Übergangsjacke

Übergangsjacke-eines der seltsamsten deutschen Wörter, die ich kenne (neben „Ehrensold“).
ÜJacken trägt man zwischen den Jahreszeiten, also Winter-Frühling oder Sommer-Herbst, Herbst-Winter, meistens und irgendwie immer.
Ich denke da gleich an elfenbeinfahle lappige Trenchcoats oder Jack Wolfskin Jacken ohne Innenfutter (das sind die Jacken, die 80 Prozent der männlichen Bevölkerung trägt und in denen mann aussieht wie ein Postbote).

Der Sinn von ÜJacken erschließt sich mir nicht wirklich.
Die einzigste Übergangsjacke, die ich respektiere, ist der Parka von Götz Geoge, den er als Schimanski getragen hat. 😉

     Parka

Ausreden

Bei dem gestrigen feuchtfröhlichem Freundinnenabend haben wir die die besten Ausreden von Männern sich nicht mehr mit uns Frauen zu treffen zusammengetragen.

1. Du erinnerst mich zu sehr an meine Ex (gääääähn, wie langweilig).
2. Ich werde demnächst dem islamfeindlichen Deutschland den Rücken kehren und auswandern – *pruuust* gute Reise mein Bester!
3. Ich bin noch nicht so weit für eine feste Beziehung (nämlich mit Dir!).
4. Ich muss mich auf meine Tenniskarriere konzentrieren, viel trainieren und kann mentale Ablenkung momentan nicht gebrauchen (Du und Tennis??, mit Deinem Pilsbauch? nee is klar…).
5. Ich habe Angst, dass es mit uns nicht klappt aber ich will es versuchen (bei diesem Satz gaaaanz schnell weglaufen).

Und hier sechs Gründe einen Mann nicht mehr zu daten:
1. Er spült seine Gichttabletten mit einem großen Bier herunter.
2. Er ist F.C. Bayern Fan.
3. Er ist nicht Johnny Depp.
4. Er stinkt wie ein toter Iltis.
5. Er stinkt wie ein toter Iltis und wäscht sich nicht.
6. Er stinkt wie ein toter Iltis, wäscht sich nicht und lässt sich auch nicht waschen.

In Berlin gibt es übrigens ein Cafe, das heißt: „ruf mich nie wieder an“!

  Bild von  Eichental, thx!

Scheidung online

Das glaub ich jetzt nicht. Es gibt ein Scheidungs App, womit die Verfahrungskosten berechnet werden und die notwendigen Unterlagen weitergeleitet werden können.
Aber wieso auch nicht?
In einer Zeit, in der es keine Trennungskultur mehr gibt, in der mit SMS oder mail „niveauvoll“ und „mutig“ Beziehungen beendet werden, wundert mich diese Entwicklung nicht mehr.
Das App kommt natürlich aus Düsseldorf, auch das ist ja vollkommen klar.

Speedy monday

Schneller Montag wie hier bei den Editors. Schnell zur Arbeit. Schnelle Reanimation. Schnelle Konsile. Schnelles Mittagessen. Schnelle Diagnosen, schnelle Therapien. Schnell Vortrag vorbereiten. Schnell Sport. Schnell nach Hause fahren. Schnell duschen. Schnell auf die Couch. Schnell runterfahren. Schnell essen. Schnell bloggen. Schnell schlafen gehen. Schnell wieder aufstehen. Schnellschnellschnell. Grundtempo.

Machmallauter – MIA. „Fallschirm“

MIA ist wieder da! Mieze scheint sich neu erfunden zu haben (aber wahrscheinlich war sie immer so), ich mag es. Die lyrics könnten ja glatt zu meinem Lebensmotto werden 😉

MIA. – FALLSCHIRM (offizielles Video) from MIA.rockt.Berlin on Vimeo.

„weil ich so gerne fliege ohne Fallschirm
fall und nichts bereue
weil ich so gerne heul und um mich beiße
weil ich so gerne alles um mich schmeiße
weil ich so gerne liebe
und ich könnt schon wieder“

02327

Heute wendete ein riesiger LKW vor mir auf der Krayer Straße. Bei dem lahmarschigen  zeitraubenden  Rangieren konnte ich mir in aller Ruhe die LKW Plane durchlesen. Darauf gedruckt eine Telefonnummer mit der Vorwahl 02327 (steht für Bochum Wattenscheid, kurz auch Wattsche genannt).

Sofort hatte ich meinen ersten Tag im ML Krankenhaus vor Augen. Dort habe ich mein psychiatrisches Jahr absolviert. Es ist eine eher „weiche“ Psychiatrie. Wir mußten damals keine Arztkittel tragen. Praktisch,  weil ich ich nicht waschen und bügeln musste, schlecht wegen Kotze  entzügiger Patienten auf meinen Hosen.

An meinem ersten Arbeitstag hatte ich auch  noch kein Namensschild. Als Anfänger sollte  ich auf der geschützten Station anfangen.

In Jeans und T-Shirt dort angekommen sprach mich sofort ein Patient an: „Bist Du  neu hier?“

Ich : „Ja.“

Patient: „Auf welchem Zimmer liegst Du ?“

Ich:  „Auf dem Arztzimmer.“

Der Patient guckte erst verschreckt, überlegte, grinste und dann mussten wir beide laut lachen.

Guter Start in 02327!

Nur mal so nebenbei

sollte man im Krankenhaus bitte keine Schuhe mit hohen Absätzen tragen!
Es ist schrecklich. Es ist laut. Es ist unerträglich.
Über mir trampelt eine Sekretärin mit high heels, so dass fast meine Bilder von Wand fallen.
Und auf dem Flur zieht gerade die Verwaltungskarawane absatzklappernd zum Essen, dass die Wände nur so wackeln. Man meint, es trabt eine Herde sauerländischer Paarhufer um die Ecke!
Und es fördert auch nicht meine Konzentration der EEG Befundung, wenn rotnasige Besucher mit komischen Hüten auf dem Kopf (bestimmt Mercedesfahrer) vor meiner Bürotür lauthals die Fußballergebnisse des Wochenendes diskutieren.

Silence, please! Dankt eine genervte Baera.
   Bild: Jörg Dornblut, thx!