Arztkitteltaschen sind wichtig, quasi unser Rucksack während der Arbeit. Es gilt die Regel: Je unerfahrener der Arzt, desto schwerer und bepackter der Kittel!
Heute beim Aussortieren fand ich:
Meinen Funk, meinen Reflexhammer, mein rotes Stethoskop, Kleingeld, einige Bonbonpapierchen, zerknitterte Durchschläge von meinen Konsilen (gib mir ein Stück Papier und es sieht nach einer Minute aus wie frisch aus dem Papierkorb), vier Kugelschreiber (einer davon funktioniert) und ein Pfund verbogene Büroklammern. Die Büroklammern verbiege ich immer bei nervigen Telefonaten. Gewicht des Kittels mit Inhalt: 500 Gramm
Als Assistenzarzt hatte ich wesentlich mehr: mindestens zwei Klinikleitfäden (einer für Notfallmedizin, einer für Neurologie), eine Medicheckliste, zwei Funker (Intensiv und Normal), ein Stethoskop, der Reflexhammer, einen Stauschlauch, fünf funktionierende Kugelschreiber, drei Stationsbelegungspläne, ein Päckchen Kaugummi (Stimorol Lakritz), eine Liste mit wichtigen Telefonummern (Ordnungsamt, Pizzataxi und so), ein Labello. Gewicht des Kittels mit Inhalt: 5 Kilo
In der Psychiatrie gab es keine Kittel. Es war besonders angenehm, wenn ein alkoholentzügiger Patient einem über die neue Jeans kotzte.
Als Chefarzt wird mein Kittel nur noch 200 Gramm wiegen: nur noch ein silbernder Kuli, der Porscheschlüssel und sonst nix! 😉
Bild von Kittelbaera, thx!