Einraumwohnung

Mitmenschen  am Pool.

Ehepaar, Mittelalter. Sie kurze graue Haare (vegane Politikwiss.  oder noch schlimmer Museumspäd.), er unauffälliger  unterdrückter Mitläufer. Beide eine Tonne graue Hotelhandtücher im Arm. (Wir sind schon von der SPA Anmeldung aufgefressen worden, als wir nur zwei haben wollten, wie machen die das bloß???) Nach einer halben Stunde Sichtung hat das Paar auch schon zwei standesgerechte Liegestühle am fast menschenleeren Pool gefunden.

Auf den Holzliegen sind bunte Auflagen. Der Museumspädagogin sind die Liegen natürlich zu hart. Sie hat Rücken. Sie besorgt sich von der Nebenliege eine zweite Auflage. Nun ruht sie meterhoch über dem Boden. Eine andere Liege wird zur Ablagefläche von Taschen, Täschchen,Schlappen, Wasserflaschen, Büchern umfunktioniert. Eine vierte um die aus dem Restaurant geklauten Zeitungen zu deponieren. Die Tonne Handtücher wird malerisch um eine Haltestange  gewunden. Die Einrichtung der nun zeltgleichen Einraumwohnung hat glatte zwanzig Minuten gedauert. Ich kriege vom Hinsehen drückende Kopfschmerzen. Versuche ins Grüne zu gucken. Dann höre ich ein hartes metallisches Schnipp Schnapp. Hört sich an wie Baumarbeiten. Seltsam, ich sehe nichts draußen. Das Geräusch bleibt hartnäckig.  Auflösung: Die vegane Einrichterin schneidet sich ihre Fußnägel. Einer fällt auf den Boden.Den Rest erspare ich Euch lieber.

Urlaub. Demnächst lieber in Ostgrönland oder Patagonien.