Fragen über Fragen

Das habe ich bei Mequito gelesen. Ich habe mir das Stöckchen selbst zugeworfen.

1. Warum bloggst du? Könntest du deine Zeit nicht sinnvoller nutzen?

Reine Selbstdarstellerei. Ist es nicht so?  Es macht Spaß. Ich möchte entdeckt werden und mein Geld damit verdienen.  Bis jetzt habe ich mit dem blog schon 20 Euro verdient. In zwei Jahren. Das wird schon werden.

1b. Wieviel Zeit geht täglich drauf fürs Bloggen? Und wann schreibst Du?

Ich schreibe nicht täglich. Je nach Zeit, Lust und Laune. Meistens Abends und ich schalte dann morgens frei. Pro Artikel max. 15 Min.

2. Welcher Artikel aus anderen Blogs ist dir spontan im Kopf geblieben? (nicht zu lange nachdenken)

Ein Satz. Von Mequito. „Immer gut zu Kühen gewesen.“

3. Deine absoluten Lieblings-Artikel in deinem Blog? (bitte mit Linkangabe)

Ich liebe meinen Cheffe Artikel. So ist es nämlich. Und habe dann alle diese Chefs im Kopf.

4. Welchem Blog wird aus deiner Sicht zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt?

Seltsame Frage.

5. Stelle dir vor, du müsstest über ein tiefgründiges Thema schreiben. Worüber schreibst du?

Definiere tiefgründig.  Ich schreibe nur über tiefgründige Sachen. Ausschließlich. Wirklich.

6. Freundschaft. Hast du mehr Freunde im Internet, oder in deinem Zimmer neben dir?

Das gilt nicht. Im Zimmer neben mir sitzt meine Chefin….

7. Ganz ehrlich und unter uns: wie oft checkst du die Statistik deines Blogs? (falls du eine hast)

Wenn ich was geschrieben habe, alle 10 Sekunden Minuten.

8. Kennt Deine Familie (falls Du sowas hast) Dein Blog? Und wie finden die deine Bloggerei?

Ja, meine Familie kennt mein blog. Sie finden es gut. DAS WILL ICH DOCH HOFFEN. Meine Mama sammelt meine Medizin Artikel. Meine Freunde lesen es auch. Nur einer nicht. Er hat keine Zeit. Das glaube ich aber nicht.Wahrscheinlich gefällt es ihm nicht und er will es mir nicht sagen.

9. Verhältst du dich manchmal noch wie ein Kind? Wenn ja, in welcher Situation?

Im Supermarkt könnte ich mich auf den Boden werfen und weinen, wenn ich in der Schlange anstehen muss. Oder wenn andere, die nach mir kommen, vor mir bedient werden. Dann werde ich sehr emotional und bedrohe die Verkäufer mit Pest, Cholera und einem Rechtsanwalt. Und habe Wuttränen. Aber wenigstens stampfe ich nicht mit dem Fuß auf.

10. Was würdest du anders machen, wenn du mit den Erfahrungen von heute noch einmal neu im Alter von 14 Jahren beginnen dürftest?

Och nee.  Diese Frage. Früh einen Motorradführerschein. Jetzt bin ich zu feige. Gestern habe ich ein Youtube Video über Raphael Fellmer gesehen. Er lebt ohne Geld. Und das sehr gut. Lebensmittel holt er aus den Mülltonnen eines Biosupermarktes, Fleisch und Eier isst er nicht. Er wohnt umsonst in einer kleinen Wohnung, als Ausgleich pflegt er den Garten oder repariert. Wenn er eine Waschmaschine braucht, streicht er dem Verkäufer als Handel die Küche.  Aber auch dazu bin/wäre ich zu feige.

Merry Weihnachten

Englisch britisch deutsche Weihnachten:

Briten schreiben viele, viele Weihnachtskarten. An alle und an jeden. Die Karten sind groß, golden und sehr bunt. Und mit echter Tinte geschrieben. Und schöne Briefmarken, die  vorher  mühselig von den Falklands besorgt werden und drei Wochen über die Antarktis schippern.

Ich schreibe auch Karten, aber nicht so viele (meistens eine einzige) und dann mit einem Kuli von Ratiopharm. Ich ziehe die Briefmarken, weil ich es nie zu den Öffnungszeiten schaffe, aus dem Automaten. Das ist mir peinlich.

Briten lieben Cheddar und Branston (das sind Mixed pickles in Chutney Form). Echter reifer Cheddar am Stück ist schwierig zu bekommen. Ich habe nur den von Kerrygold in Scheiben gefunden. Und der war nur fünf Monate gereift.

Briten schenken erst am ersten Weihnachtstag. Wir Deutschen sind da viel schneller.

Wir haben überall Weihnachtsmärkte. Die Briten haben einen in Leeds und Birmingham. Und fühlen sich jetzt schon von unserem teutonischem  Stollen bedroht, der viel besser schmeckt als Ingwer Kekse.

Es gibt einen schönen Christmas carol Service in den anglikanischen Kirchen mit neun englischen Liedern und neun kleinen Predigten.

Engländer setzen sich kleine Papierhüte auf, meist winzige Kronen und erschrecken mich mit Knallbonbons. Vorher gib es den Mad Friday mit unzähligen Promille und peinlichen Facebook Fotos.

Es gibt Turkey Sandwiches, Turkey Curry, Turkey on toast oder Turkey mit riesigen grünen Erbsen. Wir essen alles, aber kein Turkey.

Aber wir lieben deutsch-britische Weihnachten.

Frohe Christmas.

ChristmasCrackers_2

Sätze

, die ein Arzt nie sagen wird:

1. Wo lässt es sich schöner Weihnachten feiern als im Kreise seiner Patienten?

2. Ja, wenn der Schwangerschaftstest zu Hause positiv war, müssen Sie sich sofort in der Klinik vorstellen, um das abklären zu lassen – natürlich auch nachts.

3. Wunderschön, wie der dreckige Bademantel Ihren Unterleib betont.

4. Ich fühle mich im Krankenhaus stets sehr wertgeschätzt.

5. Schnell, einen Dermatologen/Radiologen/Psychiater!!

6. Ich hab das Wochenende mit meinen Freunden verbracht.

7. Der Nachtdienst war super ruhig. Freue mich schon jetzt darauf gleich Sport zu machen.

8. Es ist Klasse, dass Chefarzt und Oberärztin parallel 3 Wochen im Urlaub sind. So wird mir garantiert nicht langweilig und ich kann in der ganzen Klinik nach hilfsbereiten Fachärzten Ausschau halten, die sehnsüchtig auf meine Anrufe warten.

9. Kann ich voll verstehen, dass Sie vor der Darm OP nochmal richtig gefrühstückt haben. Wir verschieben das auf morgen. Kein Problem!

11. Klar, Fibromyalgie ist eine schwere Krankheit.

12. Mit der Geschäftsführung kann man super zusammenarbeiten.

13. Kein Problem, dass Ihre Tochter/Sohn zwei Wochen nach Teneriffa  fliegen. Bleiben Sie ruhig hier.

14. Ich liebe internistische Dienste, da kann ich soviel lernen.

15. Eunerpan macht die Oma zahm.

16. Lesen Sie auf jeden Fall den Beipackzettel!

Ping

Ich versuche, wenn es irgend geht, Geschäfte und die Gastronomie vor Ort zu unterstützen. Gelingt nicht immer.

Beispiel: „Bei Theo, das musische Gasthaus.“

Von außen sieht es  nett und normal aus, gut bürgerlich. Was auch immer das heißt.

Wir können hinlaufen. Ein nicht verachtenswerter Vorteil.

Wir öffnen die schwere braune Holztür. Drinnen ist es dunkel. Sehr dunkel. Nur die Theke ist erleuchtet. Davor hängen stehen drei mittelaltrige Gäste, die uns mißtrauisch anschauen. Die Gespräche verstummen sofort. (Als würde man als Frau alleine in ein türkisches Teehaus gehen. So ähnlich. Aber das ist nicht politisch korrekt).

Wir fragen vorsichtig: „Ist schon geöffnet? Wir möchten essen.“

Der Wirt schlurft mißmutig hinter dem Tresen raus und knipst das Licht für die Tische an.  Herzlichen Dank.

Die Tische sind orange eingedeckt. Die Karte ist mindestens vierzigseitig, kaum überblickbar. Diverse Schnitzelvariationen.  Und Gans. Für 19 Euro. David bestellt Gans. Ich riskiere nichts.Nehme ein Teufelsschnitzel. Kann man nicht viel falsch machen. Wir sind weiter die Einzigsten, die essen.

Die Gans kommt erstaunlich schnell auf den Tisch. Ich meine aus der Küche  das durchdringende Ping einer Mikrowelle gehört zu haben.

Die Getränke werden von einer etwas ruppigen gepiercten schwarzhaarigen Kellnerin aufgenommen.

David bestellt Köpi.

Ich entdecke hinten in der Karte versteckt Cocktails. Dahinter steht: Bitte sprechen Sie uns an!

Das mache ich doch glatt. Die Kellnerin guckt  verzweifelt und gibt tuschelnd meine Bestellung an den Wirt weiter. Dem fällt  fast die Oberkieferprothese aus dem unrasiertem Gesicht.

Caipi? Kennt er nicht. Mojito? Nie gehört.

Aber er will mir was mixen. Ergebnis: Altbier mit Kirschlikör und blauem kurzem Strohhalm.Unglaublich, so schnell war ich noch nie betrunken. Ich weiche auf einen Sekt aus. Der knarzige Wirt rollt mit den Augen und verschwindet leise laut schimpfend im Keller. Er erscheint mit einem handwarmen verstaubtem Piccolo „Comtesschen“. Verstohlen gucke ich nach dem Verfallsdatum.

Als er zurück an den Tresen wankt, sagt er laut zu übrigen Gästen:„Die will immer was Besonderes!!“

Nein, Theo keine Angst! Die will jetzt nichts mehr. Jedenfalls nicht in Deinem musischen Gasthaus.

Im Hintergrund ertönt wieder das Ping der Mikrowelle.