Strand

Mir ist langweilig. Sämtliche DVDs geguckt.  Virtuellen Frühjahrputz erledigt. Alte mails, seltsame Fotos, Cartoons,  SMS und schlafende Kontakte gnadenlos gelöscht.Vor dem realem Abheften drücke ich mich. Noch. Erst mit einem, dann auch mit dem zweiten Ohr und schließlich dem Gehirn höre ich Yasha im Radio.

„Lass uns zum Strand,  du weißt schon welchen ich meine. Ich brauch mal wieder Meer und Sand und einen Grund zum Bleiben. Deine Uhr fällt ins Blau.
Wir setzen langsam auf. Das Wasser spiegelt glatt und blinkt.“

Habe sofort Bilder im Kopf. Den langen kanarischen Strand, den rauhen Nordostseestrand, den gelben Mittelmeerstrand? Die türkise Ägäis, die graue Nordsee, der stahlblaue Atlantik?

Vorsatz für 2014 : Beim nächsten blauen Himmel auf der A3 nicht in Wesel/Schermbeck rausfahren.  D. vom Bahnhof aufpicken. Bis nach Egmond aan Zee durchfahren.  Die salzige Luft schon im Auto riechen. An den schwertmuschelübersäten  Strand in den Sand setzen. Einen großen Koffie verkeerd trinken, dazu überteuerte holländische Fritten essen. Mit Zwiebeln. Vielleicht noch ein schlabbriges Heineken dazu.

Meine Langeweile ist weg.

Machmallauter – Jan Delay – Wacken

Endlich das neue Album „Hammer und Michel“, ab April. Ein kleiner Ausblick auf einen rocklastigen Jan Delay.

„Tschüss Ihr Spacken. Ich packe meine sieben Sachen, ich muss hier raus, wenn ihr mich braucht, ich bin in Wacken…“  Digges Ding.

Aber Jan, die rosa Schuhe.  Nee, nicht wirklich.

Diebischer Donnerstag

DVDs heute,:

1. Passwort Swordfish mit John Travolta, Hugh Jackman: Diebstahl von 140 Millionen Dollar.

2. Constantine mit Keanu Reeves: Diebstahl von Seelen.

3. Mord mit Aussicht (gestrandet in Hengasch), erste Staffel mit Caroline Peters: Diebstahl von Muttererde und Bierschinken.

Meine Augen sind quadratisch. Mein Kopf klar. IQ gleichbleibend.

Matschig

Krank sein ist echte Zeitverschwendung. Es macht mich dumm und matschig im Kopf. Es ist nervig.

Beim Arzt warte ich eine Stunde auf eine dreiminütige Untersuchung. Krank sein heißt warten, auf Termine, auf Ärzte, auf Besprechungen, auf Untersuchungen. Ich kann nicht sitzen. Die blöde Tussi Frau vor mir lässt sich laut und ausführlich über Impfungen nach Ägypten beraten. Ach ja und wie war das letztes Blutbild? Zum Schluss fragt sie, wieso ihr Mann schnarcht. Ich versuche ruhig zu bleiben, ruhig zu atmen. Es gelingt mir nicht.

Zu Hause ist liegen angesagt. Und schlafen. Und schlimme Fernsehprogramme. Fernsehen macht blöd und dumm und matschig.  Ich verliere pro Tag bestimmt zwei IQ Punkte. Dann lieber Ostfriesenkrimis und  DVDs, die ich schon immer mal gucken wollte. „Das geheime Fenster“ mit Johnny Depp. Johnny Depp erschlägt in der letzten Szene seine Freundin. Ich weiche aus auf „Superman“.  Danach diverse You Tube Dokumentationen. Wie gelange ich eigentlich von „Gesunde Ernährung“ zu  „Leben auf St. Pauli“ und schließlich zu „Weibliche Serienkiller“? Unergründliche You Tube Algorithmen.

Mein Kopf schwirrt. Ich schlafe schlecht. Träume, wie Johnny Depp auf der Reeperbahn in einen matschigen Maiskolben beißt.

Matschig.

Neu

Tag 1: Mittags: Mein neues schwarzes Auto riecht  gut. Nichts riecht so gut wie frisch gemahlener Kaffee und neue Autos. Es hat keine Schramme, es ist sauber. Der Kofferraum ist leer. Die Fußmatten sind fusselfrei sauber. An der Tankstelle habe ich (wie auch immer) die Diebstahlsicherung ausgelöst mit wildem Hupen und Geblinke. Zwei Fußgänger drehen sich neugierig um. Ich bekomme einen roten Kopf.

An der Ampel gucke ich, ob jemand neidisch mein Auto mustert. Bestimmt. Auf der A3 gebe ich Gas. Endlich. Ich teile die Autos vor mir, wie Moses das Meer.

Tag 1 Abends: Mein neues schwarzes Auto hat jetzt 90 km drauf. Im Kofferraum liegt mein Badmintonschläger.

Tag 1 Spätabends: Es beginnt zu regnen.Ich sprinte zur Garage und stelle mein neues schwarzes Auto rein.

Tag 2 Morgens: Einkaufen. Ich wollte keine Tüten haben, habe aber meine Taschen vergessen. Im Kofferraum befinden sich: Broccoli, frischer Knoblauch,  braune Champignons, zwei Netze Mandarinen, Salat, Kräutersalz (würzen habe ich  nicht so raus), eine Stange Porree (weiß noch nicht, was ich damit soll, sah aber gut aus),  Schalotten, Hähnchenbrustfilet, Naturjoghurt, Milch, Packung Käse,  kleines Schwarzbrot, Eier, Kochschinken und ein Strauß gelbe Tulpen. Im Fußraum meines neuen schwarzes Autos finde ich einen Kassenbon. Ich hebe ihn schnell auf .

Tag 2 Mittags: Ich hole David vom Bahnhof ab. Er erkennt mich nicht in meinem neuen Auto. Er rappelt an der Beifahrertür. Sie geht nicht auf. Irgendeine saublöde Sicherung. Ich mustere kritisch seine Stiefel als er einsteigt. Überlege, ob ich ihm Pantoffeln geben soll. Im Kofferraum entferne ich eine Zwiebelschale.

Tag 2 Abends: Es regnet. Das schwarze Auto bleibt vor der Garage. Ich bin zu müde, um es reinzustellen.

Tag 4 : 550 km. In meinem Handschuhfach befinden sich mein Garagenschlüssel, ein Kuli, etwas Kleingeld, Kaugummis, ein vier Kassenbon. Hinten rollt eine Wasserflasche durch den Kofferraum und ein einziger Badmintonschuh.  Kann ich morgen rausnehmen.

Woche zwei: 1530 km: Muss ich wirklich zur Autowaschanlage? Nein, ich habe Angst um den neuen Lack.. Zur Handwäsche bin ich zu faul. Und ist das nicht verboten?Dann lass ich es lieber bleiben.

Woche drei: 2214 km: Bin auf der A3 überholt worden.

Fragen über Fragen

Das habe ich bei Mequito gelesen. Ich habe mir das Stöckchen selbst zugeworfen.

1. Warum bloggst du? Könntest du deine Zeit nicht sinnvoller nutzen?

Reine Selbstdarstellerei. Ist es nicht so?  Es macht Spaß. Ich möchte entdeckt werden und mein Geld damit verdienen.  Bis jetzt habe ich mit dem blog schon 20 Euro verdient. In zwei Jahren. Das wird schon werden.

1b. Wieviel Zeit geht täglich drauf fürs Bloggen? Und wann schreibst Du?

Ich schreibe nicht täglich. Je nach Zeit, Lust und Laune. Meistens Abends und ich schalte dann morgens frei. Pro Artikel max. 15 Min.

2. Welcher Artikel aus anderen Blogs ist dir spontan im Kopf geblieben? (nicht zu lange nachdenken)

Ein Satz. Von Mequito. „Immer gut zu Kühen gewesen.“

3. Deine absoluten Lieblings-Artikel in deinem Blog? (bitte mit Linkangabe)

Ich liebe meinen Cheffe Artikel. So ist es nämlich. Und habe dann alle diese Chefs im Kopf.

4. Welchem Blog wird aus deiner Sicht zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt?

Seltsame Frage.

5. Stelle dir vor, du müsstest über ein tiefgründiges Thema schreiben. Worüber schreibst du?

Definiere tiefgründig.  Ich schreibe nur über tiefgründige Sachen. Ausschließlich. Wirklich.

6. Freundschaft. Hast du mehr Freunde im Internet, oder in deinem Zimmer neben dir?

Das gilt nicht. Im Zimmer neben mir sitzt meine Chefin….

7. Ganz ehrlich und unter uns: wie oft checkst du die Statistik deines Blogs? (falls du eine hast)

Wenn ich was geschrieben habe, alle 10 Sekunden Minuten.

8. Kennt Deine Familie (falls Du sowas hast) Dein Blog? Und wie finden die deine Bloggerei?

Ja, meine Familie kennt mein blog. Sie finden es gut. DAS WILL ICH DOCH HOFFEN. Meine Mama sammelt meine Medizin Artikel. Meine Freunde lesen es auch. Nur einer nicht. Er hat keine Zeit. Das glaube ich aber nicht.Wahrscheinlich gefällt es ihm nicht und er will es mir nicht sagen.

9. Verhältst du dich manchmal noch wie ein Kind? Wenn ja, in welcher Situation?

Im Supermarkt könnte ich mich auf den Boden werfen und weinen, wenn ich in der Schlange anstehen muss. Oder wenn andere, die nach mir kommen, vor mir bedient werden. Dann werde ich sehr emotional und bedrohe die Verkäufer mit Pest, Cholera und einem Rechtsanwalt. Und habe Wuttränen. Aber wenigstens stampfe ich nicht mit dem Fuß auf.

10. Was würdest du anders machen, wenn du mit den Erfahrungen von heute noch einmal neu im Alter von 14 Jahren beginnen dürftest?

Och nee.  Diese Frage. Früh einen Motorradführerschein. Jetzt bin ich zu feige. Gestern habe ich ein Youtube Video über Raphael Fellmer gesehen. Er lebt ohne Geld. Und das sehr gut. Lebensmittel holt er aus den Mülltonnen eines Biosupermarktes, Fleisch und Eier isst er nicht. Er wohnt umsonst in einer kleinen Wohnung, als Ausgleich pflegt er den Garten oder repariert. Wenn er eine Waschmaschine braucht, streicht er dem Verkäufer als Handel die Küche.  Aber auch dazu bin/wäre ich zu feige.

Merry Weihnachten

Englisch britisch deutsche Weihnachten:

Briten schreiben viele, viele Weihnachtskarten. An alle und an jeden. Die Karten sind groß, golden und sehr bunt. Und mit echter Tinte geschrieben. Und schöne Briefmarken, die  vorher  mühselig von den Falklands besorgt werden und drei Wochen über die Antarktis schippern.

Ich schreibe auch Karten, aber nicht so viele (meistens eine einzige) und dann mit einem Kuli von Ratiopharm. Ich ziehe die Briefmarken, weil ich es nie zu den Öffnungszeiten schaffe, aus dem Automaten. Das ist mir peinlich.

Briten lieben Cheddar und Branston (das sind Mixed pickles in Chutney Form). Echter reifer Cheddar am Stück ist schwierig zu bekommen. Ich habe nur den von Kerrygold in Scheiben gefunden. Und der war nur fünf Monate gereift.

Briten schenken erst am ersten Weihnachtstag. Wir Deutschen sind da viel schneller.

Wir haben überall Weihnachtsmärkte. Die Briten haben einen in Leeds und Birmingham. Und fühlen sich jetzt schon von unserem teutonischem  Stollen bedroht, der viel besser schmeckt als Ingwer Kekse.

Es gibt einen schönen Christmas carol Service in den anglikanischen Kirchen mit neun englischen Liedern und neun kleinen Predigten.

Engländer setzen sich kleine Papierhüte auf, meist winzige Kronen und erschrecken mich mit Knallbonbons. Vorher gib es den Mad Friday mit unzähligen Promille und peinlichen Facebook Fotos.

Es gibt Turkey Sandwiches, Turkey Curry, Turkey on toast oder Turkey mit riesigen grünen Erbsen. Wir essen alles, aber kein Turkey.

Aber wir lieben deutsch-britische Weihnachten.

Frohe Christmas.

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