Ohne Punkt und Komma

R., ein Freund, den ich sieben Jahre kannte, stieg ins Auto. Es war ja auch vollkommen klar, dass ich fahre (O-Ton: Wie kommen wir denn dahin??).  Kaum saß R. ging es auch schon los. Er habe so viel Stress in der Praxis, und dann noch die Zahnschmerzen, und auch das Knie, auch Badminton könne er nicht spielen, das (überteuerte gebatikte Hipster) T-Shirt, was er trage, sei natürlich aus Berlin, und das Ruhrgebiet sei ja so retro, er würde nur wegen der Praxis hier wohnen, Berlin sei es halt, es sei ja seine Stadt (klar, der vollgekotzte Cotti hat was).  Ich sah auf die Uhr. 14 Minuten, 32 Sekunden narzisstischer Monolog ohne Punkt und Komma. Und überhaupt sei er hochsensibel, habe er sich ja immer schon gedacht.

Und weiter ging es. Gestern traf ich mich mit S. Ihre Redezeit: 2 Stunden 25 Minuten, inclusive Vorlegen Fotos sämtlicher Familienmitglieder. Meine Redezeit: 11 Minuten. Da ich mit dem Auto da war, konnte ich mich noch nicht mal mit Aperol betrinken, um mir den Rotz schön zu hören.

Ich habe jetzt zwei Freunde weniger. Punkt. Ohne Komma.