Das sage ich nie

im Ruhrgebiet:

– Das Ruhrgebiet hat seinen ganz eigenen Reiz (besonders morgens um 6.30 Uhr im Stau).

– Industriekultur ist was Tolles  (Löwenzahn, der sich durch rostzerfressene Zechen  schiebt und subventioniert wird trotz 20 Euro Eintritt).

– Hier gibt es ausreichend Parkplätze (aber nur während einer Bombenevakuierung).

– Rüttenscheid ist das Schwabing von Essen (die einzige Gemeinsamkeit: beide bewohnt von materiell angefixten Grünen und B Promis).

– Es gibt nichts Schöneres als den Baldeneysee Samstagmorgens bei strahlendem Sonnenschein (zusammen mit den 100000000 anderen Spaziergängern, Skatern, Gassigehern, hinterngepolsterten surrenden Midlife Crisis Bikern).

– Es ist alles so nah (Dortmund-Essen: 2,5 Stunden für 30 km).

– Wir im Ruhrgebiet sind ehrlich und geradeaus (nein, es gibt auch falsch und hintenrum).

– Ich bin stolz ein „Ruhrie“ zu sein (Würg,  gibt es auch Rheinis?? ).

und *Trommelwirbelundtusch* The oscar goes to:

Über die A40 gehts am schnellstens.

 

 

 

Machmallauter – George Ezra – Budapest

Gitarre und britische Männerstimme. Mehr braucht es nicht.

Aber was singt er da im Refrain? Ich versteh´immer nur „Libido“. Aber es soll wohl

„But, for you, you. I’d lose it all.“ heißen.

Aber bei „Pata pata“ von Miriam Makeba habe ich auch immer „Grugabad“ verstanden. Herbert Grönemeyer habe ich verdächtigt im Refrain von  „Bochum“   „Allkauf“ zu singen und nicht „Glückauf“. 

Dear me! Those dialects…

Waschbär mit Brille

Ich brauche dringend neue Klamotten. Da ich eine natürliche Scheu vor vollen Innenstädten und „Einkaufmoolz“ a la Centro habe: Nur online.

Bein Durchklicken der verschiedenen Kataloge überkommt mich eine leichte Übelkeit (es kann nicht an den  Medis liegen, ich habe doch einen Magenschutz).

Nein, es liegt an der unsäglichen „pfiffigen und frischen“ Frühjahrsmode.

Ich mustere ein weißes T-Shirt. Vorne ist Papagei mit einer Perlenkette drauf gedruckt. Dieses Shirt  wird noch von dem nächsten übertroffen. Dort grinst  mich ein Waschbär mit Brille an.  Gucke, ob ich nicht bei Kindermode gelandet bin. Nein, bin ich nicht.  Auf der nächsten Seite lächelt mich der „head of design“ an. Er ist  für die Konzeption des Kataloges zuständig. Wohl weder head noch Design. 

Ich klicke mich durch wilde LSD Muster, die mich an die Kaleidoskope erinnern, die ich als Kind hatte.  Weiter geht es mit dem großflorigen Lianen Dschungel Stil. Wenn ich das tragen würde, nehme jeder Elefant vor mir laut trompetend Reißaus.

Ich begucke misstrauisch eine Bluse, auf der sich vorne eine riesige Mohnblume befindet. Sieht angezogen wahrscheinlich aus, als hätte mich jemand in die Brust geschossen. Der Höhepunkt ist ein grünes Shirt mit einem alten braunen Schuh drauf, durch den echter Schnürsenkel gezogen ist.

Ich bekomme eine Gänsehaut.  Mustere mein rot-weiß gestreiftes T-Shirt und die blaue Jeans, die ich trage. Noch gut genug. Brauche nichts Neues.

Verarscht

Von der EU und unseren Politikern wurde großspurig verkündet, dass die Privatisierung von Wasser vom Tisch sei. Fast zwei Millionen EU-Bürger haben in einer von den europäischen Gewerkschaften organisierten Bürgerinitiative mit ihren Unterschriften dafür gesorgt, dass diese EU-Pläne vorerst gestoppt wurden.

Dies ist gelogen. In der neuen Gesetzgebung der EU ist zwar enthalten, dass die Wasserversorgung nicht unter den Privatisierungszwang fällt. Enthalten ist jedoch ein zeitlicher Vorbehalt, dass diese Entscheidung in 5 Jahren überprüft wird!  Die Großkonzerne wie Nestle und Co. haben anscheinend gute Lobbyarbeit geleistet und wollen auf diesem Weg die Privatisierung in der Zukunft betreiben. Dann könnten Städte verpflichtet werden, Wasserwerke und Grundversorgungsunternehmen an Konzerne zu verkaufen. (Hamburg und Berlin sind Beispiele dafür, wobei Hamburg soeben das Stromnetz von Vattenfall zurückgekauft hat.)

Die Privatisierung von Wasser hat bisher nirgendwo zu einer besseren Wasserqualität geführt. Absehen vom Profit und ist der Preis und der Rendite der Unternehmen.
Dort wo schon privatisiert worden ist, sind z.B.die Versorgungsleitungen nicht gewartet werden. Dadurch steigen die Gesundheitsgefahren.

Ein guter Roman zu diesem Thema ist „Fremde Wasser“  von Schorlau.

Es geht nicht nur um Wasser, es geht um die gesamte Grundversorgung.

Geht mal wieder auf die Strasse, geht mal wieder demonstrieren!

Hier der link auf den Artikel von WDR5 und ein Interview mit Christa Hecht als Audiodatei,

http://www.wdr5.de/sendungen/neugiergenuegt/freiflaeche/wasserexpertin100.html

Via Ano, thx!

Langeweile

Langeweile, erzwungenes krankheitsbedingtes Nichtstun, lerne ich gerade kennen. Es gibt verschiedene Phasen:

Phase 1: Schlafen, Wecker morgens wieder ausgestellt, den ich mir tapfer am Vorabend gestellt habe (von wegen Tagesstruktur und so). Ich habe ein schlechtes Gewissen, alle Autos vor meiner Tür sind weg. Alle arbeiten.

Phase 2: Fernsehen gucken bis zum abwinken: Unsägliche Makler, Köche mit achsocoolen Bärten und Caps, Ordnungshüter, die Bürger wegen weggeworfenen Chipstüten verhaften,  Bauern, sinnbefreite Familien im Brennpunkt. Ich kenne sie jetzt alle. Und will sie nicht weiter kennen lernen.

Phase 3: Schwenke auf besagte DVDs um, Habe jetzt auch alles gesehen. Krimis ausgelesen. Obwohl, da liegt noch ein Baldacci.

Phase 4: You Tube Videos: Ich weiß jetzt, wer Kennedy getötet hat, habe Aliens in Nevada gesehen, bin über den Bildungsnotstand in Deutschland informiert und kenne alle Serienkiller und sämtliche Make up Tipps.

Phase 5 a: Maile und smse  meine Freunde im Abstand von fünf Minuten an.

Phase 5 b: Maile und smse meine Freunde im Abstand von drei Minuten an und schicke ihnen niedliche Hundebilder.

Phase 6: Zähle die Vögel in meinem Garten:  6 Meisen, 4 Drosseln, 2 Amseln, 1 Rotkehlchen. Maile die Daten an den Nabu weiter.

Phase 7: Schreibe 10 Kommentare innerhalb von 6 Minuten zu bescheuerten Artikel in Der Westen. 5 davon werden sofort vom Moderator gelöscht.

Phase 8: Es klingelt, der Mann von den Stadtwerken ist da. Versuche ihm ein Gespräch aufzuzwängen.

Phase 9:  Ich hasse mein Sofa.

Phase 10: Ich taue meinen Kühlschrank ab. Rechne meinen Grundumsatz aus.

Phase 11: Ich google das Wort „Langeweile“.

Endstadium:  Überlege, ob ich mich nicht doch bei Facebook anmelden soll.