Schornsteinfeger

Wenn man Schornsteinfeger und Mafia googelt, kommt man auf 246.000 hits.
Das sollte einem doch zu denken geben!
Mein heutiges Erlebnis diente nicht gerade dazu meine Vorurteile abzubauen.
Ich kam vom Einkaufen, bis unter beide Arme bepackt. Aus den Augenwinkeln sah ich schon einen grimmig blickenden Schornsteinfeger vor meiner Haustür stehen.
Ach ja, klebte da nicht ein Zettel vor zwei Monaten an meiner Haustür, mit der Aufforderung an einem Mittwoch um 09 Uhr parat zu stehen??  Nichts leicher als das, wenn man von  8 Uhr bis 18 Uhr arbeitet. Aber vielleicht hatte der Zettel ja auch der Wind verweht, wer weiß es schon. In Essen ist es häufig windig.
Der Schornsteinfeger:  „Wohnen Sie hier?“
Ich: „Wer will das wissen?“ (ich lief mich gerade warm… wer sich schon mal mit mir gestritten hat, weiß das man dann schnell weglaufen sollte).
Er: „Sie sind zur Messung verpflichtet, wenn Sie mich nicht reinlassen, informiere ich das Ordnungsamt. Wir haben Ihnen einen Zettel dran geklebt und Sie waren nicht da.“
Ich: “ Was für ein Zettel?“

Der Schornsteinfeger kam ins Grübeln und pumpte sich dann wieder auf: „Sie sind zur Messung verpflichtet, ansonsten informiere ich das Ordnungsamt.“
Ich freundlich lächlend: “ Ja, haben Sie schon gesagt. Natürlich ist die Messung wichtig. Sie können gerne in 10 Minuten wiederkommen.“ (ichkannauchfieswerden).
Darauf hin explodierte der schwarze Feger: “ Ich habe die Nase voll, Sie hören vom Ordnungsamt!“
Ich: „Wieso? Wollen Sie die Messung nicht machen?“
Er, bereits in einer hypertensiven Krise steckend: „Sie hören von denen und sämtliche Wegegelder haben Sie dann auch zu bezahlen.“ Dann stürmte er weg.
Gut, wenn er nicht messen will.
Nach 10 Minuten schellte es:
Vor der Tür stand ein zitternder magerer Schornsteinfeger Azubi mit ängstlichen Augen:
„Mein Chef schickt mich, ich soll messen. Ich weiß gar nicht, der war so wütend. Haben Sie gegen Ihn gewonnen?
Ja, schaut so aus!
Übrigens, in Frankreich kann man sich selbst um seinen Kamin kümmern, macht ja auch Sinn bei einer Gasheizung. 😉

Makler ABC

Wer eine Wohnung sucht, der kann was erleben. Und wer auf einen Makler stößt noch viel mehr! Makler kommt von makeln, das ist Geld ohne Arbeit verdienen.
Ich rufe bei einem Makler an.
Zuerst fliege ich dreimal aus der Leitung.
Das kommt ja schon mal gut.
Dann ruft der Makler mich zurück und erzählt, dass es ja Montags immer so voll sei und das Telefonnetz überlastet sei. Ja, nee is klar.
Im Hintergrund Kaffetassengeklimper, lautes Gequatsche und Gelächter. Der Makler ruft nach hinten: „Ähh, Jörg sei mal ruhig“ Nein, die Wohnung  habe keinen Stellplatz und Alternativen habe er auch nicht. Aber es sei kein Problem auf der Krayer Strasse Parkplätze zu bekommen. Wer die Straße nicht kennt: das ist, als würde man versuchen, am Arc de Triomphe zu parken.
Dann noch was zu den Beschreibungen der Wohnungen:
Charmant heißt bei einer Wohnung, dass es fiese dunkle Holzdecken mit Schimmel und kleine Mäusefenster gibt, die einen vermuten lassen, in einem Sarg zu wohnen.
Individuell heißt, dass ich meinen Kleiderschrank nicht stellen kann. Genauso wie bei Architektenwohnungen: das sind siebeneckige Räume und 1,5 Zimmer auf 90 qm.
Terrassenwohnung meint, dass ich einem Dackel ins Gesicht gucken kann.
Ach ja und „Hier können Sie Ihre Wünsche erfüllen„, bedeutet den Kram vom Vormieter zu entsorgen!

Und liebe Makler, noch eins, ich will auf den Fotos von Immoscout nicht die dreckige Bettwäsche vom Vormieter sehen, Photoshop ist da eine gute Lösung!

      Bild von homo_sapiens, thx!

Untergeschoss

Aus mal wieder gegebenem Anlaß: Was ist daran so schwierig, richtig Fahrstuhl zu fahren?   Das kann dochallesnichtwahrsein!

Heute: In den Aufzug stieg eine 50jährige Frau mit brauner, herausgewachsener Dauerwelle, muffiger Wolljacke und ohne Deo:  Geht es hier in den ersten Stock?“

Ja, klar, selten dämliche Frage, wohin auch sonst? Dafür sind Fahrstühle gemacht!

Dann drückte sie erstmal auf U,U wie Untergeschoss!!!!!!!! Mit dem Ergebnis, das dieser Fahrstuhl erstmal nach unten fuhr. Daraufhin wollte die müffelnde Wolljacke aussteigen.

Ein wie ich leidender Mitfahrer meinte: „Hier ist der Keller, Sie wollten doch auf die Erste?!“

Gut, das Mufflon Madame parkte im Schneckentempo wieder ein.

Dann waren wir endlich im ersten Stock.

Diese selten dämliche Ziege Madame stand im Weg rum und machte keine Anstalten auszusteigen.

Mein Mitleider: Hier ist die Erste, sie wollten doch raus?“

Das Mufflon:Ahh, ja, stimmt.“

Ich hätte nix gesagt und sie einmal quer durch Krankenhaus fahren lassen. AAArrggghhhhh! Jetzt wißt Ihr auch, wieso ich einen shining Avatar habe!

  Bild von juampatronics, thx!

Bitte und Danke

Heute im Krankenhaus. Ich hetzte über den Flur, schnell ein Konsil auf der Intensivstation machen. Und da passierte es mal wieder. Ein älterer Herr, der mir mit seinem Rollator fast vors Schienenbein lief, krächzte mir entgegen: “ Ehh Cafeteria???.“

Ich: „Nein, ich heiße nicht Cafeteria und bin  auch keine Cafeteria. Die ist in der  zweiten Etage!“ Aaarghh!

Auf Ein Wort Sätze reagiere ich nicht mehr. Was ist daran so schwierig in Subjekt, Prädikat und Objekt zu sprechen?? Und Bitte und Danke ist für viele ein Fremdwort, als hätten sie ihr gutes Benehmen an der Krankenhauspforte abgegeben!

Als ich nach Hause kam, parkte in meiner Einfahrt breit und bräsig der Mercedes meines Migrantenhintergrundnachbarn. Wieso eigentlich immer Mercedes? Hupen wirkte leider nicht.  Nachdem ich aber  ein paar Fotos von seinem Auto knipste, rannte er mit einem Bruder, Schwager, Neffe usw. aus dem Haus.    „Eehh, mussu nich´Polizei rufen!“ Immerhin schon mal eine persönliche Anrede und ein Adjektiv! Kann man sich ja schon glücklich schätzen!

Einen schönen ersten Advent!

Foto von Óscar Palmer, Danke ;-)!

Alltagsscherzo

Irgendwie hat mich über Nacht ein Virus befallen. Aufgewacht bin ich mit hämmernden Kopfschmerzen, Husten und Allestutwehgefühl. AAArgghh und das an einem Montag, wo immer soviel zu tun ist auf der Arbeit.
Alleine krank sein ist seltsam. Ich höre Geräusche im Haus, die ich sonst nie mitbekomme. Amseln, die sich heftig tschilpend um einen Wurm streiten. Die Handwerker von nebenan, die laut die Treppe hochpoltern. Der Nikotingeruch, der ins Schlafzimmer zieht, weil die blonde Sekretärin nur draußen rauchen darf.Bernies Gemurmel, der mit den Handwerkern spricht.Die Kinder, die auf dem Weg zur Schule durch unseren meinen Garten fahren. Die nette Postbotin, die klappernd die Post in  den Briefkasten wirft. Wiebke von nebenan, die mal wieder nicht in die  Schule möchte und laut protestiert. Die Kaninchen, die in ihren Käfigen rumoren. Lieferwagen, die laut brummend vorbeifahren. Das Tippern von DerdessenNamennichtgenanntwerdendarfeinfachgegangenundnichtmehrwiedergekommen auf der Tastatur und das Tapsen von Frodos Pfoten auf den Treppenstufen höre ich jetzt nicht mehr.

Na ja, morgen werden meine Geräusche wieder das Hupen der Autos auf der A40, das Piepsen meines Funks, der Schrillen der Monitore und das laute Schreien des Patienten auf Zimmer drei sein.

Foto von Eva Freude, Thx!

?%&§$$ Montag!

Manchmal ist ja wirklich der Wurm drin. Es regnet, es ist dunkel, ich muß tanken, die A 40 ist vollvollvoll. Die Frühbesprechung in dem stickigem Demoraum (vor uns sind die Chirurgen drin und die scheinen ja ohne Sauerstoff auszukommen) dauert mal wieder eeeeewig.
Kein Kaffee, knatschige Patienten, seltsame Angehörige. Am Freitag erst habe ich ausführlich mit einem Sohn gesprochen, heute meinte er sich daran nicht erinnern zu können, ja klar, Blitzdemenz, harhar.
Dann noch diverse mails mit DerdessenNamennichtgenanntwerdendarfmitfrodogassigegangenundseitdemnichtwiedergekommen.
Mir reicht es. Hoffentlich wird der Rest der Woche besser, was steht denn noch an? Kosmetiktermin, neue Möbel und die Popolskis, das sollte als Trostpflaster reichen! Und gerade in der Pause kommt meine Sekretärin rein und bringt mir ein Stück Erdbeerkuchen mit Marzipan. Alles gut.

These people fucked me over

Ich las gerade einen ausführlichen Bericht über Carol Bartz. Sie war die ehemalige Yahoo Chefin. Bartz wurde per Telefon  gefeuert. Der Verwaltungschef Bostock  hatte ihr telefonisch ein von Anwälten vorbereitetes Kündigungsschreiben vorgelesen. Bartz reagierte daraufhin mit „Warum hast du nicht die Eier, es mir selbst zu sagen?“ Dann habe sie gesagt: „Ich hab’s kapiert.“ Und: „Ich dachte, du hättest mehr Klasse!“ Anscheinend nicht…

Und zum Schluß bilanziert sie öffentlich:  „These people fucked me over.“

Genau liebe Carol, leider gibt es keine Trennungskultur mehr.  Da wird feige per SMS Schluß gemacht, da wird nach langjähriger Beziehung einfach gegangen und nach ein paar Tagen eine Trennungsmail geschickt. In  Ägypten besteht die rechtliche  Möglichkeit, sich per SMS scheiden zu lassen. Sei froh, dass Du wenigestens angerufen wurdest!

Viele „Menschen“ haben leider keine Eier, dies face to face zu machen. Vielleicht ist Deine Entschädigung von sieben Millionen Euro Dir ein kleines Trostpflaster, aber manchmal hilft auch das nicht. Kopf hoch, es wird schnell besser werden!
Thx to Süddeutsche!

Bild von Fotopedia und Dr.EOS thx!

14 Prozent

Was fällt Euch zu 14 Prozent ein? Bis gestern wäre mir dazu ein leckerer Rotwein oder ein fettarmer Camembert eingefallen.

Seit heute fällt mir dazu die  Steigung auf dem Laufband ein. Maik „wann Du nicht mehr kannst, dass sage ich“, hatte die glorreiche Idee beim Training das Band heute auf 14 Prozent hochzupumpen.

Tolle Idee, ich lebe nicht im Allgäu sondern im platten Ruhrgebiet. Ich kenne und brauche solche Steigungen nicht, nein, nein, nein, definitiv nicht! Ich muß keine Kühe auf die Alm treiben.

Maik meinte nach einer Minute: „Und, wie ist es?“

Ich: „…..§&%!!!“

Zu 14 prozentiger Steigung findet man im Netz nur Artikel,  in denen blumig beschrieben wird, wie das Auto!!!! an so einer Steigung verreckt ist.

Bild: geoterranaute, thx!

Zahntraum

Gestern in der Rockkneipe meines Vertrauens: Ich war etwas zu früh da und bin schon mal reingegangen. Kaum hatte ich einen Barhocker geentert, erschien neben mir ein Mittvierziger mit einem Altbier in der Hand. Ihhhh Altbier, geht ja mal gar nicht. Das war noch das geringste Schlimmste.

Knoblauchfahne wie nach vierzig Döner (mit „schafffe Sosse“), dazu Zahnstein im Gebiss, dass die Attahöhle im Sauerland dagegen plattes Land ist.

 Der Knaller war allerdings das T-Shirt auf dem stand: Trübsal ist nicht das Einzigste was man blasen kann. Blasen natürlich groß geschrieben. Hahaha, was habe ich gelacht.

Er: “ Na, auch hier?“

Ich: „Ja wonach sieht es denn aus?“   Schnellmerker.Blitzbirne.

Bevor ich richtig ins hyperventilieren kam, erschien Gott sei Dank  Maddin und erlöste mich von dem Traum aller Zahnärzte!

   Bild von alles-schlumpf , thx!!