Zum guten Schluß

eine kleine Geschichte.
40 jährige Tochter einer Patientin, die hier mit Herzinsuffizienz liegt.
Tochter ruft mit ihrem Handy auf unserer Station an.
Schwester Moni geht dran.
Tochter: „Ich sitze hier gerade in der Cafeteria. Können Sie mir meine Mutter mit dem Rollstuhl runterschieben?“
Moni (hyperventilierend, parallel auf dem Krankenhausflur schellen gerade sechs Patienten Sturm, zwei übergeben sich, einer hat übelriechenden Durchfall):
„Nein, kann ich nicht, dazu haben wir keine Zeit.“
Tochter: “ Wieso denn das nicht? Ist doch nur eine Kleinigkeit.  Patienten sind Kunden, unverschämt,blah blah, werde mich beschweren, Chefarzt sprechen, blah, blah…“
Moni: „Wieso kommen Sie nicht selbst und holen ihre Mutter?“  (Die Cafeteria ist zwei Stockwerke unter der Station.)
Tochter: „Ich? Nein, das ist nicht meine Aufgabe.“

Mutter = Aufgabe.

Mir ist kalt. Moni legt wortlos auf.

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