Serien

Gefunden bei Margarete via Filmschrott.

Es gibt eine Blogstöckchenparade über Fernsehserien.

Margarete will folgendes wissen:

Welche Serie hat dich zuerst in ihren Bann gezogen? Nach welcher Serie warst du zum ersten mal süchtig? Gemeint sind solche Serien, die tatsächlich für Erwachsene oder zumindest für Jugendliche gedacht sind, die typischen Zeichentrick- und Animeserien für Kinder fallen damit raus.

Los gehts: Meine ersten Serien, die ich immer und immer sehen musste, waren  in den 80er Jahren:

  • Das A Team, jaaaaaa mit Mr. T. der 25 Kilo Goldketten um seinen Hals tragen konnte. Hat mich sehr beeindruckt.
  • Hart aber herzlich (Stephanie Wagner hatte so tolle Haare)
  • Büro Büro (kennt bestimmt kein Mensch), mit Herbert und Elfie. Da gab es eine nette Titelmelodie mit Schreibmaschinengeklapper.
  • Falcon Crest mit der fiesen Angela, die aussah wie Nancy Reagan (war sie bestimmt auch).
  • Alf (ich habe ihn echt geliebt).

Dann als ich älter und nicht wesentlich weiser wurde:

Die hepatitisgelben Simpsons (gelten die?? bitte bitte!!!)

Ein bisschen Beverly Hills 90210 und Prinz von Bel Air.

Die anderen Serien mit Ihrem Geklatsche aus der Konserve haben mich richtig genervt.

Dann war lange, lange Pause, da ich die Folgen immer verpasst habe. Erst im Zeitalter von Amazon prime, Netflix  und Co bin ich wieder Serien Fan.

  • Homeland mit einer genialen psychotischen Claire Danes.
  • Good wife (wurde aber irgendwie dann doch langweilig)
  • Damages mit der schmallippigen Glenn Close.
  • House of cards (aber reicht jetzt auch).

Und der Gewinner ist: ****Trommelwirbelundtusch****

  • Code 37 mit einer unglaublich gesichtsakrobatischen  Veerle Baetens. Hach. Das Leben ist schön, wenn es solche Serien gibt.

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Veerle Baetens

Vergeben

Neuer Job, neue Passwörter. Urgs.

Eins für Windows, eins für das Krankenhausinformationssystem (sinnigerweise KIS genannt), eins für die Apotheke, eins für was weiß ich. Alle müssen natürlich nach 4 Wochen wieder geändert werden.

Ich beginne.

Gebe mein Nullachtfuffzehn Passwort ein. Das was ich immer nehme.

Ich werde darauf hingewiesen:

„Bitte geben Sie mindestes 8 Zeichen ein.“

Gut, kein Problem.

Ich gebe ein:

dublödespasswort

Ungerührt kommt zurück:

„Bitte geben Sie mindestens ein Sonderzeichen ein.“

Harr, harr, kannst Du haben!!

dublödes%$§passwort.

„Bitte geben Sie einen  Großbuchstaben ein.“

Kein Problem.

Dudummesblödes§$%&passwortdu!.

„Bitte verwenden Sie keine Umlaute.“

Guckst Du!!

Dudummesbloedes§$%%passwortdu!

„Dieses Passwort ist leider vergeben.“

Stilberatung

Ich las gestern einen Artikel. “ Was trägt ein Arzt unter dem Kittel? 10 Styling Tipps für Ärzte.“

Nachdem ich mich von einem 60 minütigem Lachflash erholte und die Worte „gedeckte Farben, Hemden mit Streifen, richtiger Grad an Seriosität, Hugo Boss, Bootsschuhe, kleiner Absatz von 5 cm, Burberry, klassische Bluse, eng tailliert“ aus meinem Kopf verschwunden waren, dachte ich nach.

Auf mich treffen eher diese Worte: “ Hauptsache bequem, je flacher desto besser, erst nach einem halben Jahr sind die Schuhe richtig gut, alte  Jeans, T-Shirts mit seltsamen Mustern, die letzte Bluse habe ich auf meinem Einschulungsfoto an“ zu.

Obwohl, jetzt an einer Uniklinik werde ich mich wohl umstellen müssen. Viele befolgen die Styling Tipps und tragen Hemden mit Streifen, Blusen, Lederschuhe (gelocht, 300 Euro).

Ich putze grummelig meine Chucks. Vielleicht gibt es die ja auch mit Absatz, klassisch, 5 cm.

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Läuft

Erster Tag in meiner neuen Stelle.  45 Minuten zu früh. Kaum geschlafen. Nichts gegessen. Auf dem Kinn entwickelt sich ein unterirdischer pochender Pickel. Sitze im Auto auf dem Parkplatz.  Verfluche mich. So schlecht war die alte Stelle irgendwie doch nicht.  Überlege, ob ich eben schnell in den Busch neben meinem Auto kotzen soll. 

Vor der Klinik ist eine riesige Baugrube. Auch eine Möglichkeit zu verschwinden.

Tief durchatmen (als ob das je geholfen hätte). Feuchte Hände. Warte  vor dem Sekretariat. Rote hektische Flecken kriechen mir ins Gesicht, Ruhepuls von 120 bpm. Vielleicht bekomme ich ja jetzt auf der Stelle einen Vorderwandinfarkt und das Thema ist dann durch.  Die Tür wird aufgerissen. Mein neuer Chef steht vor mir, braungebrannt, gut gelaunt. Er guckt mich an, holt mir einen Kaffee: “ Erste Tage sind schrecklich. Man sollte sie einfach abschaffen.Wir freuen uns sehr, dass Sie da sind!“

Läuft.

Ex Machina

Geht in den Film, wenn

– Ihr frische Schauspieler sehen wollt.

– Ihr wissen wollt, was „Marys Zimmer“ für ein Gedankenspiel ist.

– Ihr auf sexy Roboter steht.

– Ihr philosophische Kammerspiele mögt.

– Ihr täglich Wodka und Bier durcheinander trinken könnt.

– Ihr ein furioses Ende sehen wollt.

– Ihr  sterile klaustrophobe Räume mögt.

Geht nicht in den Film, wenn

– Ihr müde seit. Es besteht die Gefahr, dass Ihr bei Tag drei einschlaft.

– Ihr an das Gute im Roboter glaubt.

Ausrufezeichen

Gestern bei meinem neuen Friseur.

Ich habe mir vorher extra die Haare gewaschen (das ist als würde man putzen, bevor die Putzfrau kommt), ich habe mich vorher extra geschminkt. Mascara mit Volumeneffekt, schwarz, dreimal, Augenbrauenstift, braun, einmal, Foundation (sehr sorgfältig) zweimal, auch am Hals verstrichen, damit man keine Ränder sieht, Lippenstift, Lipliner. Den abgesplitterten rosa Mädchennagellack sorgfältig übermalt, zweimal. Kurz, ich fühle mich schon wie eine Schauspielerin in der Maske.

Bei der Beratung mustert Dennis (ja, er heißt wirklich so), der Friseur mich kritisch:

„Du bist ja eher der sportliche  Typ. Kein Make up. Keine Schminke. Da machen wir was ganz Natürliches!!!“

Mir fällt fast die Tasse Kaffee aus der Hand. Genau, vollkommen natürlich.

Tief in mir brüllt mein rosafarbenes Ich: 

„ICH BIN EINE FRAU (drei Ausrufezeichen).“

„ICH BIN GESCHMINKT (vier Ausrufezeichen).“

„ICH BIN NICHT DER  GEFLOCHTENE NATURSANDALENTRÄGER UND  JACK WOLFSKIN VEREHRER  (fünf Ausrufezeichen).“

„ICH WILL EINE FLASCHE HAARSPRAY, EXTRA STRONG  UND EIN KILO LOCKENWICKLER, BIG HAIR,  MINDESTENS (sechs Ausrufezeichen).

Dann nach einer Minute räuspert sich mein  reales Ich mit den flachen Sneakern: „Ja, genau was ganz Natürliches. Einfach mit den Händen fönen.“ (ein Ausrufezeichen, kein Fettdruck).

Ruhe!

Heute im Aufzug:

Fünf müde Ärzte auf dem Weg zu Frühbesprechung. Keiner spricht, alle gucken stumpf vor sich hin. Denken an Kaffee. Heiß, schwarz. Denken ans Wochenende. Der Aufzug hält im Erdgeschoß. Herein strömt eine gut gelaunte schnatternde Hausfrauentruppe auf dem Weg zum Bewegungsbad. Sie bringen eine Woge kalte Morgenluft mit rein. Sie sind laut. Sie lachen. Wir sind müde. Denken an Kaffee. Denken ans Wochenende.

Die Anführerin mit kurzen Haaren und „kesser“ grauer Strähne im schwarzen Pony (ich hasse das) ergreift sofort das Wort:

„Guten Morgen!!!!“ Lautstärke gefühlte 100 dB.

Ich murmel etwas zurück. Am liebsten würde ich gar nicht grüßen. Wozu auch? Aber unser Leitbild.., nett zu den Kunden sein.., Außenwirkung.. usw.

Das Pony gibt nicht so schnell auf.

„Was für ein Wetter!!! 120 dB.

Jaaaaa.  Das gute alte Wetter. Von dem Wetter kriegen wir nix mit. Und auf dem Stationsflur riecht es nach Clostridien. Und wir müssen arbeiten. Und wir hatten noch keinen Kaffee.

„Und alle  gucken so ernst!! 125 dB.

Ich gucke einfach nur auf meine Schuhe. Entdecke einen Fleck. Will nicht wissen, was das ist. Lassmicheinfachinruhe, dummes Pony, du.

Vergeblich. Das Pony schalmeit weiter:

„Sind doch alle noch so jung, da muß man doch bessere Laune haben!

130 dB.

Nein, muß ich nicht. Wir haben unser Recht auf unseren gepflegten Morgengrummel . Und auf eine ruhige Minute im Aufzug. Mit 0 dB. Danke. 🙂

 

 

 

 

 

 

Lackbrösel

Anzeichen, dass der Lebenslack langsam aber sicher abbröselt:

1. Ich gehe mehr als einmal im Jahr in eine Apotheke.

2. Ich habe eine Lieblingsapotheke. Mit einem Lieblingsapotheker.

3. Ich habe eine Baumwolltasche mit dem Logo meiner Lieblingsapotheke.

4. Ich sammel Wertmarken, die ich einklebe um 5 Euro Rabatt zu bekommen.

5. Ich bekomme Anti Rides Serum für die anspruchsvolle Haut.

6. Die Studenten halten mir die Tür auf und müssen ihren Schritt verlangsamen, weil ich nicht so schnell bin.

7. Ich weiß nicht, was oder wer Babo ist. Halte es für eine ungarische Billigautomarke.

8. Überlege, ob ich in einen ebenerdigen Bungalow umziehen soll.

9. Es knackt in meinem  linken Knie so laut, dass ein Kollege sich gestern erschreckt umgedreht hat.

10. Ich bin die Älteste bei H&M. Und die Jüngste bei Appelrath und Küpper (aber da passt mir sowieso nie was).

11. Ich überlege, ob ich noch Chucks tragen kann.

12. Ich überlege, ob ich noch ärmellose Shirts tragen kann.

Und der größte Lackbrösel ist:

Die verständnislosen Blicke meiner Assistenten, wenn ich begeistert vom letzten Bruce Springsteen Konzert schwärme.

Woche 14

Gesehen: Mal wieder Dr. House. „ Ich behandle Krankheiten und keine Patienten“. Yessss.

Gelesen: Einen alten Grisham, den D. im Zug gefunden hat. Kannte ich noch nicht.

Gearbeitet: Ja.

Gesäubert: Terrasse mit dem Kärcher. Macht Spaß. Und Krach.

Gedacht: Gegen Gelenkschmerzen älterer Menschen hilft nichts so sehr wie die Öffnung von Aldi am Montagmorgen, wenn es graue Gartenmöbel gibt.

Gespielt: Candy crush, schreckliches Spiel. Hänge seit zwei Tagen in einem rosa Gelee Bonbonlevel am Limonadensee fest.

Gewundert: Wieso gibt es am Mittwoch vor Ostern schon keinen Stuten mehr bei Penny?

Geturnt: Stehen auf einem Bein auf einem Schaumstoffpad.

Genervt: Liveticker.

Getrunken: Ich habe die Hugozeit eröffnet.

Gewesen: Auf dem Drachenfels. Wer hat diesen häßlichen Restaurantkubus für neun Millionen dort genehmigt?

Gelernt: Die einfachste Art, etwas wiederzufinden: Kauf es Dir nochmal, kehre in deine Wohnung zurück und finde es unter dem Küchentisch.