Joggen

Ich hasse Joggen. So, jetzt ist es heraus!  Schon seit der fünften Klasse. Wenn ich schon das Kommando auf der Schillerwiese von meiner ewig verhassten Sportlehrerin : „Uuuuund jetzt alle: Vier Runden einlaufen!!!!“ gehört habe, hätte ich mich wegwerfen können.  Ich war motivationslos immer und stets die Letzte.

Das ist mit zunehmendem  Alter nicht besser geworden.

Menschen, die mir mit strahlendem Lächeln und verzückt dreinblickenden Augen etwas von „Endorphinen“ und „Runners high“ erzählen, gucke ich  mißtrauisch an.

Ich hatte nie Endorphine dabei, nur Hasshormone und den steten Drang nach einer Abkürzung zu gucken.

Gebt mir jedoch einen Ball und ich bin zufrieden. Badminton-, Fuß-, Hand-,  Tennis-, oder Tischtennisbälle,

Stumpfes Imkreislaufen ist mir ein Graus. Und auch Eure schwärmerischen  Kommentare wie“Da bekomme ich den Kopf so richtig frei! Und kann endlich abschalten. Solltest Du auch mal versuchen.“ kann ich nicht nachvollziehen. Aber wahrscheinlich bin ich zu unsensibel.

Auch rationalen Argumenten des Joggens bin  ich nicht zugänglich: „Du solltest was für Deine Kondition tun, dann kannst Du besser Badminton spielen….

Ich sehe mich rotköpfig, verschwitzt, leicht wabbelig mit brennenden Sohlen über den Bürgersteig laufen und auf den Wald hoffen, in dem mich kein Nachbar  mehr sieht.  Und auch auf entgegenkommende Passanten mit kleinen Hunden, die mich grinsend mustern, lege ich keinen Wert. Ich schwöre, der Retriever von gegenüber hat gelacht, als er mich gesehen hat.

Es ist auch nicht mein Midelifekrisenziel einen NewYorkoderwasauchimmer Marathon  in schwarzen Kompressionstrümpfen (ja, wirklich, manche Läufer brauchen die) zu überstehen.

Und auch das brennende Gefühl auf meinen Schienenbeinen nach dem Laufen muß ich nicht in meinen Alltag einbauen.

Ich liebe hingegen den Geruch von frischen Naturfederbällen, das satte Klatschen des Schlägers, wenn ich gut getroffen habe, das Quietschen der Schuhe auf dem Platz. Sogar die riesigen blaugelben Flecken auf meinem rechten Oberschenkel, wenn ich falsch durchgeschwungen habe, finde ich recht künstlerisch.

Aber irgendwie kann das kein Jogger nachvollziehen. Aber da sind die bestimmt zu unsensibel für.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Alltag!, Wühltisch! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Joggen

  1. germanginge schreibt:

    Sport in englischen Schulen ist deswegen so beliebt wie ein Schweinekotelett in einer Synagoge. Sportlehrer in meiner Schule waren wie dieser Lehrer:

    Sport for all? Ha!

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