Illegale Fans – Deichkind

Endlichendlichendlich mal was Neues von Deichkind. Die neue Anti GEMA Hymne!

„Dieses Lied ist leider nicht verfügbar in ihrem Land
Unsere Antwort kennt ihr sicher, sie heißt Widerstand
6 Milliarden Terrabyte die Leitung brennt wie nie
Das hier ist kein Klingelstreich, das ist Anarchie.“

Wir sind keine Einzeltäter, wir sind die Massen.“

„Wir sind neu und haben Verstand, ihr könnt uns überhaupt nichts
Wir zerbröseln eure Strategien mit jedem Mausclick
Ihr sagt wir sind verboten, weil wir zocken, stehlen, greifen
IP-Adressen sind gefälscht, wir gehen über Leichen
Ihr sagt wir sind kriminell, doch wir sind nur die User
Im Knast saugen wir weiter, Copyrights sind was für Loser “

Thx pengbummtschak!

Kitteltaschen

Arztkitteltaschen sind wichtig, quasi unser Rucksack während der Arbeit. Es gilt die Regel: Je unerfahrener der Arzt, desto schwerer und bepackter der Kittel!

Heute beim Aussortieren fand ich:

Meinen Funk, meinen Reflexhammer, mein rotes Stethoskop, Kleingeld, einige Bonbonpapierchen, zerknitterte Durchschläge von meinen Konsilen (gib mir ein Stück Papier und es sieht nach einer Minute aus wie frisch aus dem Papierkorb), vier Kugelschreiber (einer davon funktioniert) und ein Pfund verbogene Büroklammern. Die Büroklammern verbiege ich immer bei nervigen Telefonaten. Gewicht des Kittels mit Inhalt: 500 Gramm

Als Assistenzarzt hatte ich wesentlich mehr:  mindestens zwei Klinikleitfäden (einer für  Notfallmedizin, einer für  Neurologie), eine Medicheckliste, zwei Funker (Intensiv und Normal), ein Stethoskop, der Reflexhammer, einen Stauschlauch, fünf funktionierende Kugelschreiber, drei Stationsbelegungspläne, ein Päckchen Kaugummi (Stimorol Lakritz), eine Liste mit wichtigen Telefonummern (Ordnungsamt, Pizzataxi und so), ein Labello. Gewicht des Kittels mit Inhalt: 5 Kilo

In der Psychiatrie gab es keine Kittel.  Es war besonders angenehm, wenn ein alkoholentzügiger Patient einem über die neue Jeans kotzte.

Als Chefarzt wird mein Kittel nur noch 200 Gramm wiegen: nur noch ein silbernder Kuli, der Porscheschlüssel und sonst nix! 😉

   Bild von Kittelbaera, thx!

Sätze

Sätze, die ich 2012 nicht mehr hören möchte:

1. „Es muss noch mal richtig Winter werden!“  Sicher, wenn ich nicht zur Arbeit fahren muss, sitze ich gerne im Iglu.

2. „Mit geschickter Planung von Brückentagen können Sie in diesem Jahr 1234 Tage Urlaub nehmen.“  Kannesnichtmehrhörn!

3. “ Wein muss atmen“.  Hä?

4. „Haben Sie reserviert?“ NEIN! Von 30 Tischen sind geschätzte 29 frei.

5. „Sie haben aber trockene Haare“.  Mein zweiter Name ist Sah(a)ra

6. „Ich habe Ihnen nur die Spitzen geschnitten“ Kreischalarm! Beim Blick in den Spiegel sieht Skunk Anansie aus wie ein Langhaarmodel.

7. „Ich bin Schmuckdesignerin“  Nee, is klar…

8. „So kann meine Mutter/Vater/Oma/Opa nicht entlassen werden.“   Wie denn sonst?

9. „Wo muß ich denn hin?“  Hab ich eine Kristallkugel?

10. „Wir danken für Ihr Verständnis.“ Klar, stehe gerne vier Jahre jeden Tag im Stau. Jederzeit wieder!

11. „Da können Sie mal so richtig die Seele baumeln lassen.“ Meine Seele muß nicht baumeln, dazu ist das Leben zu kurz.

12.  „Ich habe bestimmt ein börn aut“. “ Nee, Du bist einfach zu langsam und zu blöd zum Arbeiten.

Silvester

Alle gut reingerutscht? Verluste zu beklagen? Katerkopfschmerz? Hangover? Amnesie für irgendwelche Vorgänge?
Mein Silvester war auf  der nach oben offenen Böller Skala eine glatte Eins.
Da Silvester ja immer ein Taxidesaster besteht, habe ich mir dekadenterweise ein Hotelzimmer in Rüttenscheid gebucht. Auf das Frühstück am 1.1. mit Rührei und frischem Kaffee habe ich mich schon gefreut. Angekommen im Hotel bemerkte der Rezeptionist:  „Sie wissen ja, dass es morgen kein Frühstück gibt. Das Cafe hat morgen zu!“
Na, das geht ja schon gut los.
Egal, das Zimmer war Klasse. Altbau,  schon nach gefühlten fünf Stockwerken zu erreichen, aber ich bin ja jetzt trainiert…Dann erstmal warm getanzt zu Billy Joel, das Jahr Revue passieren lassen und mich einfach nur aufs Feiern gefreut!
Im Cabalou angekommen, war dort bereits die Bredeneyer oderwasauchimmer Haute-Volée versammelt.
Diese besteht aus blonden Frauen in engen schwarzen Kleidern, high heels und taxierenden Blicken in Begleitung ihrer reichen, kleinen,  mageren, glatzköpfigen Männer.
Wir waren die einzigen dort mit dunklen Haaren und ohne rotsohlige Laboutin Schuhe, was der guten Laune aber keinen Abbruch tat.


Nach Vorglühen mit Prosecco  Martini rosee (übrigens eine leckere Kombination) Rotwein und Weizenbier (keine gute Kombination), Stärkung mit Zanderfilet, kanarischen Kartoffeln, Roastbeef und natürlich „meiner“ Creme brulee ging es auf die Tanzfläche. Überall Arme in der Luft, lachende verschwitzte Gesichter und gute Stimmung.


Um 0 Uhr knallten wir alle auf der Rüttenscheider Straße die bösen Geister in die Luft und freuten uns auf ein tolles 2012!

Ich liebe Neujahr. Es ist, als liege ein weißes unbeschriebenes Blatt Papier vor mir und ich habe es in der Hand, ein schönes Bild zu malen spricht die Poeticabära 😉

Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren ist wie zwischen den Stühlen. Eine seltsame Zeit. Das alte Jahr ist  schon fast um, das neue noch nicht da. Gerade war noch Weihnachten, und schon steht Silvester vor der Tür.
Heute auf der Autobahn hatte ich endlich freie Fahrt. Die Tiefgarage halb leer. In den Krankenhausfluren war es hektisch, aber nicht so unruhig wie sonst. Auf meinem Schreibtisch lag ein Tannenzweig, daran ein Schokomond und ein silberner Holzstern. Mein Nikolaus stand noch freundlich lächelnd und nicht angefressen  auf meinem Schreibtisch. Die Kollegen liefen alle blaßgesichtig und etwas emotional verkatert durch den Tag. Bei der Visite konnte ich mir heute nie das Datum merken. In der NRZ gab es schon wieder die ersten Diätvorschläge: „Essen Sie mehr Gemüse und lassen Sie die Kroketten weg.“ wird von einer verknitterten Ökotrophologin gepredigt. Auf der Station hängt schon eine Einladung für eine Karnevalsfeier. Ich gehe als hepatitisgelbe  Marge Simpson oder als Zahnpastatube, mal gucken. Die ersten Urlaubspläne werden geschmiedet. Wie immer gibt es die Kollegen, die alle Brückentage schon aus dem Effeff beherrschen. Mauritius wäre toll oder  Südafrika, die garden route. Oder Hawaii?  Oder endlich mal ins  Sauerland?? ;-).

Alles wie immer zwischen den Jahren!

Bild von Dirk Gently, Danke schön!