Lackbrösel

Anzeichen, dass der Lebenslack langsam aber sicher abbröselt:

1. Ich gehe mehr als einmal im Jahr in eine Apotheke.

2. Ich habe eine Lieblingsapotheke. Mit einem Lieblingsapotheker.

3. Ich habe eine Baumwolltasche mit dem Logo meiner Lieblingsapotheke.

4. Ich sammel Wertmarken, die ich einklebe um 5 Euro Rabatt zu bekommen.

5. Ich bekomme Anti Rides Serum für die anspruchsvolle Haut.

6. Die Studenten halten mir die Tür auf und müssen ihren Schritt verlangsamen, weil ich nicht so schnell bin.

7. Ich weiß nicht, was oder wer Babo ist. Halte es für eine ungarische Billigautomarke.

8. Überlege, ob ich in einen ebenerdigen Bungalow umziehen soll.

9. Es knackt in meinem  linken Knie so laut, dass ein Kollege sich gestern erschreckt umgedreht hat.

10. Ich bin die Älteste bei H&M. Und die Jüngste bei Appelrath und Küpper (aber da passt mir sowieso nie was).

11. Ich überlege, ob ich noch Chucks tragen kann.

12. Ich überlege, ob ich noch ärmellose Shirts tragen kann.

Und der größte Lackbrösel ist:

Die verständnislosen Blicke meiner Assistenten, wenn ich begeistert vom letzten Bruce Springsteen Konzert schwärme.

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6 Antworten zu Lackbrösel

  1. Appelschnut schreibt:

    Es bröselt erst richtig, wenn du im Schuhgeschäft gleich bis in die hintere Ecke zu den Medikus-Schuhen gehst.

  2. Frau Meyer schreibt:

    Bis auf die Punkte 4. und 6. gehe ich konform. 9 ist bei mir Schulter. Statt der Brösel sind es bei mir gefühlte Lackbrocken. Ich gebe sogar denselben „früher war alles besser“ Singsang von mir, den ich früher bei der Generation über mir nicht verstanden habe. Meine Kollegin und ich machen Youtube-Musik aus den 80ern-Erraten, da bin ich super.
    Und fange an zu weinen.

  3. Ano schreibt:

    Applaus, Applaus

    (Man erkennt deine akademische Ausbildung: Beobachtung, Analyse, Schlussfolgerung
    Dein Studienfach ergibt sich aus der Durchführung als langjährig angelegter Selbstversuch.)

    Bei mir würde noch fehlen, ich werde auf dem Campus gesiezt und ich beim „Bayerischen Amtsgericht“ mit machen könnte: „Die gute alte Zeit“ und „Das hätte es unter Kohl nicht gegeben“

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