Bissu auch auf facebook?

Heute wieder: „Bissu auch auf facebook? Kann ich Dich darüber kontaktieren?“

„Nein! Kannsunicht! Binichnicht.“

Ich bin nicht auf facebook und werde dort nie sein!  Ich bin auch nicht auf xing! Ich bin auch nicht bei Twitter!

Zeige mir bitte jemand , der durch xing eine Stelle gefunden hat.

Ich bin will nicht geliked, geaddet, gestupst und was auch immer werden. Ich  lasse mir meinen Kopf nicht durch digitalen Internetmüll mit achsowitzigen Videos  und unwichtigen statements verseuchen.

Und auf tausendvierhundertdreißig super  Facebookfreude kann ich dankend verzichten.

Ende der Diskussion!

Danke!

Martinbjörnundich

Bein Packen der Umzugskartons ist mir ein verblasstes Polaroid in die Hände gefallen. Darauf sind Martin, Björn und ich zu sehen. Wir sitzen auf einer Holzbank vor dem Colosseum in Essen. Damals war Tag der offenen Tür bei „Elisabeth – das  Musical“. Martin mit Stehhaaren, breit grinsend und Jeansjacke im Vordergrund, dahinter Björn mit wenig Haaren und weißer Jacke, und dann ich mit schwarzem T-Shirt und komischer Frisur.

Wir waren sehr enge Freunde. Heute sind wir nichts mehr.

Martin habe ich auf der Arbeit kennengelernt, Björn war sein Freund. Tolle Parties mit beiden, Silvester, Geburtstage, Halloween, Weihnachtsmarkt in Bochum, Martin, der Dekofreak, Björn, der Autofreak, Björns kleines rotes Auto, Martins gelbgrüner Almera mit der grossen E.T. Plüschfigur drin, die auf einem Eimer hinten saß und sorgfältig angeschnallt war,  Martin im Luise Koschinsky Kostüm mit riesigem Kunstbusen und blonder Perücke zu Karneval, Martins Vater, der Cola mitgebracht hatte, die komisch schmeckte (kein Wunder, war Rum drin), Martin, der mich zu meinem ersten und auch letztem Piercing nach Bochum begleitet hat.  Martin, der mit mir zur Gemüsescheune gefahren ist und auf die Cranger Kirmes, wo mir schlecht geworden ist vom Karussell fahren. Martin und ich dreimal auf einem Anastacia Konzert, zweimal in der ersten Reihe. Nach dem Konzert sind wir nicht mehr aus dem Parkhaus gekommen und sind die Auffahrt einfach runtergefahren. Martinbjörnundich zusammen auf der Couch und „Scream“ geguckt und mich fürchterlich erschreckt, als Martin mir plötzlich in die Seite gepiekt hat.

Dann  die Wohnung in der Lstrasse, dann später in der Stre.strasse, Frühstücken in Bochum im Orlando, Frühstücken bei mir in der Antropstrasse, wo ich extra für Martin Käse gekauft habe (und Martin hasste Käse, hatte ich vergessen).

Dann die letzte Wohnung der beiden in der Strasse, deren Namen ich vergessen habe. Die Wohnung war die letzte Wohnung der beiden und roch nach Verderben. Als wäre jemand darin gestorben und vergessen worden. Martin damals mit langen Haaren und extrem gestresst. Dann die Trennung der beiden und auch von uns drei.

Björn habe ich noch einmal gesehen, er hatte Kuchenteilchen mitgebracht, trug einen tollen Mantel  und schien glücklich zu sein.

Martin habe ich zuletzt in Berlin gesehen, er mit seinem neuen Partner, ich ohne Partner, aber mit seinem Expartner, wir haben beide verfroren in der Eiseskälte unter einem Heizpilz gestanden, viel geredet ohne das es was genützt hat und sind nach einer dreiviertel Stunde auseinandergegangen. Wir haben uns beide nicht mehr verstanden und nicht mehr gekannt. Im Hotel habe ich dann ein Handyfoto nachts um vier Uhr von mir gemacht, da bin ich blass und traurig.

Aus Freunden werden Erinnerungen und verblasste Polaroids.

Malreinhören- Sounds from beneath


Mikhail Karakis, ein britisch-griechischer Künstler hat zusammen mit dem Künstler Uriel Orlow und einem britischen Zechenchor eine ungewöhnliche audio-visuelle Installation produziert: Sounds von Beneath.
Eine stillgelegte Zeche in East Kent, einst mit Arbeitern, Maschinen und Alltagslärm besiedelt, verwandelt sich durch den Chor mit teils bedrohlichen Tönen von Zügen, Hackgeräuschen, Explosionen und Maschinentönen wieder in den alten Ort zurück. Was für ein zehrendes, anstrengendes Leben.
Da kann ich den Bergarbeitern nur Glück auf wünschen!

Nichtreingehen – Prometheus

Das ist mit Abstand der ärgerlichste Film dieses Jahres. Das Prequel von Alien. 17 Wissenschaftler mit einem gemeinsamen IQ von 90 fliegen mit dem Forschungsschiff Prometheus um die Konstrukteure der Menschheit zu finden. Nicht wissend, das gerade diese die Menschheit wieder ausrotten wollen.
Das Drehbuch ist voller Unstimmigkeiten und schwarzer Logiklöcher, die mir Gänsehaut bereitet haben. Die philosophischen Beiträge sind nur angeschnitten und taugen bestenfalls für ein Kinderbuch. Der Film ist leider ein maues Popcorn-Kino geworden, das durch den Mischmasch aus Anspruch, Horror und Charakterspiel auf keiner Ebene funktioniert. Besonders lachhaft die Szene in der Noomi Rapace sich durch einen OP Roboter von ihrem Alien Fetus befreien lässt. Eine Minute nach der OP ist sie natürlich wieder kampfbereit. Auch schleppt die Crew völlig angstbefreit einen Alien Kopf mit ins Raumschiff, typisch Amis, können von nichts die Finger lassen! Und wie kann man den 45 jährigen Guy Pearce nur auf einen 90 jährigen Mann schminken? Da geht die goldene Himbeere diesmal glatt an den Maskenbildner.
Einzig und allein die CGI-Effekte setzen neue Maßstäbe.
Michael Fassbender als Android David und Charlize Theron sind die menschlichen Lichtblicke.
Ach Ridley Scott, was hätte man aus diesem Film machen können mit einem gescheiten Drehbuch…

Michael Fassbender

Malgucken – Welcome to winter! Burton – 13:

Von dem Team, das Standing Sideways gebracht, kommt das neueste faszinierende Snowboard-Kino von Burton Snowboards. 13 state-of-the-art-Kameras präsentieren die Top-Snowboarder an exotischen Orten rund um den Globus, einschließlich Whistler, Alaska, Lake Tahoe, Northstar-at-Tahoe, Heavenly, Sun Valley und Europa. Mit Danny Davis, Mikkel Bang, John Jackson, Mark Sollors, Mikey Rencz, Jussi Oksanen, Terje Haakonsen, Jeremy Jones (haach, sehr, sehr nett), Zak Hale, Ethan Deiss, Seppe Smits, Werni Stock, Roope Tonteri und viele mehr.

13: erscheint am 17. September. Hier der Trailer dazu. Die Erdanziehungskraft scheint für die snowboarder nicht mehr zu existieren. Da werden mal Tannen und Hauswände gejibbt. Ichwilldasauchkönnen!

Die Mafia sitzt in Italien, die GEMA in München

Der IT-Rechtsprofessor Thomas Hoeren aus Münster hat die Gema mit der Mafia verglichen.  Die Gema reagierte daraufhin mit einer Abmahnung. Mit was auch sonst…

Hoeren berichtigte sich darauf : „Die Mafia agiert aus Italien, die Gema aus München.“

Thomas Hoeren, der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster, hat von ‚mafiösen‘ Strukturen bei der  Gema gesprochen.
Er sagte in einem Interview : „Die gesamte Konstruktion zwischen Urhebern, Verwertern und Nutzern ist seit längerer Zeit komplett aus den Fugen geraten. Das Urheberrecht will und soll ein Recht der Kreativen sein, es ist aber längst ein reines Wirtschaftsrecht der Verwerter. (…)
Die Musiklabel etwa haben irgendwann entdeckt, dass die Gema über eine Sonderkonstruktion aus den Dreißigerjahren, die ausnahmsweise angewandt wurde, nicht nur Geld an Komponisten, sondern auch an Musikverlage ausgeschüttet hat. (…)
Man darf den Einfluss von bestimmten Unternehmen der Unterhaltungsindustrie nicht unterschätzen, und man muss außerdem wissen, dass es damals innerhalb der Gema ‚mafiöse‘ Strukturen gab, die die Gema noch bis heute beherrschen.“

Nach dem Interview hatte die Gema ihm während seines Urlaubs in Island  eine Abmahnung zugeschickt und ihn zur Abgabe einer Unterlassungserklärung hinsichtlich des Wortes „mafiös“ aufgefordert hatte.

Hoeren: „Nun ist es schwierig, in Nordisland angemessen auf eine solche Schrift zu reagieren. Auch ist der Zusammenhang zwischen ‚Mafia‘ und ‚mafiös‘ nicht offensichtlich. Nun gut – sei es drum.

Die Gema hat natürlich nichts mit der Mafia zu tun.

Es gibt da viele Unterschiede, unter anderem agiert die Mafia von Italien, die Gema von München aus, schneidet Abtrünnigen Finger ab (ist mir als Praxis bei der Gema unbekannt); ist/war die Mafia in unerlaubte Prostitution, Mord, Geldwäsche verwickelt, die Gema nicht.“

Gut pariert Herr Hoeren! Immer schön den Gegner totlächeln 😉

Via golem, thx!

Olympiade 2012 London

Was habe ich denn von der Olympiade in London im Kopf und im Herz behalten?

Die kraftvollen Ruderer, die genialen Beachvolleyballa, Hulk Hartings Hürdenlauf, die jammernden Schwimmer, die dummschwätzende Franziska van Almsick, die verwirrten Kampfrichter, den hypertrophen arroganten Usain Bolt (jaja, er kann laufen, ich weiß, trotzdem…). Dazu die nicht abnehmende Flut der Funktionäre, die alle gleich aussehen, ledrige sonnengegerbte Haut  und blaue Sakkos. Und nicht zu vergessen die blauen Gummistiefel der Tschechen beim Einzug.

Und  alle haben im Vorfeld geunkt: In London, das geht nicht gut, das wird ein Verkehrschaos, Terroranschläge …Und es war alles gut!

Und das ist mein Olympia Lied von Emeli Sandè, einer Schottin mit einer genialen Ausdruckskraft in der Stimme. Sie hat es gestern auf der Abschiedsfeier gesungen. The best of british 😉

Interessenten

Auf der Suche nach einem Nachmieter ziehen Horden von sogenannten „Interessenten“ durch mein Haus. Dasistganzschönanstrengend.

Allein schon die Terminabsprachen:  „Nein, Samstag können wir nicht, da sind wir auf einem Geburtstag und Sonntag geht auch nicht, da haben wir Besuch. (…dann halt nicht, LMAA).

Es gibt verschiedene Typen von Interessenten.

Da gibt es die Flodders, alter Hartz IV Adel mit zwei freundlichen räudigen Hunden und fünf nichterzogenen Kindern von vier verschiedenen Vätern.

Da gibt es die gut situierte drei Personen Familie mit arroganter hypergestylter Tochter, die mehr Make up im Gesicht trägt, als ich je im Jahr verbrauche und  denen die Küche zu klein, das Wohnzimmer zu klein, das Schlafzimmer zu klein und sogar der Keller zu klein ist. (….hallo, der Keller ist der unwichtigste Raum, wohnt ihr etwa im Keller??).

Da gibt es die schwatzhafte, distanzlose kurzhaarige Gepiercte, die mich gleich dutzt (wir kennen uns doch aus Überruhr…., nein, tun wir nicht, lass mich in Ruhe).

Da gibt es die naserümpfende Blondine, die sich wundert, dass ein dreistöckiges Haus soooo viele Stufen hat (…bau Dir doch einen Bungalow meine Liebe).

Da gibt es das junge karrierebewußte Pärchen, das gerne „Paaaarty“ macht, und denen Steele doch zu langweilig ist (…überlegt Euch das bitte vorher und verpißt Euch doch nach Rüttenscheid).

Da gibt es den Karriere Single mit weißem Oberhemd und ausrasiertem Nacken, der seine Küchenschränke, seine Schlafzimmerschrank, seinen Wohnzimmerschrank und seine WasauchimmerSchränke nicht „stellen“ kann. (…mein Gott, was habt Ihr für Möbel, glaubichdochnicht).

Ein Gutes hat das Ganze, mein Haus war noch nie so aufgeräumt ;-).

Heute auf Station

Eine Patientin sollte heute heimatnah verlegt werden.

Eine zu Hause vollkommen verwahrloste 85 jährige Dame mit Radiusfraktur, dement, schwerhörig, nett. Sie beherrscht sogar das Wort  BitteundDanke, was ja heute eher eine Seltenheit ist.

Schwester Anna: “ Müssen wir Frau S. heute verlegen?“

Ich: “ Ja, haben wir doch gestern ausgemacht. Wieso fragst Du?“

Schwester Anna (vollkommen verzweifelt): „Aber ich habe ihr doch heute die Haare so schön gemacht und geflochten. Die können wir doch jetzt nicht verlegen. Ich hab mir soviel Mühe gegeben.“

Ach Anna…. 😉