Memo an mich

Heute kam Herr M.  Chronischer Schwindel, chronische Obstipation, sei nicht so gut zurecht.

Ich frage ihn, ob er an Gewicht abgenommen hat.

Herr M (geschätzter BMI 45) strahlt mich an: „Nö, letzte Woche habe ich mich auf der Waage in der Hawaii Therme splitterfasernackt gewogen. Immer noch 95 Kilo!“

Memo an mich: Nicht mehr in die Hawaiitherme gehen. Jedenfalls nicht auf die Waage.

Auf zur nächsten Neuaufnahme in Zimmer 5 zu Herrn S.  Ich frage ihn, ob er sich schon angemeldet hat.

Herr S. schüttelt den Kopf: „Nein, meine Sexpartnerin macht das gerade.“ Selbige kommt gerade rein und drückt mir die Aufkleber in die Hand.

Memo an mich: Nicht mehr nach Aufklebern fragen.

In Zimmer 10 klagt Frau Z. über Obstipation.  „Es ist so hart… wenn ich es an die Wand werfen würde, wäre da ein Loch!“

Memo an mich: Bilder im Kopf ausschalten. Jetzt. Sofort.

 

 

 

 

Liebe Freunde

ich bin Ärztin. Ich mag meinen Beruf und helfe gerne. Meistens.

Aber, liebe Freunde, was ich nicht mag:

Samstag morgens (ich freue mich auf ein Rühreischinkenbrötchenfrühstück) winselt mein Smartphone.  Gucke mit einem Auge drauf.  Hätte ich es mal gelassen.

Ein Foto von einem behaarten Männerrücken. Darauf ein riesiger blutroter Pickel.

Darunter (ohne „Guten Morgen, wie geht es Dir?“) schreit mich ein guter Freund in caps lock an:

„IST DAS BORRELIOSE ?“

„Nein, du Lauch, es ein nur Riesenmegapickel. Es wird Dir dein Samstag Abend date verderben.“

SOLL ICH NICHT DOCH EIN ANTIBIOTIKUM NEHMEN?“

„Nein, es sei denn, du willst üblen Durchfall kriegen. Und Dir Dein date verderben.“

Der Lauch lässt ab und ist beruhigt.

Am nächsten Morgen.

Ein neues Bild. Behaarter Rücken, großer Pickel, heute in schwefelgelb. Ebenfalls ohne Gutenmorgenwiegehtesdir?

„SO SIEHT ES HEUTE AUS!“

Liebe Freunde. Bitte. Ich will sowas nicht sehen. Jedenfalls nicht morgens. Jedenfalls nicht ohne ein „Guten Morgen, wie geht es Dir?“  Bitte, danke, gern geschehen liebe Freunde!