Sätze

, die ein Arzt nie sagen wird:

1. Wo lässt es sich schöner Weihnachten feiern als im Kreise seiner Patienten?

2. Ja, wenn der Schwangerschaftstest zu Hause positiv war, müssen Sie sich sofort in der Klinik vorstellen, um das abklären zu lassen – natürlich auch nachts.

3. Wunderschön, wie der dreckige Bademantel Ihren Unterleib betont.

4. Ich fühle mich im Krankenhaus stets sehr wertgeschätzt.

5. Schnell, einen Dermatologen/Radiologen/Psychiater!!

6. Ich hab das Wochenende mit meinen Freunden verbracht.

7. Der Nachtdienst war super ruhig. Freue mich schon jetzt darauf gleich Sport zu machen.

8. Es ist Klasse, dass Chefarzt und Oberärztin parallel 3 Wochen im Urlaub sind. So wird mir garantiert nicht langweilig und ich kann in der ganzen Klinik nach hilfsbereiten Fachärzten Ausschau halten, die sehnsüchtig auf meine Anrufe warten.

9. Kann ich voll verstehen, dass Sie vor der Darm OP nochmal richtig gefrühstückt haben. Wir verschieben das auf morgen. Kein Problem!

11. Klar, Fibromyalgie ist eine schwere Krankheit.

12. Mit der Geschäftsführung kann man super zusammenarbeiten.

13. Kein Problem, dass Ihre Tochter/Sohn zwei Wochen nach Teneriffa  fliegen. Bleiben Sie ruhig hier.

14. Ich liebe internistische Dienste, da kann ich soviel lernen.

15. Eunerpan macht die Oma zahm.

16. Lesen Sie auf jeden Fall den Beipackzettel!

Ping

Ich versuche, wenn es irgend geht, Geschäfte und die Gastronomie vor Ort zu unterstützen. Gelingt nicht immer.

Beispiel: „Bei Theo, das musische Gasthaus.“

Von außen sieht es  nett und normal aus, gut bürgerlich. Was auch immer das heißt.

Wir können hinlaufen. Ein nicht verachtenswerter Vorteil.

Wir öffnen die schwere braune Holztür. Drinnen ist es dunkel. Sehr dunkel. Nur die Theke ist erleuchtet. Davor hängen stehen drei mittelaltrige Gäste, die uns mißtrauisch anschauen. Die Gespräche verstummen sofort. (Als würde man als Frau alleine in ein türkisches Teehaus gehen. So ähnlich. Aber das ist nicht politisch korrekt).

Wir fragen vorsichtig: „Ist schon geöffnet? Wir möchten essen.“

Der Wirt schlurft mißmutig hinter dem Tresen raus und knipst das Licht für die Tische an.  Herzlichen Dank.

Die Tische sind orange eingedeckt. Die Karte ist mindestens vierzigseitig, kaum überblickbar. Diverse Schnitzelvariationen.  Und Gans. Für 19 Euro. David bestellt Gans. Ich riskiere nichts.Nehme ein Teufelsschnitzel. Kann man nicht viel falsch machen. Wir sind weiter die Einzigsten, die essen.

Die Gans kommt erstaunlich schnell auf den Tisch. Ich meine aus der Küche  das durchdringende Ping einer Mikrowelle gehört zu haben.

Die Getränke werden von einer etwas ruppigen gepiercten schwarzhaarigen Kellnerin aufgenommen.

David bestellt Köpi.

Ich entdecke hinten in der Karte versteckt Cocktails. Dahinter steht: Bitte sprechen Sie uns an!

Das mache ich doch glatt. Die Kellnerin guckt  verzweifelt und gibt tuschelnd meine Bestellung an den Wirt weiter. Dem fällt  fast die Oberkieferprothese aus dem unrasiertem Gesicht.

Caipi? Kennt er nicht. Mojito? Nie gehört.

Aber er will mir was mixen. Ergebnis: Altbier mit Kirschlikör und blauem kurzem Strohhalm.Unglaublich, so schnell war ich noch nie betrunken. Ich weiche auf einen Sekt aus. Der knarzige Wirt rollt mit den Augen und verschwindet leise laut schimpfend im Keller. Er erscheint mit einem handwarmen verstaubtem Piccolo „Comtesschen“. Verstohlen gucke ich nach dem Verfallsdatum.

Als er zurück an den Tresen wankt, sagt er laut zu übrigen Gästen:„Die will immer was Besonderes!!“

Nein, Theo keine Angst! Die will jetzt nichts mehr. Jedenfalls nicht in Deinem musischen Gasthaus.

Im Hintergrund ertönt wieder das Ping der Mikrowelle.

Mein Weihnachtslied – Giovanni Bassano

Mein Weihnachtslied für 2013: Halleluja von Giovanni Bassano. Ein jesusgleicher, musikvernarrter Italiener mit strubbeligen Haaren, Gitarre und entrückten Augen, der als Straßenmusiker durch Essen, Bochum , Prag, London, Amsterdam tourt. Gesehen, gehört und geliebt auf dem Essener Weihnachtsmarkt. Vor dem Toscani Eiscafe und der blauen Marktkirche mit dem Kruppdenkmal. Stehengeblieben, gestaunt und glücklich gewesen.
Es ist mehr als gutes Karaoke. Grazie Giovanni.

Alphabet

Macht Spaß, via  Mequito.org. Gib das Alphabet in Deinen Browser ein:

A: Amazon (ich liebe Packstation)
B: Bild (jaja, ich weiß, kein Mensch liest sie, nee ist klar)
C: Crosskultur in Essen-Rüttenscheid, guter Weißwein!
D: Der Westen
E: Empire. riverside ( tolle Bar im 20. Stock mit miesen Kellnern an den Landungsbrücken)
F: Fitnesscamp Essen (meine Badminton Base)
G: Gazettelive.uk (muß von David sein)
H: Hörbücher verschwunden, Arrrggghhhh!!!
I: Itunes Support, Arrrrgggghhh!!!! (weigere ich mich zu verlinken)
J: Jamesblunt.com (nein, ist mir nicht peinlich)
K: Katzundgold (obwohl, die T-Shirt Sprüche waren auch mal besser)
L: Leukozytenszintigrafie (verstehen nur Mediziner)
M: moonpig.de (schmutzige, witzige Postkarten)
N: news.bbc.uk.com
O: Oase Bochum (bisschen snobisch, viele BMW Z3 auf dem Parkplatz, aber netter Empfang!)
P: Pizza dream (natürlich nur Salat mit Hähnchen bestellen…)
R: Rte (David, du schon wieder?)
S: Spiegel.de
T: Tumblr
U: Ubuntu
V: Vulkaneifel (keine Ahnung, Zio?)
W: Wordpress
X: Xuxu (Yammy): Berrydise..Not paradise.
Y: Youtube
Z: Zalando (kreisch)

So, jetzt habe ich einen Krampf in den Fingern vom Verlinken.

Dreck and drop

Ja, ich habe ein iphone.  Ja, es wird mein letztes sein. Ja, das wusste ich bereits,  als ich es nur mit dem PC starten konnte. Ja, ich wusste es bereits, als ich es vorher mit einem Stecker meines blauen Billig Ohrrings von Bijou Brigitte anmachen musste. Heute gibt es ja dafür die ach so putzige Stimmgabel.

Und ja, seit heute weiß ich definitiv, dass Apple und ich uns auf ewig hassen werden.

Beim Synchronisieren verschwanden mal eben meine sämtlichen Hörbücher im digitalen Nirwana. Hummeldumm und Co. Einfach weg.  

Nein, lieber Apple Support, sie sind nicht unter Musik gespeichert, nein, auch nicht in der Mediathek.   Wahrscheinlich sind sie in irgendeiner sinnbefreiten Cloud verschwunden. Die Musik dito, die habe ich mühsam durch „Auffüllen“ wieder auf das Handy bekommen.

Von wegen “ einfach durch drag und drop“. Nein, Dreck und drop! Und dann  Ex und Hopp.

Und ja, lieber Apple Support, bitte erzählt mir nicht in gelangweilten Ton für Blöde, wie toll Apple und Itunes ist.

Solange ihr Smartphones mit verschweisstem Akku herstellt, könnt ihr mich mal.

Kreuzweise.

Apple-Fadenkreuz_115

Bitte melden

Alte Menschen können schrecklich sein.

Alter ist kein Verdienst. Dakannmannichtsfür.  Wenn man nicht gerade säuft wie ein Loch, ist Alt werden Schicksal oder gute Gene.

Hier einige Seniorenprototypen, die mir im Alltag immer mehr aufstoßen auffallen:

1. Bahnbeamtenwitwe: Schlimmer gehts nimmer.  Der Tyrannosaurus Rex unter den Senioren. Nie gearbeitet, privatversichert, Ein Bett Zimmer, 95 Jahre alt, fit. Der Ehemann hat freiwillig schon vor zwanzig Jahren das Zeitliche gesegnet. Schmale goldene/silberne  Brille, kurzer „flotter“ Kurzhaarschnitt, leicht violett schimmernd, aber kein Muss. Danke und Bitte sind ein Fremdwort.  Wird trotzdem sofort von jedem Kellner vorrangig bedient.

2. Syltfahrerin:  Kampen ist ihr zweiter Wohnort, man kennt sich dort.  Ballerinas, hochgezogene Augenbrauen, blaue Tasche mit goldener Kette. Ex Boutiquenbesitzerin in Coesfeld. Jede Frau, die ihr entgegenkommt, wird kritisch gemustert und die nicht passende Kleidung gerne laut öffentlich bemängelt. “ Diese Schuhe zu einem schwarz-weißen Kleid!! Unmöglich! Dieter, hast Du das gesehen??“ Dieter schaut sehnsüchtig dem hübschen Hintern des Schwarzweißkleid hinterher, möchte  in einer Erdspalte versinken und kann erst nach dem vierten Wodka auf Eis lallend Kontra geben.

3. Rollatorbesitzerin: Sie hat einen Rollator und damit Sonderrechte. Für alles. Ihr grüner Schwerbehindertenausweis berechtigt sie zudem, sich auf müde Schüler im Bus zu stürzen und sie von den Sitzen zu vertreiben, sich bei Edeka vorzupfuschen und beim Arzt in der Berufstätigen Sprechstunde als Erste dran zu kommen. Wird trotz Gebrechlichkeit 102 Jahre alt und bekommt einen Blumenstrauß vom Bürgermeister. Und ein Foto im Lokalteil der WAZ mit erschöpft mühsam lächelnder Familie im Hintergrund.

4. Scooterfahrer: 

Scooter sind die elektrischen Hochleistungsrollstühle.  Gerne auch mit einer Fahne hinten dran. Nerviges Gepiepe beim Rückwärtsfahren. Häufig sitzen dort dicke Männer drin, die sich erstaunlich schnell beweglich auf einen Stuhl bei Kamps wuchten, dort bis 18 Uhr herumlungern und spöttisch auf die arbeitende abgehetzte Bevölkerung blicken.

5. Pensionierte Lehrerin: 

Alptraum aller Ärzte, nur noch übertroffen von der berüchtigten Lehrerin Tochter. Glatte graue Haare, schlank, sportliche grauweiße Schuhe, Brille an einer Kette.  Steppweste in Violett, FAZ Feuilleton Leserin. Haare auf den Zähnen. Nimmt keine Tabletten, kennt alle Nebenwirkungen, nervt einen stundenlang in der Sprechstunde und verschwindet schließlich schimpfend auf  die Schulmedizin zum nächstbesten Heilpraktiker. Drei Jahre später wird man verklagt, weil man sie nicht aufgeklärt hat, dass bei einem Blutdruck von 220/120 mm/Hg keine Bachblüten helfen.

Wo sind nur die lächelnden Omis mit den grauen kruseligen Löckchen und Betondauerwelle hin, die versunkenen Apfelkuchen backen und in alte Porzellantassen mit abgeblättertem Goldrand dampfenden Kaffee eingießen? Bitte melden.

Joggen

Ich hasse Joggen. So, jetzt ist es heraus!  Schon seit der fünften Klasse. Wenn ich schon das Kommando auf der Schillerwiese von meiner ewig verhassten Sportlehrerin : „Uuuuund jetzt alle: Vier Runden einlaufen!!!!“ gehört habe, hätte ich mich wegwerfen können.  Ich war motivationslos immer und stets die Letzte.

Das ist mit zunehmendem  Alter nicht besser geworden.

Menschen, die mir mit strahlendem Lächeln und verzückt dreinblickenden Augen etwas von „Endorphinen“ und „Runners high“ erzählen, gucke ich  mißtrauisch an.

Ich hatte nie Endorphine dabei, nur Hasshormone und den steten Drang nach einer Abkürzung zu gucken.

Gebt mir jedoch einen Ball und ich bin zufrieden. Badminton-, Fuß-, Hand-,  Tennis-, oder Tischtennisbälle,

Stumpfes Imkreislaufen ist mir ein Graus. Und auch Eure schwärmerischen  Kommentare wie“Da bekomme ich den Kopf so richtig frei! Und kann endlich abschalten. Solltest Du auch mal versuchen.“ kann ich nicht nachvollziehen. Aber wahrscheinlich bin ich zu unsensibel.

Auch rationalen Argumenten des Joggens bin  ich nicht zugänglich: „Du solltest was für Deine Kondition tun, dann kannst Du besser Badminton spielen….

Ich sehe mich rotköpfig, verschwitzt, leicht wabbelig mit brennenden Sohlen über den Bürgersteig laufen und auf den Wald hoffen, in dem mich kein Nachbar  mehr sieht.  Und auch auf entgegenkommende Passanten mit kleinen Hunden, die mich grinsend mustern, lege ich keinen Wert. Ich schwöre, der Retriever von gegenüber hat gelacht, als er mich gesehen hat.

Es ist auch nicht mein Midelifekrisenziel einen NewYorkoderwasauchimmer Marathon  in schwarzen Kompressionstrümpfen (ja, wirklich, manche Läufer brauchen die) zu überstehen.

Und auch das brennende Gefühl auf meinen Schienenbeinen nach dem Laufen muß ich nicht in meinen Alltag einbauen.

Ich liebe hingegen den Geruch von frischen Naturfederbällen, das satte Klatschen des Schlägers, wenn ich gut getroffen habe, das Quietschen der Schuhe auf dem Platz. Sogar die riesigen blaugelben Flecken auf meinem rechten Oberschenkel, wenn ich falsch durchgeschwungen habe, finde ich recht künstlerisch.

Aber irgendwie kann das kein Jogger nachvollziehen. Aber da sind die bestimmt zu unsensibel für.