonne.

Alles gut 😉

Fast drüber weg

Genau, so langsam wird es besser. Es ist nicht mehr, es war. Düsseldorf tut nicht mehr weh. Die Abfahrt Essen-Bergerhausen nur noch ein bißchen. Alte Wege gehen wieder besser. Sein Büro steht leer, ich gehe nicht rein. Da sind noch seine Fußabdrücke an der Wand, wo der Schreibtisch gestanden hat. Wenn ich Suzukis sehe, zucke ich noch manchmal zusammen.  Milchreis mag ich nicht mehr essen. Kinderschokolade auchnichtmehr, *grummel*. Aber Sushi und Sekt geht gut.

Was hilft nach einer Trennung?
Machen!   Party machen. Sport machen, Urlaub machen, arbeiten, nachdenken, neu orientieren, Musik hören.  Neue Leute treffen. Und langsam wird es besser und entfernt sich immer mehr aus Deinem Kopf.

Und Ina Müller hören, danke Christian, Du hast mich drauf gebracht, auch wenn Du mir mehr  in den Ausschnitt als in mein Gesicht geguckt hast ;-). Fast drüber weg.

Moppen

Das  Moppenfrodolordlodicuslodengaloppel ist nicht mehr da- ich werde deine großen Pfoten, dein Fellherz, dein Gähnen, deinen dicken Kopf, der immer in den Kühlschrank eintauchte, wenn man die Tür öffnete,  vermissen.

Ich wünsche Dir  2000000000000 Gramm Mortadella feingeschnitten (die von Aldi aber ohne Pistazien), ganz viel Ballas und keine Schmerzen mehr.

Sätze

Sätze, die ich 2012 nicht mehr hören möchte:

1. „Es muss noch mal richtig Winter werden!“  Sicher, wenn ich nicht zur Arbeit fahren muss, sitze ich gerne im Iglu.

2. „Mit geschickter Planung von Brückentagen können Sie in diesem Jahr 1234 Tage Urlaub nehmen.“  Kannesnichtmehrhörn!

3. “ Wein muss atmen“.  Hä?

4. „Haben Sie reserviert?“ NEIN! Von 30 Tischen sind geschätzte 29 frei.

5. „Sie haben aber trockene Haare“.  Mein zweiter Name ist Sah(a)ra

6. „Ich habe Ihnen nur die Spitzen geschnitten“ Kreischalarm! Beim Blick in den Spiegel sieht Skunk Anansie aus wie ein Langhaarmodel.

7. „Ich bin Schmuckdesignerin“  Nee, is klar…

8. „So kann meine Mutter/Vater/Oma/Opa nicht entlassen werden.“   Wie denn sonst?

9. „Wo muß ich denn hin?“  Hab ich eine Kristallkugel?

10. „Wir danken für Ihr Verständnis.“ Klar, stehe gerne vier Jahre jeden Tag im Stau. Jederzeit wieder!

11. „Da können Sie mal so richtig die Seele baumeln lassen.“ Meine Seele muß nicht baumeln, dazu ist das Leben zu kurz.

12.  „Ich habe bestimmt ein börn aut“. “ Nee, Du bist einfach zu langsam und zu blöd zum Arbeiten.

Silvester

Alle gut reingerutscht? Verluste zu beklagen? Katerkopfschmerz? Hangover? Amnesie für irgendwelche Vorgänge?
Mein Silvester war auf  der nach oben offenen Böller Skala eine glatte Eins.
Da Silvester ja immer ein Taxidesaster besteht, habe ich mir dekadenterweise ein Hotelzimmer in Rüttenscheid gebucht. Auf das Frühstück am 1.1. mit Rührei und frischem Kaffee habe ich mich schon gefreut. Angekommen im Hotel bemerkte der Rezeptionist:  „Sie wissen ja, dass es morgen kein Frühstück gibt. Das Cafe hat morgen zu!“
Na, das geht ja schon gut los.
Egal, das Zimmer war Klasse. Altbau,  schon nach gefühlten fünf Stockwerken zu erreichen, aber ich bin ja jetzt trainiert…Dann erstmal warm getanzt zu Billy Joel, das Jahr Revue passieren lassen und mich einfach nur aufs Feiern gefreut!
Im Cabalou angekommen, war dort bereits die Bredeneyer oderwasauchimmer Haute-Volée versammelt.
Diese besteht aus blonden Frauen in engen schwarzen Kleidern, high heels und taxierenden Blicken in Begleitung ihrer reichen, kleinen,  mageren, glatzköpfigen Männer.
Wir waren die einzigen dort mit dunklen Haaren und ohne rotsohlige Laboutin Schuhe, was der guten Laune aber keinen Abbruch tat.


Nach Vorglühen mit Prosecco  Martini rosee (übrigens eine leckere Kombination) Rotwein und Weizenbier (keine gute Kombination), Stärkung mit Zanderfilet, kanarischen Kartoffeln, Roastbeef und natürlich „meiner“ Creme brulee ging es auf die Tanzfläche. Überall Arme in der Luft, lachende verschwitzte Gesichter und gute Stimmung.


Um 0 Uhr knallten wir alle auf der Rüttenscheider Straße die bösen Geister in die Luft und freuten uns auf ein tolles 2012!

Ich liebe Neujahr. Es ist, als liege ein weißes unbeschriebenes Blatt Papier vor mir und ich habe es in der Hand, ein schönes Bild zu malen spricht die Poeticabära 😉

Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren ist wie zwischen den Stühlen. Eine seltsame Zeit. Das alte Jahr ist  schon fast um, das neue noch nicht da. Gerade war noch Weihnachten, und schon steht Silvester vor der Tür.
Heute auf der Autobahn hatte ich endlich freie Fahrt. Die Tiefgarage halb leer. In den Krankenhausfluren war es hektisch, aber nicht so unruhig wie sonst. Auf meinem Schreibtisch lag ein Tannenzweig, daran ein Schokomond und ein silberner Holzstern. Mein Nikolaus stand noch freundlich lächelnd und nicht angefressen  auf meinem Schreibtisch. Die Kollegen liefen alle blaßgesichtig und etwas emotional verkatert durch den Tag. Bei der Visite konnte ich mir heute nie das Datum merken. In der NRZ gab es schon wieder die ersten Diätvorschläge: „Essen Sie mehr Gemüse und lassen Sie die Kroketten weg.“ wird von einer verknitterten Ökotrophologin gepredigt. Auf der Station hängt schon eine Einladung für eine Karnevalsfeier. Ich gehe als hepatitisgelbe  Marge Simpson oder als Zahnpastatube, mal gucken. Die ersten Urlaubspläne werden geschmiedet. Wie immer gibt es die Kollegen, die alle Brückentage schon aus dem Effeff beherrschen. Mauritius wäre toll oder  Südafrika, die garden route. Oder Hawaii?  Oder endlich mal ins  Sauerland?? ;-).

Alles wie immer zwischen den Jahren!

Bild von Dirk Gently, Danke schön!