Ausreden

Bei dem gestrigen feuchtfröhlichem Freundinnenabend haben wir die die besten Ausreden von Männern sich nicht mehr mit uns Frauen zu treffen zusammengetragen.

1. Du erinnerst mich zu sehr an meine Ex (gääääähn, wie langweilig).
2. Ich werde demnächst dem islamfeindlichen Deutschland den Rücken kehren und auswandern – *pruuust* gute Reise mein Bester!
3. Ich bin noch nicht so weit für eine feste Beziehung (nämlich mit Dir!).
4. Ich muss mich auf meine Tenniskarriere konzentrieren, viel trainieren und kann mentale Ablenkung momentan nicht gebrauchen (Du und Tennis??, mit Deinem Pilsbauch? nee is klar…).
5. Ich habe Angst, dass es mit uns nicht klappt aber ich will es versuchen (bei diesem Satz gaaaanz schnell weglaufen).

Und hier sechs Gründe einen Mann nicht mehr zu daten:
1. Er spült seine Gichttabletten mit einem großen Bier herunter.
2. Er ist F.C. Bayern Fan.
3. Er ist nicht Johnny Depp.
4. Er stinkt wie ein toter Iltis.
5. Er stinkt wie ein toter Iltis und wäscht sich nicht.
6. Er stinkt wie ein toter Iltis, wäscht sich nicht und lässt sich auch nicht waschen.

In Berlin gibt es übrigens ein Cafe, das heißt: „ruf mich nie wieder an“!

  Bild von  Eichental, thx!

Scheidung online

Das glaub ich jetzt nicht. Es gibt ein Scheidungs App, womit die Verfahrungskosten berechnet werden und die notwendigen Unterlagen weitergeleitet werden können.
Aber wieso auch nicht?
In einer Zeit, in der es keine Trennungskultur mehr gibt, in der mit SMS oder mail „niveauvoll“ und „mutig“ Beziehungen beendet werden, wundert mich diese Entwicklung nicht mehr.
Das App kommt natürlich aus Düsseldorf, auch das ist ja vollkommen klar.

Speedy monday

Schneller Montag wie hier bei den Editors. Schnell zur Arbeit. Schnelle Reanimation. Schnelle Konsile. Schnelles Mittagessen. Schnelle Diagnosen, schnelle Therapien. Schnell Vortrag vorbereiten. Schnell Sport. Schnell nach Hause fahren. Schnell duschen. Schnell auf die Couch. Schnell runterfahren. Schnell essen. Schnell bloggen. Schnell schlafen gehen. Schnell wieder aufstehen. Schnellschnellschnell. Grundtempo.

02327

Heute wendete ein riesiger LKW vor mir auf der Krayer Straße. Bei dem lahmarschigen  zeitraubenden  Rangieren konnte ich mir in aller Ruhe die LKW Plane durchlesen. Darauf gedruckt eine Telefonnummer mit der Vorwahl 02327 (steht für Bochum Wattenscheid, kurz auch Wattsche genannt).

Sofort hatte ich meinen ersten Tag im ML Krankenhaus vor Augen. Dort habe ich mein psychiatrisches Jahr absolviert. Es ist eine eher „weiche“ Psychiatrie. Wir mußten damals keine Arztkittel tragen. Praktisch,  weil ich ich nicht waschen und bügeln musste, schlecht wegen Kotze  entzügiger Patienten auf meinen Hosen.

An meinem ersten Arbeitstag hatte ich auch  noch kein Namensschild. Als Anfänger sollte  ich auf der geschützten Station anfangen.

In Jeans und T-Shirt dort angekommen sprach mich sofort ein Patient an: „Bist Du  neu hier?“

Ich : „Ja.“

Patient: „Auf welchem Zimmer liegst Du ?“

Ich:  „Auf dem Arztzimmer.“

Der Patient guckte erst verschreckt, überlegte, grinste und dann mussten wir beide laut lachen.

Guter Start in 02327!

Nur mal so nebenbei

sollte man im Krankenhaus bitte keine Schuhe mit hohen Absätzen tragen!
Es ist schrecklich. Es ist laut. Es ist unerträglich.
Über mir trampelt eine Sekretärin mit high heels, so dass fast meine Bilder von Wand fallen.
Und auf dem Flur zieht gerade die Verwaltungskarawane absatzklappernd zum Essen, dass die Wände nur so wackeln. Man meint, es trabt eine Herde sauerländischer Paarhufer um die Ecke!
Und es fördert auch nicht meine Konzentration der EEG Befundung, wenn rotnasige Besucher mit komischen Hüten auf dem Kopf (bestimmt Mercedesfahrer) vor meiner Bürotür lauthals die Fußballergebnisse des Wochenendes diskutieren.

Silence, please! Dankt eine genervte Baera.
   Bild: Jörg Dornblut, thx!

Eis

Eiskalte Tage und noch kältere Nächte. Gute Urlaubszeit.

Auch hier Eis in seiner schönsten Form: ob als gefrorener Teich oder als Eisscholle in meinem Mai Tai!

Hier mein Lieblingsrezept für meinMaiTai:

3 cl Weisser Rum
3 cl Brauner Rum

2 cl Triple Sec
2 cl Limettensirup
1 cl Mandelsirup
1 cl Limettensaft
3 cl Orangensaft
3 cl Ananassaft
Crushed Ice
Cocktailkirsche und frische Minze für die Garnitur

(Kirsche ist verzichtbar, der Rest nicht!) 😉

Bilder von EisBaera!

Regrets of the dying

Die Palliativpflegerin und Krankenschwester  Bronnie Ware hat ein Buch veröffentlicht. Hier beschreibt sie ihre Erfahrungen mit sterbenden Menschen. Viele von ihnen bedauern in den letzten Tagen Dinge, die in ihrem Leben grundlegend falsch gelaufen sind.

1.  „I wish I’d had the courage to live a life true to myself, not the life others expected of me.“

Hhhhmm, mal überlegen. Nein, ich lebe mein eigenes Leben, welches auch sonst? Was „die Nachbarn denken“ hat mich noch nie interessiert und so bin auch erzogen worden. Ich mache den Beruf, den ich möchte, ich habe die Familie und Freunde, die ich liebe. Ich führe das Leben, das ich möchte. Fremdbestimmheit ist schrecklich für mich. Ich kann sicher von Glück sagen, dass ich in diesem Jahrhundert und in diesem Land lebe, wo das möglich ist.

2.  „I wish I didn’t work so hard.“

Ich finde es wichtig eine Arbeit zu haben, die mich fordert. Nur auf dem Sofa zu hocken ist nichts für mich. Wieso auch nicht? Ich liebe Produktivität und was zu schaffen. Allerdings eine 70 Stunden Woche wie früher muss definitiv nicht sein. Ichglaubichwerdalt…

3. “ I wish I’d had the courage to express my feelings.“

Gefühle ausdrücken kann ich gut, kein Problem damit. Vor allen Dingen beim Autofahren!

4. „I wish I had stayed in touch with my friends.“

Manchmal schwierig, aber ich gebe mein Bestes. Ich gehe meine Kontaktliste auf meinem Handy durch und überlege, bei wem ich mich in diesem Monat noch nicht gemeldet habe. Das funktioniert ganz gut.

5.  „I wish that I had let myself be happier.“

Gut, immer kann ich  nicht glücklich sein.  Es gibt viele äußere Faktoren, auf die ich keinen Einfluss habe (Krankheit etc.). Erfolg macht mich glücklich, meine bestfriendsandfamiliy machen mich glücklich, Musik macht mich glücklich, Liebe macht glücklich.

Ich denke und hoffe, dass ich auf meinem Sterbebett nicht ganz so viel bereue. ;-).

Dickes B

„Dickes B, home an der Spree,
im Sommer tust du gut und im Winter tut’s weh.“

Danke an Seeed für diese Zeilen.  Genauso ist Berlin. Und im Winter tut es besonders weh! Am Brandenburger Tor hat es uns am Wochenende die Gesichtshaut abgefroren.

Berlin ist für mich input. Nur manchmal nervt das dicke B. Der häufigste Satz in Berlin ist:  „Wenn wir uns beeilen, schaffen wir noch die U2 (alternativ U3,U5).“ Darauf folgt immer ein kurzer oder auch mal längerer Sprint zur U Bahn. Und in Berlin beeilen sich alle.

Der zweite Satz in Berlin: „Es ist gar nicht weit weg.“ Das heißt in Berlin: Zweimal U Bahn, einmal S Bahn und fünf Kilometer gerade aus und „schon“ ist man am angesagten Inder Mirchi angelangt. Aber dort kann man sich gut mit Mango Hähnchen stärken.

In Berlin lebe ich ganz anders als hier in Essen. Ich esse wenig, laufe viel, steige unzählige Treppenstufen rauf und runter und bin nicht vor drei Uhr nachts im Bett. Ich bekomme rote Rosen geschenkt, sehe die Spree in der Nacht glitzern, laufe am Friedrichstadtpalast mit seinen Kirchenfenstern vorbei,  trinke literweise Kaffee, lerne tolle Menschen kennen.

Auch faszinierend die Architektur in Berlin, im Hauseingang tolle Lampen und Schachtbrettfliesen, die ich  liebe. Die  Berliner Hinterhofatmosphäre tut ihr übriges dazu.

Auf dem Heimweg lasse ich die typischen Buchen- und Kieferwälder  an mir vorbeiziehen und freue mich auf das nächste Mal.

Bilder von Berlinbaera 😉