Bitte melden

Alte Menschen können schrecklich sein.

Alter ist kein Verdienst. Dakannmannichtsfür.  Wenn man nicht gerade säuft wie ein Loch, ist Alt werden Schicksal oder gute Gene.

Hier einige Seniorenprototypen, die mir im Alltag immer mehr aufstoßen auffallen:

1. Bahnbeamtenwitwe: Schlimmer gehts nimmer.  Der Tyrannosaurus Rex unter den Senioren. Nie gearbeitet, privatversichert, Ein Bett Zimmer, 95 Jahre alt, fit. Der Ehemann hat freiwillig schon vor zwanzig Jahren das Zeitliche gesegnet. Schmale goldene/silberne  Brille, kurzer „flotter“ Kurzhaarschnitt, leicht violett schimmernd, aber kein Muss. Danke und Bitte sind ein Fremdwort.  Wird trotzdem sofort von jedem Kellner vorrangig bedient.

2. Syltfahrerin:  Kampen ist ihr zweiter Wohnort, man kennt sich dort.  Ballerinas, hochgezogene Augenbrauen, blaue Tasche mit goldener Kette. Ex Boutiquenbesitzerin in Coesfeld. Jede Frau, die ihr entgegenkommt, wird kritisch gemustert und die nicht passende Kleidung gerne laut öffentlich bemängelt. “ Diese Schuhe zu einem schwarz-weißen Kleid!! Unmöglich! Dieter, hast Du das gesehen??“ Dieter schaut sehnsüchtig dem hübschen Hintern des Schwarzweißkleid hinterher, möchte  in einer Erdspalte versinken und kann erst nach dem vierten Wodka auf Eis lallend Kontra geben.

3. Rollatorbesitzerin: Sie hat einen Rollator und damit Sonderrechte. Für alles. Ihr grüner Schwerbehindertenausweis berechtigt sie zudem, sich auf müde Schüler im Bus zu stürzen und sie von den Sitzen zu vertreiben, sich bei Edeka vorzupfuschen und beim Arzt in der Berufstätigen Sprechstunde als Erste dran zu kommen. Wird trotz Gebrechlichkeit 102 Jahre alt und bekommt einen Blumenstrauß vom Bürgermeister. Und ein Foto im Lokalteil der WAZ mit erschöpft mühsam lächelnder Familie im Hintergrund.

4. Scooterfahrer: 

Scooter sind die elektrischen Hochleistungsrollstühle.  Gerne auch mit einer Fahne hinten dran. Nerviges Gepiepe beim Rückwärtsfahren. Häufig sitzen dort dicke Männer drin, die sich erstaunlich schnell beweglich auf einen Stuhl bei Kamps wuchten, dort bis 18 Uhr herumlungern und spöttisch auf die arbeitende abgehetzte Bevölkerung blicken.

5. Pensionierte Lehrerin: 

Alptraum aller Ärzte, nur noch übertroffen von der berüchtigten Lehrerin Tochter. Glatte graue Haare, schlank, sportliche grauweiße Schuhe, Brille an einer Kette.  Steppweste in Violett, FAZ Feuilleton Leserin. Haare auf den Zähnen. Nimmt keine Tabletten, kennt alle Nebenwirkungen, nervt einen stundenlang in der Sprechstunde und verschwindet schließlich schimpfend auf  die Schulmedizin zum nächstbesten Heilpraktiker. Drei Jahre später wird man verklagt, weil man sie nicht aufgeklärt hat, dass bei einem Blutdruck von 220/120 mm/Hg keine Bachblüten helfen.

Wo sind nur die lächelnden Omis mit den grauen kruseligen Löckchen und Betondauerwelle hin, die versunkenen Apfelkuchen backen und in alte Porzellantassen mit abgeblättertem Goldrand dampfenden Kaffee eingießen? Bitte melden.